Vincere

 I/F 2009
Drama, Biografie 128 min.
6.80
Vincere

Ein Film über den Aufstieg des jungen Benito Mussolini.

Vincere erzählt vom Aufstieg des jungen Benito Mussolini, seinem Verrat an seiner ersten großen Liebe und dem eigenen Kind, den Mechanismen der Macht, der Intrige und der Erotik. Aber Bellocchio ist zu sehr bewusster Filmemacher, als dass er sich den Klischees der Rekonstruktion und des historischen Behaupteten überlässt, vielmehr erhält seine Figur des Mussolini eine Gegenwärtigkeit und Realität, die seine Person, seine Geschichte und Entwicklung in ein Licht des Verstehens und Erkennens rückt. Das macht Vincere zu etwas Besonderem und zu einem spannenden Beispiel eines historischen Kinos.
(Text: Viennale 2010)

Details

Giovanna Mezzogiorno, Filippo Timi, Fausto Russo Alesi u.a.
Marco Bellocchio
Carlo Crivelli
Daniele Ciprì
Marco Bellocchio

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Mussolini und die Frauen
    Die Bilder schaffen eine dunkel-düstere Atmosphäre, denn sie zeigen das Leiden einer unschuldigen Frau, die sich in den Falschen verliebt hat. Ein Kapitel, das bisher sowohl von der Wissenschaft als auch vom Film wenig Beachtung fand: Mussolinis erste Frau Ida Dalser und ihr gemeinsamer Sohn Benito Albino. Die ausführliche Schilderung der Anfänge dieser stürmischen Liebe vertieft Idas Elend am Ende, das sie an den Rand des Wahnsinns bringt. Giovanna Mezzogiorno brilliert in dieser Rolle der mater dolorosa. Sie liebt ihn total und hingebungsvoll, er liebt sie distanziert und männlich unterkühlt. Ihre Liebesvorstellungen ‘Ihn oder keinen‘ ähneln in den Absolutheitsansprüchen dem politischen Konzept des Duce ‘Siegen oder Sterben‘. Geschickt werden in die Handlung echte historische Aufnahmen und gut gemachte neueren Datum eingestreut.
    Die nicht legitimierte Verbindung passt nicht ins faschistische Gedankengut Italiens der 20er und 30er Jahre. Ihre Hochzeit bleibt ein Traum in Idas Wunschvorstellungen. Deshalb schlägt der Staat der Schwarzhemden zu: Verhaftung, Trennung von Mutter und Sohn, Psychiatrie: ‘paranoides Syndrom‘. Besonders beeindruckend ist der kleine Benito vor Vaters Büste und wie er den Vater in wahnhaften Anfällen kolportiert (Doppelrolle für Filipo Timi). Die Physiognomie des Wahnsinns wird aber auch in den echten Reden des Duce herausgearbeitet.
    Für Eidetiker ein Genuss, für historisch interessierte eine spannende Geschichtsstunde, für alle aber eine menschliche Tragödie, die bewegt.