Volver

 E 2006
Komödie 04.08.2006 120 min.
film.at poster

Almodóvar zurück zu seinen Anfängen: in seine Heimat La Mancha. Ein Film über das Leben und den Tod. Kurz, ein Film über das, was das Leben ausmacht.

Raimunda (Penélope Cruz) dreht gleich durch: Während vorne in ihrem Restaurant ein äußerst lebhaftes Filmteam eine ziemlich lautstarke Party feiert, liegt hinten im Kühlraum ein äußerst schweigsamer und ziemlich toter Männerkörper. Der muss dringend da weg, aber wie? Große Not mobilisiert Frauensolidarität und allerhand kriminelle Energie: Und so formiert sich spontan ein weibliches Leichenräumkommando bestehend aus Raimunda, ihrer 15-jährigen Tochter, einer hilfsbereiten Hure von nebenan und dem plötzlich sehr lebendigen Geist der verstorbenen Mutter (Carmen Maura). Der Kadaver ist bald fort, aber die Probleme - Santa Maria! -fangen jetzt erst an ...

Details

Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Dueñas, Yohana Cobo, Blanca Portillo, u.a.
Pedro Almodóvar
Alberto Iglesias
Pedro Almodóvar
Tobis

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • ja es geht, Teil 1
    Prolog, Meinung und einiges rund um den Film:

    Schön was da in dem Film für Leute zurückkehren. Am Ende wird der Film etwas kompliziert, aber wenn man eine denkende weibliche Persönlichkeit hat, also was seltenes, dann hat man sogar das Glück innerhalb von einigen Stunden den Film nach erzählt zu bekommen, und wenn man viel Glück hat und keinen über den Durst gesoffen hat, kapiert man den Film sogar.

    Was ich an Penelope Cruz gut finde, außer Ihre Figur und Ihr schönes Gesicht, sie ist eine der wenigen Schauspielerinnen die weinen können und wenn sie sich anstrengt, dann werden auch einige Auge der Kinozuseherinnen feucht, und das ist recht praktisch, denn dann kann man die Freundin so gut schön trösten, und es werden dann auch andere Dinge als die Augen feucht.

    Die Geschichte finde ich wirklich gut, anspruchsvoll, leider nicht lustig, aber auch teilweise spannend umgesetzt., und wenn ich denke was in diesem Film alles zurück kehrt, dann finde ich das der Titel des Filmes gerechtfertigt ist, denn auf deutsch heißt der spanische Filmtitel Zurückkehren.

    Alleine schon was in dem Film alles mitspielt, ne nette Hure, ein paar nette Nachbarn, da wird geküsst das die Fetzen fliegen, keine ist lesbisch, das Dorf scheint nur aus lauter Frauen zu bestehen, und wer noch nie einen Pedro Almodovar Film gesehen hat, er ist so was wie eine Mischung von Monty Pythons und Stanley Kubrick auf anspruchsvoll lustig.

    Es ist sicher nicht der beste Film vom Regisseur Pedro Almodovar, aber es ist auch nicht sein schlechtester, und die 4 Filme was ich von ihm gesehen habe, sind irgendwie alle gleich, doch von der Geschichte her ist er nicht nur was ganz besonderes, sondern dieser Film ist auch eine Innovative 100 Minuten Filmschlacht. Eine Schlacht in den Gehirnwindungen, denn die ganze Zeit denke ich nach, ist die Geschichte schon verfilmt worden, ist so was schon dagewesen, aber die Schlacht verlor meine linke Gehirnhälfte gegen die Rechte, dort wo das Gedächtnis sitzt, denn ich kam nicht drauf das es schon so eine Geschichte einmal in einem Film gegeben hat, und das macht den Film wieder liebenswert.

    Die meisten Hollywoodschinken ähneln sich nämlich frappant, doch Filme aus Europa, vorwiegend Spanien, Frankreich, auch aus nordischen Ländern, Italien, oder der Toskana sind irgendwie viel lebensechter. Nicht weil Ihnen die Grundlage jeder CGI Erklärung fehlt, sondern eher deswegen weil der Regisseur eines europäischen Filmes eher die Geschichte so verfilmt wie sie entweder das Leben schreibt, eben realistisch, oder eben so aberwitzig das der Film wieder gut ist.

    Dieser Film hier bewegt sich so auf einer Mittellinie. Man ist geneigt sehr viel Zuneigung zu Raimunda zu fühlen, doch einige Dinge die sie gemacht hat, sind einfach nicht so ganz richtig gewesen. Dann finde man sie wieder bezaubernd, weil Raimunda mehr Powerfrau ist als eine ganze Herde Fußballspieler, und dann wieder weil sie einfach ein Mensch ist der jedes Problem einfach lösen kann, ohne es zu verkomplizieren, eben halt keine Frau, eher ei perfekter Mann mit Titten.

    Pedro Almodovar hat ja selber einige Schwestern, und die haben ihm so viele Geschichten aus der Kindheit erzählt, das er Ideen zu dem Film und zu andere Filmen gehabt hat, so sagt man, und das ist verständlich, denn in einem Land wo glücklicherweise die Familie noch was zählt und nicht so totgeschwiegen oder blödgetreten wird wie hier in Mitteleuropäischen oder nördlichen Ländern, denn die spanische Mentalität, der Film wurde nur in Südspanien gedreht, ist eben sehr familienfreundlich, und so verwundert es kaum dass, wenn man beim Film aufpasst, der Film sehr ans Herz geht.

    Typischer Frauenfilm - T 3
    In dem Film ist einiges schon komisch wenn man nachdenkt, denn durch den Tod eines Menschen landet Raimunda im Gastgewerbe, aber das ist halt auch das einzige was eher sarkastisch nachdenklich anspruchsvoll lustig und gut ist, wenn man es von einer gewissen Kirchturmspitze aus sieht, aber der Rest des Filmes ist einfach nur Familienfreundliches Lindenstraße ähnliches Reisevideo aus Madrid.

    Was ich wieder an dem Film gut fand, ist das ein Geheimnis existiert, das konsequent bewahrt wird, bis man am Ende erst alles erfährt, aber das ist mir dann doch zu spät gewesen, und nach 3 Portionen Kebab im Kino habe ich dann doch gähnen müssen um wach zu bleiben, obwohl die Geschichte ja nicht so kompliziert war, aber sie war mir ein bisschen zu einfach.

    Wer mit dem Spruch, Leichen im Keller was anfangen kann, wird in dem Film seine wahre Freude finden, denn die Leichen sind nicht im Keller, die Mütter nicht im Grab, und die Auflösung nach 100 Minuten da. Einzig die ruhige introvertierte Tochter Paula ist mir am Nerv gegangen.

    73 von 100

    leider nicht so lustig - Teil2
    Der Film ist wie ein Spinnennetz, ein Netz aus Frauen für Frauen, deshalb ist er meiner Meinung nach auch ein typischer Frauenfilm, doch sollten Männer nicht vergessen dazu zu lernen, und sich den Film anschauen, zumindest mit einer weiblichen Simultanübersetzerin die den komplizierten Film auf männlich erklärt.
    Die Handlung vom Film:

    Penelope hat eine wunderbare Rolle als starke und selbstbewusste Frau die mitten im Leben steht und alles meistert, und selten scheitert. Sie lebt in dem kleinen spanischen Dorf, Irgendwie so ein Scheißkaff. Sie spielt RAIMUNDA, und sie hat eine Tochter, 15 Jahre, PAULA, um die sich einige Geheimnisse ranken die man aber erst im Filmverlauf so langsam mit bekommt, und dann den Schlag der Geheimnisaufdeckung erfährt.

    RAIMUNDA wollte schon immer ein Restaurant haben, nur hat sie das nie sich zu sagen getraut, doch als eines Tages der durchgebrannte, und vom Burn Out Syndrom erledigte EMILIO das Dorflokal verlassen und verkaufen will und sein Leben zukünftig in Barcelona sichert, sieht sie Ihre Chance gekommen, denn sie ist alleine, und sie braucht Geld, sie hat nichts.

    Und das kam deswegen weil Ihr Mann den sie geheiratet hat, auch mit dem ist einiges Los, PACO, nicht mehr da ist. Warum? Nun sie erzählt jedem dass er gegangen ist, ganz ruhig und einfach, als wäre er weg, und ja irgendwie ist er es auch.

    RAIMUNDA hat eine Schwester SOLEDAD, die ist eher eigenartig, ruhig, schwerhörig, arbeitet auch nichts, und sie lebt auch im Dorf, man besucht sich täglich und man tratsch über unnötige Dinge. Liebe bestand eher zwischen den 2 Schwestern von der Seite von SOLE aus, Ihr Kurzname.

    SOLE und RAIMUNDA haben noch eine lebende Verwandte, Tante PAULA die bald 90 ist und stirbt, doch da gibt es auch einige Geheimnisse, angeblich kann sie nicht machen, und sie ist bewegungsunfähig, aber irgendwie sieht es in Ihrem Haushalt ständig ordentlich aus, warum wohl?

    Die 2 Schwestern hatten mal eine Mutter, um die rankt sich ein Geheimnis, sie ist vor 4 Jahren bei einem Brand im Dorf gestorben, so wie jeder sagt, doch auf einmal ist das Gerücht da, das sie als Geist auftaucht und versucht sich bei RAIMUNDA wegen irgendwas zu entschuldigen.

    Das Dorf ist absolut abergläubisch und so wird das ganze zu einer Legende hochstilisiert. Dann kommt noch dazu das die beste Freundin von RAIMUNDA und SOLEDAD, AGUSTINA mit der Nachricht das sie Krebs hat kontert, und das ganze ist viel schwerer durchzuhalten, als man glaubt, denn AGUSTINA hat Tante PAULA gepflegt und sich um vieles gekümmert, denn RAIMUNDA und SOLE hat ja nie Zeit gehabt.

    Ein bisschen zum Nachtrag:

    Erst gegen Ende des 120 Minuten Filmes spitzt sich alles zu, aber auch während der Handlung gibt es einiges an Wortwitz und anspruchsvollem Spaß, aber eher ist es ein Familien und Frauendrama. Was auch gut im Film unterkommt ist die eher ruhige und konventionelle Musikuntermalung vom spanischen Gitarre und Filmkünstler Iglesias. In dem Film übrigens ist eine Szene dabei wo Penelope Cruz singt, es ist aber Estrella Morente, auch eine bekannte in Spanien, sieht aber nur so aus als ob Penelope singt, die kann nämlich nicht gut singen, ist nebenbei noch sehr bescheiden, ist 1,66 Meter groß, am 28.4.1974 in Madrid geboren, und schon wieder solo.

    Was mich gestört hat ist das der Film keine richtige Aussage hat, einiges was die Beteiligten im Film machen ist meiner Meinung nach nicht so einfach oder nachvollziehbar im Jahre 2006, und ja, er ist etwas langweilig der Film, keine Action, keiner explodiert, viel Gespräche, eher ein ruhiger Film der vielleicht gut ist zum Ausgleich wenn man am Vortag besoffen ist und sich wieder in der Gesellschaft einfinden muß, oder man ist Cineast und steht auf anspruchsvolle Filme, mir hat er nicht gut gefallen, obwohl die Schauspielerische Leistung aller Beteiligten gut war, aber mir war der Film einfach zu langweilig.

  • einfach gut
    Der Film ist einfach gut. Nicht der beste von Almodovar, aber wirklich sehenswert und gut. Habe die Investition meiner Euros überhaupt nicht bereut.

  • gefunden auf "ztheoutfit.at":
    Vulva, Volver, Revolver

    Klären wir zunächst mal die Besetzung. Raimunda, die Überfrau mit einem so delikat in Szene gesetzten Vorbau, daß man ihn liebevoll Titten nennen darf, wird gespielt von Penélope Cruz. Raimunda hat eine Tochter, und die wird gespielt vom Fußballer Ronaldinho, lassen Sie sich da nichts anderes einreden, und eine Schwester Sole (Lola Dueñas) hat sie auch. Raimundas und Soles Mutter ist zwar gestorben, sie wird aber gespielt von der großartigen Carmen Maura, wie es so schön heißt, und das ganz ohne Rückblenden, mehr darf man nicht verraten, ist so was wie ein Gag. Und darum geht´s: Raimundas Tochter hat in Notwehr (sexueller Übergriff) ihren Vater erstochen, der aber nicht ihr Vater ist. Nun muß die Leiche verschwinden, es gibt also kaum ein Problem, in dieser Familie ist man verschwinden gewohnt: Verschwand oder starb doch Raimundas Mutter, beziehungsweise verschwand oder starb doch die Mutter der hilfsbereiten Dorfbewohnerin Paula in der selben Nacht; geistert es doch im Dorf La Mancha, und auch die liebenswürdige Nutte von nebenan existiert offiziell gar nicht, es ist also alles sehr verworren, denn PEDRO ALMODÓVAR erzählt in VOLVER wieder mal Geschichten, die sonst keiner erzählt, und das macht er sehr langsam, sehr prall, sehr östrogen. Immerhin geht´s ja auch um alles, um eine Hymne an die Frauen, ihren Zusammenhalt, ihre Stärke, ihre Hintern und Busen, kurz: Mama.

    Und wie klatscht ALMODÓVAR das in seinem - manche sagen Sequel zu "Alles über meine Mutter", manche sagen Antipode zu "Dr. T And The Women" - aufs Celluloid, so daß alle "großes Melodram" krähen? Hören wir kurz mal ins Foyer: "Eine Rückkehr zu dem Gebiet, in dem sich der Meister auskennt, die Frauen." "Schwuler Scheiß!" "Hinreißend grotesk, schrill, karikaturistisch, manchmal fast eskapistisch komödiantisch, aber dann doch von einer Zerbrechlichkeit ..." "Seziert auf seine ganz eigene Art die Abgründe des Lebens, ein echtes Melodram, schwermütig und voller Leichtigkeit." Jaja. Bleibt nur noch zu sagen, daß das aus Cannes mit dem "besten Drehbuch" heimgekehrte Ex-Enfant-Terrible die Stärke seiner aus Cannes mit dem Preis des besten Ensembles abreisenden Frauen manchmal derart feiert und forciert, daß sie schon wie Männer wirken; allen voran (leider) wieder mal Penélope (mit ausgestopftem Po und viel, viel, sehr viel Make-up), die in diesen Momenten dann wie ein Transvestit agiert; aber gut, sie war mal mit Tom Cruise liiert. Insgesamt also so richtig schönes, kurz mal umständlich erzähltes, aber farbenfrohes Kino.


  • ich verstehe nicht, warum das gros der kommentare hier so negativ und zynisch ausfällt. sind wir alle hollywood-verseucht?
    Volver ist ein toller film - ein mindestmaß an geschmack und sinn für ästhetik vorausgesetzt.
    meine persönliche wertung: 8/10 auf der filmtipps.at - skala

    Re:
    "mindestmaß an geschmack und sinn für ästhetik vorausgesetzt."

    Und wenn man den Film nicht mag, dann hat man eben keinen Geschmack und Sinn für Ästhetik, richtig? Wie respektvoll von dir und so gar nicht überheblich! Deine fern der intelligenten Akzeptanz liegende Meinung bekommt durch diese Aussage leider weder mehr Bedeutung noch Glaubwürdigkeit.

  • Wäre gern besser als er ist
    Ich mag intellektuelle und feinsinnige Filme die mich berühren. Ich mag überhaupt spanische Filme sehr gerne. Aber dieser Film war einfach fad. Weder Fisch noch Fleisch. Für eine rabenschwarze Komödie waren die Themen zu ernsthaft und haben jeglichen Ansatz von Unterhaltung im Keim erstickt. Habe ich mich geirrt? Ist es am Ende ein realistischer, ein dramatischer Ansatz, den dieser Film verfolgt? Glaube ich kaum, denn die Reaktionen auf gewisse Geschehnisse (Achtung Spoiler: z.B., dass es die Tochter am nächsten Tag eigentlich scho wieda ganz guad verdaut hatte, ihren ¿Vater" ermordet zu haben, nachdem dieser vorhatte, sie zu vergewaltigen) waren dann doch etwas plump und fern der Emotionswirklichkeit. Auch Penelope beschäftigt sich ja nicht weiter damit - die Hauptsorge gilt dann ja nur mehr der Entsorgung ihrer Sorgen bzw. der Leiche.

    Der Film beinhaltet unnötige Szen, mir fehlt der rote Faden. So ist mir z.B. nicht klar, warum der Handlungsstrang mit dem Filmteam (und auch dem Typen vom Filmteam, der sich scheinbar in die liabe Penelope verguckt hatte) die Begeisterung für das Restaurant usw. überhaupt aufgetan hat. Er spielte später keine Rolle mehr. Soll der Film einfach nur einen möglichen Alltag zeigen, der eben nicht so rabenschwarz ist wie in Kinofilmen? Wurde mit Ideen der Zuschauer gespielt, sollte man denken, die Leiche wird nun gekühlt, um sie dann an das 30köpfige Filmteam zu verfüttern? Soll der Film zeigen, dass Menschen ihre kleinen, dreckigen Geschichten sowieso alleine regeln können? Braucht man also eigentlich auch keine Polizei? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, die Polizei nach dem Vorfall zu verständigen? Es war ja wohl ein Unfall und die Tochter noch minderjährig, oder? Was hätte ihr denn schon groß passieren können? Was will der Film aussagen?

    Fakt ist: Er ist mir zu sehr auf der Oberfläche dahin geschwommen und wird damit den schweren Themen (menschliche Abgründe) nicht gerecht. Weiters zaaaht sie da Füm wie a Nudelteig. Unnütze Szenen, Dialoge, die einem nichts mit auf dem Weg geben nach dem Kino, zu langatmige Dialoge, wenig Charme.

    Er hatte aber auch seine Momente. Mir gefiel z.B. das Lied, das Penelope zum Besten gab. Es war nicht nur grandios und wahnsinnig charmant gesungen, sondern es löste tatsächlich starke Gefühle in mir aus. Weiters habe ich auch die Szene zu schätzen gewusst in der Penelope das Blut aufwischt. Es wurde sehr lange und detailliert gezeigt, wie die Realität nun eben aussieht, wenn so etwas passiert. Irgendwie finde ich gut, Dreckiges zu zeigen und nicht - wie es bei Hollywoodfilmen üblich ist - einfach unter den Teppich zu kehre. Man geht dann auf dem Teppich ja eh nur unbequem, da er sich durch die vielen weggeleugneten Abgründe und Facetten der Menschen, die darunter gekehrt worden sind, immer stark zu wölben beginnt.

    Re:Wäre gern besser als er ist
    Burli 4 President!

    Anm.: da ja der Almodovar immer wieder sagt wie autobiografisch der film sei, und meine antwort 100% mit der kranken energie des films konform geht, is deine frage - was der flirt mit dem filmmann sollte - ganz leicht zu beantorten: alle, alle männer sind scheiß, untreue vergewaltiger die in lynchjustiz umgebracht und deponiert gehören, alle ausser der junge filmemacher...

    PS
    die gesungene szene war auch mein highlight

  • das system almodòvar
    bei almodòvar ist es eine seltsame sache: seine geschichten sind zerfasert erzählt, manche handlungsstränge werden aufegenommen und nicht mehr weiterverfolgt, es wird oft und unnütz geredet (bei "volver" zum beispiel ist es eine art stilmittel, dass die frauen immer verbal ankünden, was sie nachher belangloses tun ("lass und hinsetzen2, "lass uns in die küche gehen") und heterosexuelle männer sind immer die loser. aber in der summe seiner teile funktionieren die filme trotzdem, und teilweise sind die exzellent. das liegt an den charakteren, die er zeichnet, seine castingphilosophie, nicht in erster linie junge, schöne und nichtssagende, sondern vor allem interessante gesichter zu besetzen. und er treibt sie zu aussergewöhnlichen schauspielerischen leistungen. ich meine, penelope cruz in hollywood ist untere mittelklasse rechts hinten, fünfte reihe. in "volver" fand ich sie wirklich gut.
    wirklich aussergewöhnlich allerdings ist seine bildsprache. jedes bild ist farblich extrem auskomponiert, da ist nicht ein farbton und seine position dem zufall überlassen. insgesamt ein interessanter (wenn auch nicht sein bester) film, bei dem es mir keine sekunde um die neun euro eintrittsgeld leid gewesen ist.

  • für Keine-Eier-köpfe
    Mehr als über die langeweile des films hab ich mich darüber geärgert mit der kinokarte dem Almodovar ein Flascherl Wein finanziert zu haben. Warum soll es so wunderbar europäisch sein der flotten Penelope in den Ausschnitt zu filmen? sind das die ach-so-origniellen Kameraeinstellungen?

    Ich habe die Zeit vor der Leinwand nicht genossen, aber es ist offenbar nicht pc Almodovar`s Arsch&Titten Kino nicht kultig-intellektuell zu finden. Ich habe den Kinobesuch wirklich bereut, bin aber selber schuld - um anti-suder-spam vozubeugen - ich wollte mir halt mein urteil nicht nur auf basis des schundfilms "alles über meine mutter" bilden. q.e.d.

    Mann muss nicht prüde sein und keine Holly- oder Bolly- oder sonstige wald und Wiesen filme mögen, um Almodovar abzulehnen. das sollte sich die pseudo-intellektuelle clique merken. schauts euch lieber japanische porno-trickfilme an, das ist auch intellektuell und schwanzig, da muss man nicht unter vorwand der hübschen penelope in den ausschnitt gucken.

    Im film beweisen frauen ihre networkingqualitäten, bussi, bussi, wußt ma schon. männer? ja kommen vor. als erschreckendes altherrengedeck bei der beerdigung, als treulose ficker die ihre frauen enttäuschten, enttäuschen und enttäuschen werden. ach ja, und als generationsübergreifende vergewaltiger ihrer eigenen töchter, wenn sie nicht arbeitslos als besoffene coach-potatoes fussballspiele schauen. und aus.

    Wenn ein film gut ist, wenn er aufregt, dann ist der film gut, läuft dann aber eher unter aktionismus zu dem ich sicher nimmer hingeh. hurerei, gschissene. so, jetzt gehts mir besser.

    Re:für Keine-Eier-köpfe
    ja e. die darstellung des themas kindesmißbrauch ist sicher legitim und wichtig und in filmen wie "das fest" ja sehr gut gelungen. mich nervt beim almodovar eher die energie die seine filme durchzieht. klarer weise sollte nicht die frage wie es einem mann in seinem alter wohl geht wenn er solche filme dreht im vordergrund stehen, sondern was der film beim einzenen auslöst. bei mir sicher einiges weil ich halt die omipräsenz und omnipotenz einer frauenwelt zuu gut kenne. und in aller ruhe und klarheit ist es mir wichtig fest zu stellen: ich lehne almodovar ab.

    Re:für Keine-Eier-köpfe
    na der film erwischt dich aber ganz schön... autsch! ich bin selbst von meinem vater als kind missbraucht worden, und viele andere menschen auch, so etwas gibt es halt öfter als der durchschnittsbürger meint, also hat dieses thema sehr wohl ein recht, dargestellt zu werden.

  • wohltuend europäisch ....
    Ich muß zugeben, ich bin generell ein wahrer Almodovar - Fan und habe fast alle seine Filme gesehen und somit lieben gelernt.
    Ehrlich gesagt habe ich aufgrund der kurzen Kinotrailer eher eine chaotisch verrückte Komödia á la "Frauen am Rande des Nevenzusammenbruchs" erwartet. Aber, wie in alter Almodovar-Manier gewohnt, bekommen wir hier ganz langsam eine Geschichte erzählt, wo sich im letzten Drittel (an Ibsen Dramen erinnernd) dann die Lebenslüge bzw. eben die Wahrheit offenbart und die hats ganz schön in sich .... Es geht um die Liebe zwischen Mütter und Töchter, um Schuld und Emotionen, um Inzest, um Dorftratsch und Anteilnahme und Zusammenhalten, um Schicksale welche sich in der nächsten Generation wiederholen etc etc.. einfach um Frauenpower pur.
    Regie und Schauspieler wie immer ganz toll, und insbesondere war ich diesmal von Penelope Cruz fasziniert. Ich habe Sie selten so reif und ausdrucksstark gesehen, selbst am Klo sitzend ist diese Frau mega-sexy.
    Wem dieser Film nicht gefällt oder berührt... dem ist nicht zu helfen.
    Viel Spaß !

  • Meisterwerk
    ...einzigartige Regieleistung, traumhafte Schauspielerinnen...ein Film der einen einfach berühren muss...vorausgesetzt man ist von all den Hollywood-Schinken noch nicht zu sehr abgestumpft...

Seiten