Vorname Carmen

 F 1983

Prénom Carmen

Drama, Independent 85 min.
6.60
Vorname Carmen

Dreharbeiten dienen als Tarnung eines Banküberfalls und im Verlauf des Coups verliebt sich ein Sicherheitsbeamten in die kriminelle Carmen.

Details

Maruschka Detmers, Jacques Bonnaffé, Myriem Roussel, Christophe Odent u.a.
Jean-Luc Godard
Raoul Coutard, Jean-Bernard Menoud
Anne-Marie Miéville

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Banküberfall
    Unter den zahlreichen Bearbeitungen des Carmen-Themas ist die von Godard wohl die freieste, d.h. die mit der größten Distanz zum Thema. Nur wenn man mit dem Stoff vertraut ist, kann man Anklänge an die Vorlage registrieren. So sagt Carmen zu einem ihrer Männer „Wenn ich dich liebe, bist du erledigt“ oder es wird schon mal eine Melodie gepfiffen, die man aus der Oper kennt. Meistens allerdings ist Kammermusik unterlegt und die nervt auf die Dauer ganz schön. Es wäre unerträglich, wenn nicht Tom Waits eine Einlage geben würde. Das ist Balsam für die Ohren. Dass Godard der Handlung einen Banküberfall zugrunde legt, ist seine Version. Immer wieder rauscht die Meeresbrandung dazwischen. Manche Szenen sind ungewöhnlich, weil die Darstellung aus dem Rahmen fällt. Und es gibt für 1983 recht freizügigen Sex unter der Dusche oder Sonderbares von Carmen auf der Herrentoilette. Die unterschiedlichsten Szenen werden von der Titelfigur (Maruschka Detmers) verbunden. Sie ist fast immer im Bild. Sie macht die beiden Männer an. Ihre Zerrissenheit verdeutlichen zwei hintereinander gesprochene Sätze „Machen sie, dass sie wegkommen. Machen sie mich an.“
    Vielleicht entdeckt man die Genialität von Godard, der hier selbst den Onkel von Carmen spielt, erst beim zweiten Mal, weil man zuvor von der absonderlichen Bilderfolge erschlagen worden war.