Water - Der Fluss des Lebens

 Indien/Kanada 2005

Water

Drama, Romanze 04.05.2007 117 min.
7.80
Water - Der Fluss des Lebens

In den 30er Jahren müssen die wegen des Todes ihrer Ehemänner in der Gesellschaft geächteten Witwen in einem Tempel in der heiligen Stadt Varanasi leben.

Die Geschichte spielt 1938 im kolonialen Indien vor dem Hintergrund Mahatma Gandhis Aufstieg zur Macht. Die Unterdrückung der Frau hat Konjunktur. So wird aus der zwangsverheirateten 8jährigen Chuyia eine Hindu-Witwe, die, so will es die Tradition, mit geschorenem Kopf in einem Frauenhaus den Rest ihres Le-bens in Buße verbringen soll. Vierzehn weitere Frauen zwischen 18 und 80 fristen hier ein elendes Dasein als Unberührbare. Darunter auch die engelhafte Kalyani, die zur Prostitution gezwungen wird, sich aber in einen Anhänger Ghandis verliebt. Doch ein trauriges Geheimnis, das Kalyani umgibt, verändert das Leben der beiden Liebenden für immer ....

Der neue Film von Deepa Metha versteht es auf eindringliche Weise, die alten Werte und Normen der indischen Gesellschaft, ihr Kastensystem, sowie das beginnende Umdenken durch den Einfluss Ghandis, in bewegenden Bildern einzufangen.

2005 Vancouver Film Critics Awards: Best Director (Deepa Mehta), Best Actress (Lisa Ray)

Details

Sarala (Chuyia), Manorama (Madhumati), Lisa Ray (Kalyani), Seema Biswas (Shakuntala) u.a.
Deepa Mehta
Mychael Danna
Giles Nuttgens
Deepa Mehta
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Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Auch der Fluss des Todes
    Es sind wunderschöne Bilder – vor allem die Nahaufnahmen – die uns in die exotische Welt Indiens entführen. Darüber hinaus gibt es noch eine wichtige Botschaft: die Wiederverheiratung von Witwen. Auch wenn es sich, um kleine Mädchen handelt, die von den Eltern zwangsweise verheiratet wurden und plötzlich ohne Ehemann dastehen. Regisseurin Deepa Mehta zeigt das am Beispiel von zwei altersmäßig unterschiedlichen Frauen, die in der gleichen Situation sind: die kleine Chuyia (Sarala) und die ältere Kalyani (Lisa Ray). Chuyia beobachtet, wie sich Kalyani verliebt, die sich aber vorher prostituieren musste. Vor dem Antrittsbesuch bei ihrem zukünftigen Schwiegervater flieht Kalyani schuldbewusst und fasst einen irreparablen Entschluss. Hier muss man wohl den Titel des Films ergänzen: ‘Der Fluss des Todes‘.
    Der Film unterscheidet sich zwar deutlich von dem üblichen Bollywood Schmonzes, hat aber Längen. Damit die Jetzt-Zeit nicht überstrapaziert wird, wird die Handlung in die 30er Jahre verlegt, als Gandhis Aufstieg begann. Es ist tragisch zu sehen, wie tief die Tradition immer noch in den Köpfen der Gesellschaft verankert ist. Einer Gesellschaft, in der die Frauen immer noch Menschen zweiter Klasse sind, obwohl es inzwischen neue Gesetze gibt, die versuchen, die Ungerechtigkeiten zu beseitigen.
    Für den Subkontinent ein wichtiger Film, der nicht übertreibt, sondern vieles nur sensibel andeutet. Für den Rest der Welt einfach wunderschön und nachdenkenswert.