Wie ein wilder Stier

 USA 1980

Raging Bull

Drama, Biografie 129 min.
8.30
Wie ein wilder Stier

Der Lebensweg des berühmt-berüchtigten Boxers Jake LaMotta. Jakes Agressivitä macht ihn im Ring zum Sieger, führt ihn aber in seinem Privatleben immer stärker in eine Spirale aus Gewalt und Paranoia.

Jake La Motta (Robert De Niro), als Sohn eines italienischen Einwanderers in den Slums der New Yorker Bronx aufgewachsen, ist besessen von dem Wunsch, Weltmeister im Boxen zu werden. Als er den Franzosen Marcel Cerdan 1949 besiegt, hat er es geschafft, bleibt aber nicht lange Champion. Die wütende Aggressivität, mit der er im Ring auf seine Gegner eindrischt, zerstört auch seine Ehe und das Verhältnis zu seinem Bruder, der ihn managt; als Nachtclub-Entertainer treibt er schließlich nur noch billige Späße für ein gelangweiltes Publikum.

Eine der besten Leistungen Robert De Niros, der für seine Darstellung mit dem Oscar belohnt wurde (und für die Rolle einige Kilos zuzulegen hatte) und einer der besten Filme Scorseses.

Details

Robert De Niro, Cathy Moriarty, Joe Pesci, Frank Vincent, Nicholas Colasanto, Theresa Saldana, Mrio Gallo
Martin Schorsese
Robbie Robertson
Michael Chapman
Paul Schrader, Mardik Martin, nach Jeke LaMotta

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Stier Robert
    Keine Filmrolle hat Robert De Niro physisch so viel abverlangt wie die des Jake LaMotta. Anfangs kommt er muskulös durchtrainiert daher und stellt sich der Kamera am Ende als echter Fettsack. So konnte Martin Scorsese nach Paul Schraders Drehbuch dieses geniale Boxerdrama gestalten.
    Es geht ganz nebenbei auch uns Boxen. Aber das Hauptaugenmerk liegt auf dem Aufstieg und Untergang eines Menschen. Wir sehen ihn in seiner ganzen Komplexität mit vielen Schwächen, die ein Heldenepos verhindern. Er agiert in einem sozialen Umfeld mit Bruder und Manager Joey (Joe Pesci), mit dem er sich brüderliche Duelle liefert. Daneben gibt es noch seine Frau Vickie (Cathy Moriarty), die er machohaft verprügelt und mit seinen Eifersüchteleien versucht klein zu kriegen.
    Ein wichtiger Nebenaspekt ist die Schiebung im Boxsport. Es gibt Absprachen aus der Unterwelt, an denen keiner vorbeikommt und ohne deren Unterstützung kein Meistertitel zu holen ist. Jake ist gefangen zwischen der Mafia und der immer heftiger meuternden Ehefrau, unfähig zu erkennen, wie er da herauskommen kann. Er bleibt uneinsichtig und kapiert nichts. Dies zeigt sein ständiges ‘Wieso?‘ Für andere bleibt nur die eigene Schuldzuweisung ‘Ich bin der Boss‘. Dann wieder winselndes Um-Verzeihung-Bitten.
    Nach den wichtigen Szenen werden ruhige Passagen mit klassischer Musik unterlegt oder auch mit Ohrwürmern von damals (Louis Prima). Der Schlusssatz aus dem Johannesevangelium kann nur ironisch gemeint sein ‘Ich war blind und kann jetzt sehen‘. Übrig bleiben ein bemitleidenswertes menschliches Wrack und ein großartiger Film.