Wilde Erdbeeren

 Schweden 1957

Smultronstället

Drama, Independent 91 min.
8.30
film.at poster

Bergmann veranstaltet eine Reise quer durch Schweden als Reise in die Vergangenheit.

Der berühmte Professor Isak Borg (Victor Sjöström) macht sich auf die Reise in die Universitätsstadt Lund, um seinen Doktortitel zu erneuern. Von heftigen Alpträumen gequält, bricht er seine Reise vorzeitig ab. Bei einer Rast findet er den vertrauten Spielplatz seiner Kindheit wieder: die Stelle mit den wilden Erdbeeren. Als Erinnerungen an eine unglückliche Liebe und seine gescheiterte Ehe wach werden, bekommt die heile Welt des erfolgsverwöhnten Professors plötzlich Risse. Er fühlt sich als Versager - als einer, der das Examen des Lebens nicht bestanden hat. Nun versucht Borg, seinem Leben einen neuen Inhalt zu geben; er sucht die Versöhnung mit seinen Mitmenschen und die eigene innere Ruhe.

Details

Victor Sjöström, Bibi Andersson, Ingrid Thulin, Gunnar Björnstrand, Jullan Kindahl, Max von Sydow u.a.
Ingmar Bergman
Erik Nordgren
Gunnar Fischer
Ingmar Bergman

Kritiken

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User Kritiken

  • Der Lieblingsort
    In diesem Klassiker von Ingmar Berman sind bereits fast alle Weltstars seiner späteren Filme versammelt. Ein verdienter, alter Arzt, Professor Borg (Victor Sjöström) fährt mit seiner Schwiegertochter Marianne (Ingrid Thulin) nach Lund um eine Ehrung entgegen zunehmen. Daraus entwickelt sich eine Art Roadmovie, obwohl man das 1957 noch nicht so genannt hätte. In genialer Weise bringt Bergman hier surreale Träume, die Bunuel alle Ehre machen, sehr individuelle Bezüge wie Eheprobleme und Schwierigkeiten mit seinen Eltern ein. Aber auch viel Poesie (vgl. Originaltitel: ‘Das Lieblingsplätzchen‘, war da, wo die wilden Erdbeeren wachsen.) und sogar einen Hauch von Humor, wie das Verhältnis von Borg zu seiner Haushälterin Agda (Jullan Kindahl).
    Unterwegs begegnet Borg drei jugendlichen Anhaltern, die heute etwas übertrieben albern wirken, deren Gespräche sich aber um typische Bergman-Themen drehen wie ‘die Existenz Gottes‘. Ein streitsüchtiges Ehepaar kommt mit an Bord, Borg muss im Traum erneut sein Examen ablegen und fällt durch. Aber es gibt auch Korrekturen an seiner Persönlichkeit. Obwohl er doch recht altersweise daherkommt, wirft man ihm Selbstsucht, Gefühlskälte und verlogenen Edelmut vor. Zur Strafe wird er zur Einsamkeit verurteilt und da gibt es keine Gnade. Borg erfährt, dass ‘es die erste Pflicht des Mediziners ist, um Verzeihung zu bitten‘. Auch seine Frau wird entzaubert. Die ‘Fast-Heilige‘ nahm es mit der ehelichen Treue nicht sehr genau. Mal schaut er dem Treiben in der Retrospektive nur stumm zu, mal redet er auch mit den Figuren von damals. So ganz nebenbei entsteht ein Bild der Gesellschaft um 1900.
    Am Ende blickt der alte Jubilar zum Himmel und lächelt leise. Es kann Zufriedenheit mit seinem Leben signalisieren oder aber auch die Sehnsucht nach einem Lebensende.