Workingman's Death

 A/D 2005
Dokumentation 25.11.2005 122 min.
8.10
Workingman's Death

Michael Glawogger geht der mehr und mehr aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung schwindenden körperlichen Schwerarbeit nach und rückt sie in eindringlichen Bildern wieder ins Bewusstsein der Zuschauer.

Eine Reise in die Gegenwart und Vergangenheit der körperlichen Schwerarbeit, die von den einst boomenden Kohlegruben in der Ukraine zu den dampfenden Schwefelhalden in Indonesien führt, vom Marktgeschrei an einem nigerianischen Viehmarkt und der stillen Effizienz pakistanischer Schiffszerleger erzählt und in China und Deutschland einen Blick auf die fragile Zukunft der Arbeit als gesellschaftliche Existenzgrundlage wirft.

»Arbeit kann viel sein. Oft ist sie kaum sichtbar, manchmal
schwer erklärbar, und in vielen Fällen nicht darstellbar.
Schwere körperliche Arbeit ist sichtbar, erklärbar, darstellbar.
Daher denke ich oft: sie ist die einzig wirkliche Arbeit.«
Michael Glawogger

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Michael Glawogger
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User Kritiken

  • Workingman's Death
    "Workingman's Death" verspricht viel, aber kann es das auch halten?
    Glawogger thematisiert die Schwerarbeit und zeigt diese in einer
    Aneinanderreihung von 5 Extrematas. Die Message lautet: es gibt
    unglaubliche Arbeitsbedingungen auf dieser Welt, der Film bietet nicht mehr
    - nicht weniger. Die einzelnen Kapitel bleiben unkommentiert, das einzige verbindende Element ist die harte Arbeit.

    Das Kapitel über einen Schlachthof in Nigeria fällt dabei etwas aus dem Rahmen. Hier steht nicht die Arbeit im Vordergrund. Immer und immer wieder wird das Kehledurchschneiden von Rindern und Ziegen gezeigt. In
    effekthascherischer Manier, bleibt die Kamera so lange auf den röchelnden,
    blutüberströmten Tieren, bis die Körper endlich nicht mehr zucken. Warum hier so billig auf die Tränendrüsen gedrückt wird, weiß wohl bloß der
    Regisseur.

    Die beeindruckenden Bilder rechtfertigen die unglaublichen Längen des Films nicht. Oft kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, der Film sei noch nicht fertig geschnitten. Die Überlänge ist inhaltlich nicht notwendig, sogar kontraproduktiv. Die Wirkung der Bilder leidet unter den zu langen immer gleichen Inhalten. Glawogger benötigt 122 Minuten für einen Film, der sich in 90min nachhältiger in unser Gedächtnis einprägen hätte können.

  • Schwere Kost
    Inhalt gibt es eigentlich keinen, denn der Film "erzählt" in fünf Episoden das Leben von Schwerarbeitern heute. Illegale Arbeiter in einer Kohlenmine in der Ukraine, Schwefelarbeiter auf einem Vulkan in Indonesien, Schlachthofarbeiter in Nigeria, Arbeiter, die in Pakistan gigantische Schiffe zerschneiden und Stahlarbeiter in China. Zu Wort kommen ausschließlich die Arbeiter, wie sie sich untereinander unterhalten oder der Kamera ihr Leben und ihre Arbeit schildern.

    Kritik: Ehrlich, besonders bei den Szenen im Vulkan und am Schlachthof war ich heilfroh, dass dies kein Geruchskino war. Und den ukrainischen Minenarbeitern zuzusehen, wie sie liegend in einem 40 cm hohen Stollen die Kohle abbauen, hat bei mir fast klaustrophobische Zustände hervorgerufen. Angesichts dieser Bilder - aus dem 21. Jahrhundert wohlgemerkt - erscheint mir die Schwerarbeiter-Debatte in Österreich absolut lächerlich. Auch wenn Glawogger diese Zustände in teils wunderbaren und ästhetischen Bildern eingefangen hat, "schön" ist dieser Film nicht, selbst im Fernsehen wird man solche Dokus kaum finden. Aber man sollte den Film gesehen haben, er regt mehr zum Nachdenken an als 10 Hollywood-Streifen und macht ein kleines Fenster in eine Welt auf, die uns wohl immer verschlossen und unbegreifbar bleiben wird. Nur leider zieht sich der Film gegen Ende ziemlich, zwei Stunden solche Bilder zu sehen ist schon eine harte Kost. Weniger wäre in diesem Fall ein Mehr gewesen, die Überlänge kostet zwei Wertungspunkte.

    Wertung: 5/10