20.000 Jahre in Sing Sing

 USA 1932

20,000 Years in Sing Sing

Drama, Krimi 78 min.
7.10
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Der hartgesottene Gangster Tom Connors (Spencer Tracy) nimmt seine Haftzeit in Sing Sing zunächst auf die leichte Schulter. Er wird auch hinter Gittern von dem einflussreichen New Yorker Lokalpolitiker Finn (Louis Calhern) unterstützt. Mit seinen provozierenden Auftritten kann Connors den unbeugsamen Gefängnisdirektor Mr. Long (Arthur Byron) nicht beeindrucken. Long lässt ihn solange in die Isolierzelle stecken, bis er sich freiwillig zur Arbeit meldet.

Im Laufe der Zeit wandelt sich Connors' Einstellung: Er merkt, dass Long ihn mit Respekt behandelt und akzeptiert seine Haftzeit. Er ist auch vernünftig genug, sich nicht dem verzweifelten Ausbruchsversuch seines Mithäftlings Bud (Lyle Talbot) anzuschließen, der tödlich endet.

Umso schockierter ist er vom Plan seiner treuen Freundin Fay (Bette Davis). Sie will sich mit dem Politiker Finn einlassen, um ihn freizubekommen. Connors ahnt, dass der zwielichtige Finn ganz andere Pläne hat. Seine Befürchtungen bestätigen sich, als er erfährt, dass Fay vor dem zudringlichen Finn aus einem Auto gesprungen ist und schwer verletzt im Krankenhaus liegt.

Connors erhält Urlaub auf Ehrenwort, um sie zu besuchen. Als auch Finn bei Fay auftaucht, kommt es zu einem heftigen Kampf. Fay erschießt Finn in Notwehr, aber Connors nimmt die Schuld auf sich, um ihr das Gefängnis zu ersparen. Die verzweifelte Fay will Connors davon abbringen, denn auf ihn wartet nun der elektrische Stuhl.

Details

Spencer Tracy, Bette Davis, Lyle Talbot, Sheila Terry, Warren Hymer, Louis Calhern, u.a.
Michael Curtiz

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Zwei mutmaßliche Mörder
    Einer der ersten frühen Gefängnisfilme von Michael-Casablanca-Curtiz. In den 30er Jahren standen Stars wie Spencer Tracy und Bette Davies im Zenit ihres Ruhmes. Sie bezeugen den klassischen, anspruchsvollen Standard Hollywoods. Hier geht es nicht nur um einen ungewöhnlichen Deal zwischen einem Häftling und dem Gefängnisdirektor (Urlaub auf Ehrenwort), sondern es wird auch die Todesstrafe und die menschliche Betroffenheit der Hinterbliebenen beleuchtet. Von so viel aufrechter Ehrenhaftigkeit ist auch der Direktor gerührt, tut aber nichts, um den Gang des Schicksals zu stoppen. Dass wäre allerdings möglich gewesen, denn wenn es zwei potentielle Mörder gibt, ist es immer einer zuviel. Doch für die Liebenden wäre das gleichgültig, wer von beiden in Sing Sing einfahren muss. Wir sind offensichtlich noch lange vor DNA, KTU oder dem Nachweis durch Fingerabdrücke. Auch sonst wirkt die Machart etwas angestaubt und selbst die ironischen Bemerkungen der Knastbrüder sind obwohl cool gemeint ziemlich antiquiert. Es ist auf alle Fälle ein Wegweiser für spätere Gefängnisfilme und für die menschliche Tragik in Bezug auf die Todesstrafe.