A Perfect Day (2015)

 E 2015
Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 30.10.2015 106 min.
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7.20
A Perfect Day (2015)

"Dieser Film ist wie eine russische Matroschka-Puppe", erläutert Regisseur Fernando León de Aranoa sein Konzept: "Es ist ein Drama in einer Komödie. In einem Road-Movie. In einem Kriegsfilm."

Nach den Wirren des Balkan-Krieges soll ein überaus ungleiches Quartett einer Hilfsorganisation (Tim Robbins, Benicio Del Toro, Olga Kurylenko, Mélanie Thierry) einen mit einer Leiche vergifteten Brunnen säubern. Doch die Aktion scheitert, weil ein Seil reißt - und einen Strick zu organisieren erweist sich als eine Mission voller Tücken um Zuständigkeiten, politische Machtspiele und sonstige Irrationalitäten, die das Team bei allen
Kontroversen mit viel Gefühl und noch mehr Humor zu bewältigen weiß.

Mit schwarzem Humor, witzigen Dialogen, geprägt von großer Menschlichkeit erzählt der Film von alten Feindbildern, nicht erwiderten Gefühlen und verbissenen Bürokraten im Alltag von Hilfsorganisationen.

Details

Benicio Del Toro, Tim Robbins, Olga Kurylenko, Mélanie Thierry, Fedja Stukan, Sergi López
Fernando León de Aranoa
Arnau Bataller
Alex Catalán
Fernando León de Aranoa, Diego Farias, Paula Farias
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Höchst vergnüglich
    Der Film ist fast eine Art Roadmovie, gefahren wird jedenfalls viel.

    Manchmal jedoch muss auch angehalten werden, wenn zum Beispiel eine tote Kuh auf dem Weg liegt und eine Entscheidung getroffen werden muss, links vorbei, rechts vorbei oder doch ..... Aber das will ich nicht verraten.

  • Das Seil, der Regen&der Krieg
    Man sollte beim Anschauen des Films nie den Titel außer Acht lassen. Denn was wir hier sehen, ist alles andere als ein perfekter Tag. Sagte schon Katya zu den Männern ‘Ich bin nur noch bei euch, um zu sehen, ob euch heute noch etwas gelingt‘. Es ist eine Dokumentation über die Arbeit der NGOs auf dem Balkan während des Krieges (1995). Die sitzen zwischen allen Stühlen. Die Typen sind äußerst passend gecastet und ihre Rollen vom guten Drehbuch ins rechte Licht gerückt. Zwei Frauen und zwei Männer arbeiten teils zusammen, teils gegen einander. B (Tim Robbins) ist der Söldner, der sonst kein Zuhause hat und niemand wartet auf ihn (‘Von Nutten einmal abgesehen‘). Das Schlimmste für ihn wäre es, wenn die Mission abgeblasen werden würde. Das ist Katyas (Olga Kurylenko) Aufgabe. Ihr obliegt das Problem Management and dessen Analyse. Interessanterweise hatte sie früher einmal ein Verhältnis mit dem Leiter vor Ort Mambru (Benicio del Torro). Er ist der Realist im Team mit Teflon im Gemüt und als Abwehrmechanismus dient ihm die ironische Distanz. Nur so kann man hier überleben. Schauspielerisch braucht er sich nicht zu verausgaben. Ruhig und eindrucksvoll durchschaut er die jeweilige Situation. Egal ob bei einer Grenzkontrolle oder den Dorfbewohnern. Seine Assistentin Sophie (Melanie Thierry) ist die Idealistin. Sie muss noch viel lernen.
    Im Grunde geht es um die Beschaffung eines Seils, weil man eine Leiche aus einem Brunnen ziehen will, um eine Epidemie zu verhindern. Daneben gibt es noch kleine interpretatorisch verwertbare Episoden wie der Besitz eines Fußballes, der Wert des Geldes oder Kriegswaisen. Alles spielt sich vor einer eindrucksvollen Kulisse von zerbombten Häusern ab. Das wird optisch nur noch gesteigert durch den Regen. Der kommt am Ende. Und dann schließt sich hier der Themenkreis mit dem Anfang: Überschwemmung wegen des Dauerregens löst das Problem mit der Leiche im Brunnen. Ironisch eben. Nicht gleich erkennbar und wenn doch nicht jedermanns Sache.