Bitter Moon

 F / GB 1992

Lunes de fiel

Thriller, Erotik 138 min.
7.10
Bitter Moon

Während einer Schiffsreise erzählt ein alternder Schriftsteller einem jungen Ehemann von seinen ehemaligen sexuellen Exzessen.

Während einer Schiffsreise nach Indien erzählt der an den Rollstuhl gefesselte amerikanische Schriftsteller Oscar (Peter Coyote) dem jungen Nigel (Hugh Grant), in dessen Ehe mit Fiona (Kristin Scott Thomas) es kriselt, von seiner einst leidenschaftlichen Beziehung mit Mimi (Emanuelle Seigner), die auch an Bord ist. Nigel ist gebannt von dieser Geschichte, die ihn oft peinlich berührt, wenn von den sexuellen Exzessen des Paares die Rede ist. Es offenbart sich ihm das genaue Gegenteil seines flauen Ehe- und Sexuallebens.

Er begegnet Mimi und fühlt sich sogleich von ihr angezogen, wodurch er zu einem bereitwilligen, aber auch angewiderten Zuhörer wird. Denn diese geschilderte Liebesbeziehung entwickelt sich bei abwechselnder Rollenverteilung zu einem Herr-und-Diener-Verhältnis der üblen Sorte.

Details

Emmanuelle Seigner, Peter Coyote, Hugh Grant,Kristin Scott Thomas
Roman Polanski
Vangelis
Tonio Delli Colli
Roman Polanski

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Erst süß dann giftig
    Das ist Polanskis konsequentester Schocker. Ein Lehrstück über die große, absolute Liebe, die in abgrundtiefen Hass umschlägt. Mimi und Oscar lieben sich bis zum Wahnsinn. Eine Obsession, die beiden kaum Luft zum Atmen lässt. Oscar (Peter Coyote) ein erfolgloser Schriftsteller löst die Verbindung allerdings, demütigt und beschimpft Mimi, ja sie prügeln sich sogar. Mimi (Emmanuelle Seigner in einer ihrer besten Rollen) erst verführerisch lasziv, dann hündisch winselnd, umklammert seine Knie. Das ist schlimm genug. Aber als aus der Kindfrau eine Rachegöttin wird, zeigt der Vergleich, dass Oscars Aktivitäten Peanuts waren, zu dem, was sie jetzt mit ihm anstellt.
    Zwischen diesen beiden laufen so fast alle Emotionsebenen ab, die man sich vorstellen kann: von Sado/Maso über prollige Domina Spielchen, Rasiermessereinsatz, Maske und Peitsche. Alles nur zu Steigerung der unersättlichen Lust – von beiden. Dann läuft sein Liebespegel gegen Null.
    Fast alles wird in der Retrospektive erzählt, denn Oscar sitzt schon bald im Rollstuhl. Mimi genießt seine Qualen. So kommt Spannung auf. Ein Ehepaar Fiona (Kristin Scott Thomas) und Nigel (Hugh Grant) bildet den Kontrast zum Liebespaar und gleichzeitig den Rahmen für deren diabolisches Spiel. Diese beiden sind herrlich ausgetrocknet und werden quasi erweckt.
    Sogar der Titel des Films wird erklärt, bevor Oscar eine finale Lösung findet. Er nutzt ein Geschenk von Mimi. Ein großartiger Film, ein echter Polanski eben. Drehbuch, Darsteller und Ambiente formt Polanski zu einer grandiosen Einheit. Und die Seigner spielt sie alle an die Wand.