Das Reich und die Herrlichkeit

 GB/F/CAN 2000

The Claim

Drama, Romanze, Western 23.11.2001 120 min.
6.50
Das Reich und die Herrlichkeit

Im Goldrausch trennt sich ein junger Mann von Frau und Kind. Er wird Bürgermeister einer Goldgräber-Stadt. Doch die Eisenbahn droht den Ort zu verdrängen.

Im Jahr 1849, zur Zeit des Goldrausches, zieht auch der junge Dillon (Peter Mullan) gemeinsam mit seiner Frau Elena (Nastassja Kinski) und der kleinen Hope westwärts.

Eines Nachts tauscht er im Alkoholrausch Frau und Tochter gegen ein Säckchen Gold. Jahre später gründet er damit die Stadt Kingdom Come. Als Bürgermeister herrscht er über dieses vergängliche Mekka der Goldgräber und unterhält ein Verhältnis mit der verführerischen Saloon-Besitzerin (Milla Jovovich).

Zwanzig Jahre vergehen. Die Zeit des großen Geldes ist vorbei und neue Städte werden gegründet. Wenn die geplante Eisenbahntrasse an Kingdom Come gelegt wird, ist dessen Zukunft ungewiss. Ein junger Bahningenieur (Wes Bentley) besucht die Stadt und soll die schwerwiegende Entscheidung treffen. In diesen schlechten Zeiten kehren Elena und die nun erwachsene Hope (Sarah Polley) zurück. Auf der Suche nach dem Mann, der sie Jahre zuvor verkauft hat.

Details

Peter Mullan, Wes Bentley, Sarah Polley, Nastassja Kinski, Milla Jovovich, u.a.
Michael Winterbottom
Frank Cottrell Boyce, nach dem Roman
Concorde

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Das Ende des Reiches
    Ein bildgewaltiges Epos aus der Pionierzeit Amerikas. Der Machtverfall des Patriarchen einer Stadt und sein familiärer Niedergang werden eindrucksvoll erzählt. Als Rahmen, der die Geschichte zusammenhält und auch für eine gewisse Spannung sorgt, dient ein schändlicher Deal, der viele Jahre zurückliegt. Dem deutschen Titel, der aus dem Vater Unser stammt, steht im Original The Claim gegenüber, also der Besitzanspruch auf ein Stück Land. Und genau das war das auslösende Übel für das Familiendrama.
    Alle Schauspieler liefern eine überzeugende Leistung ab, besonders Peter Mullen, dem der Spagat zwischen Brutalität und Zartgefühl gelingt, der um Wiedergutmachung bemüht ist, aber auch alles versucht, um seine Macht zu erhalten.

  • ...und vergib uns...
    Jawohl, kein Western im "traditionellen" Sinn, sondern ein Melodram wie es im Buche
    steht: Liebe, Zwist, menschliche Tragödien, Gefühlsschmalz, etc. Ja, wer auf sowas
    steht wird mit diesem Film erstklassig (emotionell) bedient.

    Leider ist das nicht ganz mein Ding. Die Geschichte war in der Tat ein wenig langatmig.
    Die Protagonisten agierten so, als ob's im Schnee nicht kalt wäre (kein einziger hat
    über die Kälte gejammert), die eingestreuten Bettszenen wirkten irgendwie "unnütz"
    und die handelnden Personen schienen alle irgendwie (zu) schicksalergeben. Mag
    sein, daß ich aber mit meiner Einschätzung falsch liegen. Jedenfalls, der Film stellt
    das schmalzige Gegenstück zum dümmlichen Hollywood-Actionfilm dar, ist aber in
    seiner melodramatischen Machart genauso extrem. Eine Mischung aus Bumm-Bumm-
    Film und Tränen-wein-Film wäre genial (jaja, träumen kann man ja).

    Ansonsten gabs nichts zu meckern. Schauspieler super, Musik super, Kamera gut,
    Regie auch sehr gut. Wie gesagt: wär auf tragisch gefärbtes Gefühlskino steht kann
    sich diesen Film getrost anschauen - er wird es wert sein! Westernfans sind total
    falsch in diesem Film.

    (Meine Wertung: 7,5 von 10 Punkte)

    Re: ...und vergib uns...
    Darüber hinaus zeigt dieser Film wohl ein realistisches (?) Sittenbild des "Wilden Westen" im 19. Jhdt. Auch sehr gut gelungen. Des weiteren sieht man mal wieder, daß auf Unrecht aufgebautes Vermögen eines Tages wieder verschwindet (und vielleicht sogar noch schlimmere Folgen hat... *huh!*).

  • ... Amen
    Die unwirtliche Rauheit und Einsamkeit in der tristen Landschaft des tiefverschneiten Kaliforniens formt die Pioniere im ausgehenden 19. Jahrhundert allzu hart und kantig. Ihr Traum ist das Gold, welches gefunden werden will. Man(n) muss nur noch danach graben. Eine Stadt mitten im Land, welche durch die Ziele jener Männer prächtig gedeiht. Und dann kommt die Eisenbahn (oder nicht) und zerstört die Idylle, um eine andere zu erschaffen.
    Sehr schwer fällt es den Darstellern nicht, ihre Charaktere glaubhaft wirken zu lassen. Man meint, jenes Dorf hinter den Bergen irgendwo vorfinden zu können, mit all ihren facettenreichen Einwohnern. Den herrschenden Patriachen, der schlussendlich doch noch sein Herz finden, dessen todkranke und für ihn scheinbar verlorengegangene Frau. Das Liebchen (Künstlerin und Bordellbesitzerin) der Stadt ¿ obwohl Milla Jovovich in ihrer Rolle ein wenig fehlbesetzt scheint. Der junge Eisenbahningenieur, der sich verliebt und doch seinen Auftrag nicht erfüllen kann. Mit ihm wächst und fällt die "Hoffnung".
    Die Geschichte spielt in einer Zeit, die wir uns heute nicht (mehr) vorstellen können, vielleicht wirkt sie dadurch so langatmig und fadisierend. An der Schönheit der Natur und der wirklich guten musikalischen Untermalung kann es nicht liegen. Wenn am Ende dann die bittere Erkenntnis über das Gesicht des Patriachen huscht, dann gemahnen die letzten Bilder an das Ende von "Unsere kleine Farm" (Danke für den Hinweis Hannes). Der einzige Weg auf ein besseres Leben liegt darin, auszuziehen und woanders danach zu suchen.

  • Vorsicht
    Achtung, Achtung: Auch wenn der Film selbst von sich behauptet ein Western zu sein, dann soll man nur nicht dem Irrglauben verfallen, dass man es hier mit Cowboys, Indianer und wilden Schießereien zu tun bekommt. In Wahrheit ist "The Claim" ein Melodram wie es im Buche steht, welches halt zufälligerweise zur Zeit des Wilden Westens spielt. Die Story ist ziemlich langatmig und driftet phasenweise in Langeweile ab und nicht immer ist das Gesehene allzu logisch. Peter Mullan als reicher Patriach mit Gewissensbisse ist zwar sehenswert und auch schöne Naturaufnahmen und schöne Musik sind die Pluspunkte des Films, doch werden diese nicht sehr von der eher dünnen Handlung ablenken können. Wer Filme wie "Legenden der Leidenschaft" und "In der Mitte entspringt ein Fluss" mag, der könnte auch an "The Claim" gefallen finden, aber Western-Freaks können auf diesen Film gut und gerne verzichten....6/10....Schladi