Das Versprechen - The Pledge

 USA 2001

The Pledge

Drama, Krimi 124 min.
6.90
Das Versprechen - The Pledge

Kurz vor seiner Pensionierung wird ein Polizist mit dem Mord an einem kleinen Mädchen konfrontiert. Die Suche nach dem Täter wird für ihn zur Obsession und führt ihn in den Untergang.

An seinem letzten Arbeitstag erscheint Detective Jerry Black (Jack Nicholson) einem Büro im Morddezernat von Reno/Nevada, um sich auf der "Überraschungsparty" zu seinen Ehren feiern zu lassen. Doch als in den verschneiten Bergen die Leiche eines achtjährigen Mädchens gefunden wird, erwacht wieder der Jagdgeist in dem unfreiwilligen Rentner. Er begleitet seine Kollegen zum Tatort und erklärt sich bereit, den Eltern des Opfers die schreckliche Nachricht zu überbringen.

Die erschütterte Mutter fordert, dass Jerry den Mörder stellt. Er ist überwältigt von dem tragischen Verbrechen, vom Leid der Eltern, und er kann sich ein Leben ohne seine Arbeit sowieso nicht recht vorstellen. Also schwört er bei seinem Seelenheil, den Killer dingfest zu machen.

Der Fall scheint schnell gelöst, denn sein ehrgeiziger junger Kollege bringt einen einfältigen Verdächtigen dazu, den Mord zu gestehen. Nur für Jerry ist der Fall nicht abgeschlossen. Gegen den Widerstand seiner Kollegen folgt er seiner Spürnase, denn er ist überzeugt, dass der wahre Mörder noch frei herumläuft und sein nächstes Opfer ausspäht.

Sean Penns dritte Regiearbeit nach dem düsteren Kriminalroman "Der Verdacht" von Friedrich Dürrenmatt.

Details

Jack Nicholson, Benicio Del Toro, Aaron Eckhart, Helen Mirren, Tom Noonan, Robin Wright Penn, Vanessa Redgrave, Mickey Rourke, Sam Shepard, Lois Smith, Harry Dean Stanton
Sean Penn
Klaus Badelt, Hans Zimmer
Chris Menges
Friedrich Dürrenmatt, Jerzy Kromolowski, Mary Olson

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Es geschah am helllichten Tag
    Eine überflüssige Neuverfilmung des Dürrenmatt-Stoffes, der hier aber nur ganz vage als Vorlage diente. Stattdessen hat Regisseur Sean Penn einige seiner geliebten Feinde als Bösewichte ausgeguckt: den Rassismus und den religiösen Fundamentalismus. Davon abgesehen hapert es schon mal mit der Logik, z.B. dem Auftauchen und Verschwinden der Polizei. Die ellenlange Liste der Spitzenpromis ist beeindruckend. Sie inszenieren sich selber. Jeder einzelne richtig gut in Szene gesetzt. Hier sei vor allen anderen Benicio Del Toro genannt, in einem Spitzenkurzauftritt, dessen deutsche Synchronstimme sogar das Debile an ihm gut rüberbringt.
    Vielleicht bleibt der Film, was die Auflösung angeht, ja bewusst kryptisch, weil man den Inhalt als bekannt voraussetzt. Ansonsten beginnt an Ende das große Rätselraten. Bleibt eine tolle Leistung hervorragender Schauspieler quasi als Wiedersehen mit alten Bekannten getarnt. Nicht alles ist toll, bloß weil große Namen dahinter stehen.

    Re:Es geschah am helllichten Tag
    Hierbei handelt es sich nicht um eine Neuverfilmung sondern um die Verfilmung eines original Dürrematt-Romans(, der zwar grob auf das Drehbuch von "Es geschah am helllichten Tag" basiert aber sich bewusst unterscheidet). Rassismus und religiöses Fundamentalismus werden zwar bewusst also mögliche Motive gewählt aber dann eben doch fallen gelassen. Das Ende zeigt gerade worauf sich der Film eigentlich fokusiert. Nicht der Kriminalfall steht im Mittelpunkt sondern der Mensch des Ermittlers. Leider kommt dies nicht so gut rüber wie in der Romanvorlage. Die Grundlage des Filmes ist die Kritik am eigentlichen Krimi und ohne diese Vorbildung kann der Film leider nicht vollständig seine Wirkung entfalten. Dennoch ein gutes, wenn auch nicht herausragendes Werk.

  • Brilliant
    Bei Sean Penn dachte ich eher es wird ein cooler, durchgestylter Film-Noir werden. Weit gefehlt, mit erstaunlich großem Feingefühl wird man in die Tiefen und Untiefen von Geschichte und Charakteren geführt. Der Film läßt dem Zuschauer viel Platz für eigene Gefühle und Gedanken.
    So wird Kino zum Erlebnis!

  • Was hat der Bursche für eine Bedeutung?
    Der kleine, dicke Junge entdeckte die Leiche... er wurde so Dargestellt, dass man es erwartet ihn später nocheinmal zu sehen... dann kam er wieder, auf diesem Fest auf der Strasse...ABER: Welche Bedeutung hat das Ganze? Bitte um Aufklärung, falls ich es nicht mitbekommen sollte.
    Habe ich etwas nicht verstanden, oder ist der Film nichts besonderes?
    Außer dem Soundtrack in Dolby Digital Qualität von Hans Zimmer war nichts weiter das Geld wert.
    Schöne Grüße!
    PN

  • Super - Kritik 1
    Das Versprechen


    Länge: 120 Min.

    Darsteller: JERRY BLACK ( Jack Nicholson ), LORI ( Robin Wright ), DOCTOR ( Helen Mirren ),
    ANNALISE HANSSEN ( Vanessa Redgrave ), JIM OLSTAD ( Mickey Rourke ),
    ERIC POLLACK ( Sam Shepard ), FLOYD CAGE ( Harry Dean Stanton ),
    TOBY JAY WADENAH ( Benicio del Toro ), BARFRAU am Flughafen ( Francoise Yip )

    Ähnlichkeiten mit: ¿ Das Schweigen der Lämmer ¿, ¿ Ein einfacher Plan ¿, ¿ Jenseits der Träume ¿
    ¿ Schnee der auf Zedern fällt ¿, ¿ Fargo ¿, ¿ Es geschah am hellichten Tag ¿


    JERRY ist ein kurz vor der Pensionierung stehender Polizeibeamter. Einer der besten Detectivs die in einem Kleinen Kaff in Nevada existieren. Er hat zeit seines Lebens immer versucht dem Recht Genüge zu tun, Zwielichtige Gestalten zu fangen, und Recht und Ordnung zu halten. Jetzt heute an diesem Tag, 1998, ist er 6 Std. vor der Pensionierung. Er freut sich nicht sonderlich. Er war zeit seines Lebens immer im Dienst, hatte fast nie Frei, und jetzt soll er nichts mehr machen ? Nur mehr seinem Hobby dem Fischen frönen ? Das kann doch nicht das Leben sein ? So kommt es ihm gerade recht als eine Nachricht eintrifft, in der er erfährt, das in einem Provinzkaff ein 8 Jähriges Mädchen abgeschlachtet wurde Gefunden hat sie ein Junge der gerade auf Schneemobilfahrt war, und ganz geschockt den Polizisten von seinem Fund berichtete. Dem Mädchen, GINNY, wurde die Kehle aufgeschlitzt, nachdem sie vergewaltigt wurde. JERRY will natürlich die letzte Zeit für den Fall nützen und fährt zu dem Ort des Grauens. Er kann es fast nicht packen, und muß mit Entsetzen feststellen das er der jenige ist, der den Eltern die grausige Kunde mitteilen muß. Die Eltern sind kurz vor dem Zusammenbruch, und die Mutter bittet ihn bei seinem Seelenheil zu schwören das er den Mörder faßt.
    Er versucht seine Vorgesetzten zu überreden ihm zu helfen, die ihn nach Mexico schon abfliegen sahen, aber er bricht den Urlaub im letzten Moment ab, und hat so seine Probleme da ihm niemand glaubt.
    Vor kurzem haben sie nämlich einen Indianer gefangen, einen geistig gestörten, TOBY, den der Junge gesehen hat, als er vom Tatort erschreckt weglief. Sein Pech war leider das er schon mal wegen Vergewaltigung einer 16 Jährigen im Zuchthaus saß, und nun redet man ihm beim Verhör ein, das er es war. TOBY sagt zu allem ja, und gerade als er abgeführt werden soll, schnappt er sich die Pistole eines Polizisten und erschießt sich.
    Der Fall scheint abgeschloßen, nicht aber für JERRY der der Sache nachgeht, und anfängt, die Lehrerin und die Freundinnen von GINNY zu fragen was da los ist. Nach einigen Ermittlungen kommt er drauf, das da mehr im Busch ist, da er eine Zeichnung GINNY´s entdeckt, in der sie und ein großer Schwarzer Mann, mit einem Schwarzen Auto abgebildet ist. Eine Psychotherapeutin soll ihm dabei helfen, die Zeichnung zu deuten.
    Keiner glaubt ihm, das TOBY nicht der Mörder war, und so fährt er alleine durch halb Nevada und kommt drauf, das es in den letzten 8 Jahren 3 Mädchen, 7 ¿ 10 Jahre gab, die blond waren, und so wie GINNY ein rotes Kleidungsstück hatten. Nicht mal danach glaubt man ihm im Revier und schickt ihn wieder von dannen, der Fall scheint abgeschloßen. JERRY macht sich auf, auf der Spur der Mädchen, die zuvor getötet wurden, und hofft das er eine Spur aufnehmen kann.
    Sean Penns 3. Regie ist eigentlich mehr eine Charakterstudie, als eine Mainstream verseuchte Millieustudie, und geizt auch nicht mit Harten Bildern, teilt aber dem Zuseher mit, wie schwer das Leben sein kann.
    Die dichte Atmosphäre, und die Genauigkeit der Vorlage von Friedrich von Dürrenmatt, machen diesen Film zu einem einmaligen Erlebnis. Er ist ruhig, düster, traurig, und alle Zeiten hört man ein paar Mädchen weinen, Junggesellen trösten sie, und kein einziger raschelt mit

    Re: Super - Kritik 1
    . Er ist ruhig, düster, traurig, und alle Zeiten hört man ein paar Mädchen weinen, Junggesellen trösten sie, und kein einziger raschelt mit Popcornsäckchen herum. Der Film hat sehr viele Schattenspiele und Großaufnahmen, die sehr eindringlich sind. Die Story teilweise ist irre lebensecht, und man braucht bei diesem Film einfach nur eines, ein Mädchen das man trösten kann, während man selber den halben Film durchheult, weil die Welt gar so beschissen brutal ist. Der Film ist ein multiples Remake, das 3 x bisher verfilmt wurde. Der Cop ist hier, Jerry, und er ist kein Held wie in anderen Produktionen, sondern eine Gestalt voller Widersprüche und Brüche in seinem Charakter. Der Film ist auch ein großes Fest für seine Darsteller, die sehr gut gesät sind, und in kleinen Rollen hervorragend brillieren. Ein fantastisches atemberaubendes Essemble machen die Präsenz der Darsteller zu einem Cineastischen Genußfras das von Präzesion nur so strotzt. Sehr ruhig ist alles gedreht, und trotzdem spannend. Anfangs sieht man bereits Jack Nicholson, kurz danach sieht man ihn auch, und weiter kurz danach, ist er noch immer da, und so gewöhnt man sich an seinen Anblick, und möchte ihn gar nicht missen, und es baut sich eine Verbundenheit auf, zwischen meiner Lindt Schokolade im Magen und seinem Knautschgesicht. Der Film ist vielleicht etwas langweilig, aber am Ende betrachtet kann man nur sagen, das jede Szene eine gewisse Aussage hat, die wichtig ist für den späteren Verlauf des Filmes.
    Für mich einer der besten Filme die ich dieses Jahr gesehen habe, und wahrscheinlich noch sehen werde.


    Gehaltspannungsvolle


    85,01 von 100

  • nicht hingehen!
    ich hab mir den film mit der schule für deutsch angeschaut (weil die vorlage von dürrenmatt is) und bin wirklich mehr als enttäuscht. Der Film war einfach übertrieben und unnötig brutal!!!! Sowohl die Leichen, die man wirklich mehr als genug detailgenau sieht, als auch zB die selbstmordszehne von benicio del toro, wo blut aus seinem kopf am boden landet, als ob sich dort 5 leute erschossen hätten!!! Das zeigt wieder das auch literaturverfilmungen in hollywood nicht ohne eine geeignete menge Splatter-Anteile entstehen können.

    Re: nicht hingehen!
    Entschuldige. Wenn Du Dir sowas nicht anschauen möchtest, was dein gutes Recht ist, dann geh einfach nicht hin! Es gibt genau 1 (!!!) explizite Darstellung von Gewalt, das ist wie du erwähnt hast Benicio Del Toro's Selbstmord. Abgesehen davon von echter Gewaltdarstellung keine Spur. Im Gegenteil, der Film lebt zu einem großen Teil davon, daß er vieles nicht zeigt, was er zeigen könnte. Der Film ist im Vergleich zu den meisten anderen aktuellen Filmen recht harmlos. Entweder siehst du so gut wie keine Filme an und kannst daher nicht vergleichen, oder bist einfach extrem überempfindlich. Das gibt dir aber noch lange nicht das Recht diesen Geniestreich von Film zu verunglimpfen. Bleib halt bei Am Dam Des.

  • Spitzen Produkt
    Sean Penns neuer Film hat mich mehr als überzeugt. Eine unglaublich subtile und genaue Arbeit und Jack Nicholsons - das muss ich einfach schreiben, weil es hier wirklich stimmt - Darstellung des pensionierten Nevada Cops Jerry Black ist unheimlich stark und vibrierend. Blacks Cop-Dasein könnte zu Ende sein und sein Leben endlich beginnen, wenn es da nicht den grausamen Mord an einem kleinen Mädchen und ein äußerst bedeutsames Versprechen an die Mutter dieses toten Kindes gäbe. So ... jetzt könnte man behaupten dass ganze wäre ein ziemlich gewöhnlich gestricketer Thriller mit ein paar wenigen Schockmomenten und ein paar interessanten Schauspielern. Falsch! Nur für jene die nicht mehr sehen wollen oder können. Viel mehr ist DAS VERSPRECHEN ein Film über einen Menschen, der einfach gehetzt von seinen Idealen, Erinnerungen und Visionen (?) die falschen Entscheidungen für sein Leben trifft. Sean Penn hat damit einen stillen aber unheimlich vielschichtigen Film geschaffen. Aber Vorsicht ... denn für viele könnte der Film einfach zu gut geraten sein.

    Re: Spitzen Produkt
    Ich schließe mich deinem Urteil an! Abgesehen von der einen oder andere Schwäche im Plot (die Unschuld del Toro's Charakter hätte man einfachst durch genetischen Fingerabdruck beweisen können) überzeugt der Film besonders durch die packende Stimmung, und natürlich durch Jack's unglaubliche Darstellung. Man muss ihn einfach lieben!

    Re: Re: Spitzen Produkt
    JUNGE! Zu dem Zeitpunkt, als die Vorlage geschrieben wurde, gab es noch keinen genetischen Fingerabdruck!

  • Das große Warten
    Ich würde nicht sagen, daß dieser Film fad ist. Er hat eine eigenartig dichte Atmosphäre, die jedoch mehr von detailverliebten Bildern und dem hervorragenden Soundtrack als von einem wirklich packenden Plot erzeugt wird.
    Sean Penn geht mit diesem Film meiner Meinung nach absichtlich auf Konfrontationskurs mit der breiten Zusehermasse. Er läßt die Erwartungen des Publikums in der Luft baumeln. Für ordinäre Zutaten der Hollywood-Kinos wie Action, Voyeurismus, Rachegelüste und den obligatorischen Showdown ist in "The Pledge" kein Platz. Sean Penn gestattet den Zusehern keine Einblicke in die perverse und abgründige Seele eines Kinderschänders/mörders. Er bleibt gesichtslos und ungreifbar. Auch den Protagonisten drängt er in eine passive, ertragende Rolle und nimmt ihm die Möglichkeit auf die gängige Primaten-Tour, wie in Hollywood üblich, blutige Rache an dem Tod des Mädchens zu nehmen.
    Penn läßt das Schicksal seinen Lauf nehmen und zeigt in atmosphärischen, manchmal fast esoterischen Bildern einen wartenden Jack Nicholson. Und das Publikum wartet mit ihm.
    ...auf den Big Bang, den fetten Showdown, den Schuß zwischen die Augen...der nicht passiert.
    Für die meisten Zuseher wie Sex ohne Orgasmus. Ich fand's erfrischend.

    Schade war nur die müde Performance von Jack Nicholson, der mit dieser Rolle meiner Meinung nach schlicht überfordert war, weil sie seiner neuritisch-cholerischen Natur ganz einfach nicht entspricht. Sensibel und passiv steht ihm nicht. Ich kann also den ganzen Jubel und Trubel um seine Person gerade bei diesem Film nicht wirklich nachvollziehen. Keitel wäre besser gewesen, hätte aber wahrscheinlich niemanden in die Kinos gelockt.

    Fazit: 6 Sterne nach IMDB für tolle Machart und Atmosphäre, einen schwachen Jack Nicholson und einen dürftigen Plot.

  • Der Film ist großartig!
    Also ihr Sneak-Besucher seids schon ein seltsames Volk: Zahlt für eine Eitrittskarte satte 100.- ohne zu wissen, was ihr dafür bekommt. Setzt man euch anspruchslose Unterhaltung wie "Joy Ride" vor, mault ihr, dass es so niveaulos wäre. Zeigt man einen wirklich großartigen Film wie "Das Versprechen", ist euch gleich fad. Ihr schimpft aufs Apollo Kino und auf den fürs Programm Verantwortlichen und liefert doch jede Woche wieder euer Taschengeld ab...

  • Zog sich wie ein Strudelteig...
    Mein Kommentar zu dem Film kommt etwas verspätet, weil meine Litanei, die ich gleich im Anschluß an die Sneak letzte Woche geschrieben habe, irrtümlich gelöscht wurde. RAT AN ALLE POSTER; WENN IHR EINEN FEHLER IN EUREM KOMMENTAR SEHT, DRÜCKT JA NICHT AUF DIE TASTE "KORRIGIEREN"!!! Denn anstelle wieder in den Text hineinzukommen, ist plötzlich alles unwiederbringlich futsch, und selbst die Rücktaste kann nicht mehr helfen. Also nehme ich heute den zweiten Anlauf, eine Kritik zu "The Pledge" zu schreiben. ES WAR UNSÄGLICH LANGATMIG!!! Ganz auf Jennifer Lopez´"Angel Eyes" eingestellt, war ich ja schon ziemlich angefressen, als Jack Nicholson in der Anfangsszene formatfüllend auf der Leinwand herumtorkelt. Kaum las ich "nach einem Roman von Dürrenmatt" war ungefähr abschätzbar, was für ein spannendes, temporeiches Werk da auf uns zukommen würde und ich richtete mich schon gemütlich auf einen ausgedehnten "Sneak-Nap" ein, dem ich seit "Sweet November" nicht mehr gefrönt habe... Nach einer halben Stunde hat man ja noch Hoffnung, daß etwas daraus wird. Meine Nachbarin raunt mir zu, daß das ein Remake von einem alten deutschen Film "Es geschah am helllichten Tag" ist, was mich zwar kurzfristig erregt, aber eben nur sehr kurzfristig, weil sich auf der Leinwand absolut nichts tut. Ein typisches Beispiel für einen Film, der in Schönheit stirbt. Es ist alles wunderschön gefilmt, aber will man das eigentlich sehen? Ich glaube nicht. Der Schluß hat mir ganz gut gefallen, weil er außergewöhnlich war und ich schon befürchtet hatte, daß man sich in Hollywood schon die Köpfe zerbrochen hatte, wie man da noch einen Twist einbauen könnte. Jack Nicholson - dessen Fan ich nicht war - war zugegebenermaßen gut, aber auch er kann den Film nicht retten. Ganz lieb fand ich auch den Kommentar eines Posters, der anmerkt, daß "Mickey Rourke selbst im hohen Alter noch schauspielen kann" oder so ähnlich. Traue keinem über 30, oder? Rourke ist vielleicht 50 Jahre alt - wo ist da bitte das hohe Alter?

    Re: Zog sich wie ein Strudelteig...
    Anspruchsvolle Literatur und ansprechende Regie und Schauspiel scheinen dich wohl kaum zu erreichen da dich die Aussicht auf eine Dürrenmatt Verfilmung schon beim Vorspann gelangweilt hat?! Anscheinend nicht, so wie deinen Kommentar interpretiere! Und wenn du dich allen ernstes dann noch ärgerst nicht zur Freude des sabbernden männlichen Anteils des Apollo Kinos Jennifer Lopez' Angel Eyes vorgesetzt bekommen zu haben anstelle von "The Pledge", dann ist eh alles klar! Meine Güte!
    Ach ja noch was zu einem früheren Kommentar. Das Apollo ist nicht das Zentrum der Welt! Wie wäre es zur Abwechslung mit zB: dem Burg Kino! Das hat wenigstens Klasse und ein anspruchsvolles Programm in OV. Allerdings werden sich für dich Filme wie dieser auch nicht vermeiden lassen. Denn im Burg bekommt man fast ausschließlich nur Qualität zu sehen....genau wie "The Pledge"

    Re: Re: Zog sich wie ein Strudelteig...
    Sehr geehrter Taekyon,
    es muß zugegeben herrlich sein, so wie Du über den Dingen zu stehen und so haarscharf Deine Rückschlüsschen zu ziehen, wen anspruchsvolle Literatur und ansprechende Regie und Schauspiel erreichen und wen nicht. Offensichtlich scheinst Du zu den Auserwählten der ersten Gruppe zu gehören, was mich fast blaß vor Neid werden läßt. Ich bin Dir auch sehr dankbar über den lehrreichen Hinweis, daß das Apollo nicht das Zentrum der Welt ist - die Antwort auf diese Frage hat mich schon seit langem gequält.. Herzlichen Dank auch für Deinen zweckdienlichen Hinweis, daß es im Burg Kino anspruchsvolle Filme spielt. Als Journalistin hat man natürlich nur einen ganz marginalen Einblick in das Kulturgeschehen der Stadt und da ist man für jeden Tipp unendlich dankbar!

    Da Du Dir offensichtlich zuviele Filme in der OV im Burgkino anschaust - das ich nur sporadisch frequentiere, weil erstens der Sound teilweise sehr zu wünschen läßt und man aufgrund der sehr kreativ eingestellten Klimaanlage/Heizung entweder friert oder schwitzt - wird der Anschein erweckt, daß Du die deutsche Sprache ein bißchen stiefmütterlich behandelst. Du unterstellst mir x-mal, daß ich etwas langweilig gefunden habe. Was ich sagte, war "langatmig", als Gegenpol zu kurzweilig und temporeich. Selbst Du als selbsternannter Qualitätsexperte mußt zugeben, daß sich Dürrenmatts Werke (falls Du sie je gelesen hast) - nicht unbedingt durch unerträgliche Spannung auszeichnen. Das mag manchen Leuten gefallen, anderen nicht - eine vollkommen legitime Angelegenheit. "Es geschah am hellichten Tag", die erste Verfilmung des Stoffs, barg viel tiefgründige und unterschwellige Spannung in sich - etwas, was ich bei "The Pledge" vollkommen vermisste. Schön, wenn jemand, diese Meinung teilt. Schade, wenn jemand anderer Meinung ist. Aber es zeugt von fundamentalem Manko an Toleranz, die eigene Meinung dermaßen totalitär in den Mittelpunkt zu stellen und keine andere Meinung daneben zu akzeptieren. Schlimmer noch, Du positioniertst Deine Meinung und die anderer ausschließlich nach Deinem eigenen Qualitätsmaßstab und nimmst Dir die Freiheit heraus, aufgrund dieser Erkenntnis Leute in verschiedene Schubladen zu stecken.

    Ganz lieb auch der Hinweis auf das "sabbernde, männliche Publikum" bei einem Jennifer Lopez-Film. Schon alleine diese Wortwahl outet Dich als sexistisches, generalisierendes Individuum, das offensichtlich keine Gelegenheit ausläßt, um Deiner Umwelt zu demonstrieren, daß Du ausschließlich in Schwarz-Weiß/Gut-Böse denkst. Um mich nochmals zu wiederholen: ein bißchen mehr an Toleranz und ein bißchen weniger an Arroganz täte Dir gut!

    Re: Re: Re: Zog sich wie ein Strudelteig...
    Warum zerpflückst du denn den armen Jungen da so auf der Film.at - Seite .... also: ich finde Dürrenmatt gut und Zehnfingersystem - Schreiben sollte eigentlich selbstverständlich sein (so man sie alle hat, natürlich), kann meine dreizehnjährige Tochter schon ... irgendwie spannend so ein Pseudonym durchs Internet zu verfolgen ... was heißt denn bitte Namikwa und was journalisierst du denn so und was führt dich auf die Behinderten-Pinwand? Fragen über Fragen und nur eine Antwort: ?

  • Ein Versprechen soll man brechen!
    Tja, was soll ich sagen? Das der Film gut war? Dann müsste ich lügen. Gleich nach der Aufblende aus der Dunkelheit, eine Großaufnahme von Jack Nicholson, der sein Leben mit einer Flasche Fusel hinunterzuspülen versucht, habe ich geahnt, dass es sich um "The Pledge" handelt. Ich hatte recht. Leider. Die dürftig, dünne Handlung war kaum vorhanden und dümpelte dahin wie ein kleiner Fluss vor dem Austrocknen. Ein alter Polizist, der einer psychisch zerstörten Mutter ein Versprechen gibt, den Mörder seiner Tochter zu fassen und an diesem Versprechen zerbricht, kann trotz oder gerade wegen der darstellerischen Präsenz eines Jack Nicholson nicht überzeugen. Manchmal lässt Jack seinem Charakter freien Lauf, doch meist kommt er mir vor wie ein Vogel in einem kleinen Käfig, der angehalten wird, still zu sein. Schade eigentlich.
    Über mangelnde Schauspielerqualitäten darf man sich eigentlich nicht beklagen, obwohl nur des Regisseurs Frau Robin Wright Penn länger als 10 Minuten im Film zu sehen ist (großes Kompliment an die Make-Up-Spezialisten, Robin hat in keinem mir bekanntem Film je so hässlich ausgesehen). Helen Mirren, Benicio Del Torro, Vanessa Redgrave und Harry Dean Stanton kommen dabei einfach zu kurz.
    Zu guter Letzt ein Kuriosum am Rande: Mickey Rourke darf wieder spielen. Sein Kurzauftritt (als geistig angeschlagener, weinender alter Mann) erinnert er ein kleines Bisschen an Marlon Brando in "Apokalypse Now". Rourke, ein Sexsymbol (?) in den 90ern, mit "9 1/2 Wochen" ein Star und nur wenige Jahre später wieder ein vergessener Niemand, zeigt, dass er auch noch im hohen Alter spielen kann. Wahrscheinlich ein verzweifelter Ruf nach ihm verehrenden Fans.

    Ich kann nicht behaupten, dass es Sean Penns alleiniger Fehler war, dass dieser Film nicht hält, was er verspricht. Wahrscheinlich ist Dürrenmatts Roman nicht einfach zu verstehen, oder gar auch so langweilig zäh. Zum Glück habe ich die Vorlage nicht gelesen.

    Re: Ein Versprechen soll man brechen!
    Vielleicht verstündest du den Film, hättest du die Vorlage gelesen. Ist nicht wirklich schwierig, probier´s!

    Habe d´ehre

    Re: Ein Versprechen soll man brechen!
    Du hast ja so recht. der Film war so langweilig wie wenn man Gras beim wachsen zuschaschaut. Du scheinst dich ja echt auszukennen. Bist du Kritiker oder Regisseur oder so was. Vielleicht könnten wir ja mal gemeinsam in eine Sneak gehen.

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