Der Ghostwriter

 D/F/GB 2009

The Ghost Writer

Thriller 19.02.2010 ab 16 128 min.
7.20
Der Ghostwriter

In Roman Polanskis Thriller macht ein Ghostwriter Entdeckungen, die einen britischen Ex-Premier (Ähnlichkeiten mit Tony Blair sind natürlich rein zufällig) in ein ganz neues Licht rücken und gerät dadurch in Lebensgefahr.

Der britische Ghostwriter (Ewan McGregor) soll die Memoiren des früheren Premierministers Adam Lang (Pierce Brosnan) fertig stellen - die Chance seines Lebens, meint sein Agent. Der Verlag hat Lang eine hohe Millionengage für das Buch zugesagt und die Zeit drängt - für seinen "Ghost" verspricht das einen Karrieresprung und ein fürstliches Honorar. Doch von Anfang an steht das Projekt unter einem unguten Stern, nicht zuletzt weil der erste Autor, Langs langjähriger Berater, gerade bei einem tragischen Unfall starb. Der neue Ghostwriter wirft seine Bedenken schnell über Bord und reist auf die Atlantikinsel Martha's Vineyard, wohin sich der Ex-Premierminister mit seiner Frau Ruth (Olivia Williams) und einem kleinen Stab um seine attraktive Assistentin Amelia Bly (Kim Cattralbpzurückgezogen hat. Doch die Ruhe der Insel ist trügerisch: Langs Ferienhaus gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Welches Geheimnis birgt das Buchmanuskript, das im Safe liegt und nicht das Haus verlassen darf? Schon ruft Langs Vergangenheit die Presse und aufgebrachte Demonstranten auf den Plan, die das Anwesen belagern.

Inmitten des Tumults macht der Ghostwriter eine Entdeckung, die den smarten Ex-Premier in ein ganz neues Licht rückt. Er stößt auf eine breit angelegte Verschwörung und befindet sich plötzlich in höchster Lebensgefahr.

KRITIK

Wenn dieser Ghostwriter nicht höllisch aufpasst, kann er selber zum Geist werden, so wie bereits sein Vorgänger im Bemühen, das Leben des britischen Ex-Premiers zwischen zwei Buchdeckel zu bringen.

Roman Polanskis erster zeitgenössische Krimi nach mehr als zwanzig Jahren
(und sein erster Film seit "Chinatown", der auf amerikanischem Boden spielt), ist ein im schönsten Sinne altmodischer Paranoia-Thriller, der trotzdem auf dem neusten Stand der Technik bleibt. Gerade die toten Dinge tragen hier alles zur Lösung des tödlichen Geheimnisses bei: sei es die seelenlose Stimme eines Autonavis, die dem neuen Ghostwriter verrät, wohin sein ertrunkener Berufskollege zuletzt gefahren ist, oder das Buchtyposkript selbst, das wirklich in letzter Minute noch eine - obzwar nicht gänzlich unerwartete - brisante Eröffnung bereit hält.

Dabei kommt Polanski ohne Zugeständnisse ans gängige Actionkino aus (höchstens eine kurze Autoverfolgungsjagd ist mal zwischendurch erlaubt), sondern erzeugt auf hinterhältig langsame Weise ein Gefühl von wachsender Bedrohung.

Als Vorlage diente der Roman "The Ghost" des britischen Bestsellerautors und Journalisten Robert Harris. Obwohl seine Figur des Ex-Premiers unschwer erkennbare Züge von Tony Blair trägt, betont Harris, dass ihn ganz allgemein das Phänomen eines Staatschefs, der seine Macht verliert, interessierte. Im Film erscheint die Figur des Politikers dann aber dennoch durch etliche Blair-typische Details und aktuelle Zeitbezüge weiterhin kräftig angereichert.

Polanskis Reputation brachte es sogar fertig, den 93jährigen Eli Walach für einen wirklich kurzen Auftritt nach Europa zu locken, denn aus naheliegenden Gründen wurde nicht in Amerika gedreht, sondern Sylt und Sets im Studio Babelsberg mussten die Atlantikinsel Martha's Vineyard ersetzen.

Noch ehe Polanski durch private Schwierigkeiten für Schlagzeilen gesorgt hat, ließ er seinen Politiker im US-Exil beinahe unter Hausarrest stellen, weil eine Rückkehr nach Europa unangenehme Konsequenzen für den ins Kreuzfeuer von Menschenrechtsorganisationen geratenen Ex-Premier nach sich ziehen konnte.
In einer tragikomischen Umkehrung musste der Regisseur den Film dann in der Schweizer Haft fertig schneiden.

Hoffentlich ist Polanski in Zukunft nicht nur noch im amerikanischen Gefängnis-TV tätig.

franco schedl

Details

Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams, Kim Cattrall, James Belushi, Tom Wilkinson, Eli Wallach, u.a.
Roman Polanski
Alexandre Desplat
Pawel Edelman
Roman Polanski, Robert Harris, nach dem gleichnamigen Roman von Robert Harris
Filmladen
ab 16

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Tod des Vorgängers
    Roman Polanski hat einen gepflegten Polit-Krimi gemacht, der ganz ohne spektakuläre Stunts oder aufreibende Verfolgungsjagden auskommt. Die beiden Protagonisten belauern sich gegenseitig. Besonders das persönliche Umfeld des früheren britischen Premiers Lang (Pierce Brosnan hier wohlwollend distanziert) findet große Beachtung. Bei seinen Recherchen stößt sein mutiger, pfiffiger und aufrechter ‘Redenschreiber‘ Ewan McGregor auf Ungereimtheiten in dessen Vergangenheit. Da gibt es viel Gesprächsstoff. Die Dialoge sind scharfzüngig und vertreiben einen Teil der Langeweile (z.B. ‘Sind sie krank?‘ – ‘Nein, ich altere nur.‘ oder ‘Wer einen Stammbaum sucht, soll ins Gartencenter gehen.‘)
    Auch Polanskis persönliche Problematik mit der ‘Auslieferung‘ wird marginal gestreift. Ebenso offensichtlich sind die zeitgeschichtlichen Bezüge zu Tony Blair (Transparente: ‘Blair – Liar‘). Doch das geniale Highlight ist der Schluss. Allein deswegen lohnt es sich, den Film anzuschauen. Damit meine ich nicht das Attentat, sondern wie McGregor die Lösung des Puzzles findet. Was man sieht, was nicht, wie man der Kamerafahrt bei der Weitergabe der Info folgt und dann: Din à 4 Blätter flattern durchs Bild, ein Auto beschleunigt auf Bildhöhe, ein Bobby folgt ihm, ein leiser ‘Bang‘…Aus! Jeder weiß Bescheid, keiner hat was gesehen. Große Klasse dieser Schluss.

  • guter film
    endlich mal wieder ein geistvoller thriller der ohne viel action auskommt. braucht der film auch nicht denn die spannung ergibt sich aus der handlung. suspense auf die alte art wo man ein bissl das hirn einschalten muss, um mitzukommen . kann man nur empfehlen.

  • Einige Längen 3
    Im Haus kommt er auf einige Geheimnisse drauf die ihn im Film ziemlich verwirren, und da , da die Vereinigten Staaten von Amerika den Internationalen Strafgerichtshof nicht anerkennen gibt es für ADAM auch keine Auslieferung wegen den Foltervorwürfen.

    EWAN kommt drauf dass MIKE ermordet wurde, es gibt aber Zeugen die Frage ist noch, wie lange sie Leben, und eines schönen Regentages kann ihm ein alter Mann helfen der einsam auf der Insel wohnt. Was wirklich eigenartig ist, RUTH kümmert sich sehr um EWAN.

    Was ich noch so zu sagen habe über den Film?:

    Wer sich was Spannendes mit Action erwartet, Sorry, der ist hier falsch wer sich einen guten anspruchsvollen sehr ruhigen nachdenklichen Film erwartet, Hereinspaziert. Meiner Meinung nach hat der Film einen großen Unterhaltungswert leider nicht erreicht, dafür ist er anspruchsvoll und spannend. Auch was anderes Mal. Macht und Machtverlust, ja dass sieht man im Film zu Haufe, wenn man genau aufpasst, der Große Bruder ist watching you und ein neuer Verschwörungsfilm ist geboren.

    Die Nebenfiguren im Film sind interessant, der Soundtrack ist nicht wichtig, und abgesehen von einigen Unzulänglichkeiten und Logischen Dingen ist der Film sehr genau. Oft sieht man nicht was hinter den Spiegeln so abgeht, oft hört man was vom Staat, und oft kommt mir vor, als ob die Sicherheit im Film irgendwie eben Film ist, und die Politiker von denen man hört im Film blöder sind als in Wirklichkeit.

    Wenn man dem Drehbuch jetzt Schwächen vorwirft ja meine Güte, dafür hat der Film Top Schauspieler in den Nebenrollen die gut wirken. Was mir gefehlt hat, dass Alkoholproblem von Ewan McGregor im Film kommt schwer rüber, James Belushi als Verlagschef wirkt nicht so glaubhaft, am Anfang ist der Film schwer zu durchschauen, man hat keinen Spannungsbogen im Film einfließen lassen und ab der Hälfte dreht sich die Schraube der Spannung enger, und ja 250.000 US $ für 4 Wochen sind doch super für so ne Arbeit oder? Aber in dem Film hat keiner Hunger oder Durst, außer Wein und Alkohol, jeder wirkt irgendwie komisch, RUTH wirkt böse, sagt aber keiner was gegen sie oder traut sich, keiner hat Eltern, niemand vermisst den anderen, keiner dürfte ein Leben haben außerhalb der Arbeit und niemand muss aufs Klo.

    So gesehen fehlt dem Film ein bisschen die Seele, macht aber nichts, meine Freundin krallt sich kurz in meine Hand, ich schreie auf und spucke mein Lachs Sushi auf den Glatzkopf vor mir der sich versehentlich als 2 Meter Preisboxer mit Hooligan Herkunft entpuppt und ein fast ausgeschlagener Zahn später ist der Film aus, ich flüchte aus dem Kino und brauche demnächst wohl auch meinen Ghostwriter.

    88,11 von 100

  • Gute Story 2
    Übrigens in einer Gastrolle, Eli Wallach, Baujahr 1915, uff was, 159 Filme hinter sich. Also hier ist ein Pierce Brosnan im Film der wirklich gut ist, dem man wirklich nicht viel ansieht, der wirklich fürchterlich aussieht und der verdammt gut spielt meiner Meinung nach für diese minimalistische Rolle, wenn auch nicht perfekt aber sehr glaubhaft und er hat eine Rolle als Adam Lang wo ich bis ans Ende vom Film keine Auflösung wusste, und wirklich sehr überrascht wurde von den kleinen Wendungen, einfach super.

    Ewan hat ja den Ghostwriter gespielt der sich im Film als Ghost vorstellt, wieso weiß ich nicht und der ist irgendwie meiner Meinung nach immer gleich vom Gesichtsausdruck, ja wie Obi Wan Kenobi halt, aber er ist ja noch ein junger Bursche und muss noch viel lernen. Schade dass er so wenig düster dargestellt wurde, ich hätte mir seine Rolle viel besser gewünscht.

    So jetzt zu Kim. Amelia Bly spielt sie, die 1956 geborene Darstellerin. War das damals eine fesche Darstellerin in „Police Academy“ aus 1984, und jetzt wirkt sie wie 60, aber sie ist eine sehr gute glaubhafte Darstellerin und dieses Mal ohne Geilheit wie in „Sex and the City“ dessen 2. Teil heuer ins Kino kommt.

    Dann wieder geht´s zu Tom Wilkinson, der hat ja mal in einer Komödie nen Schwulen gespielt und ich muss sagen der unhübsche Kerl passt hervorragend in diese Rolle, einfach super, mehr von dem, ja ich möchte über ihn wenig sagen aber er ist der den ich mir in der Rolle die er hat wirklich wünsche.

    Was hat der Film gewonnen?:
    Internationale Filmfestspiele von Berlin 2010
    • Silberner Bär: Beste Regie (Roman Polański)
    • Nominierung für den Goldenen Bären

    Ich versuche Mal eine Handlung zu schreiben:

    Also da ist so ein Ghostwriter, den Namen habe ich vergessen er nennt sich den Geist, und der hat für den britischen Premierminister ADAM LANG die Memoiren geschrieben. Oder wollte. Denn er wurde tot an Land gespült, war auf der Fähre unterwegs und ist nun eben tot. Ach ja, ich Glaube MIKE hieß er. So jetzt kommt eben der Geist ins Spiel, keine Ahnung wie Ewan McGregor im Film jetzt hieß, eh egal, und der hat jetzt die Aufgabe bekommen über ADAM eben ein Buch zu schreiben oder besser, dass Buch dass da ist, die Memoiren zu verbessern denn die Original Zetteln sind ihm in London gestohlen worden.

    Er fliegt ja nach Amerika. Tja, wie es halt schon in der Realität so war, Adam Lang ist wegen seiner Rolle im Irakkrieg unter Druck geraten und wurde von dem früheren britischen Außenminister und UN-Beauftragten Richard Rycart angeklagt, Terrorverdächtige entführt und gefoltert zu haben, und hat sich auf die Insel Martha’s Vineyard zurückgezogen.

    Also im Haus angekommen ist EWAN auf RUTH gestoßen die Frau von ADAM die ihn eigentlich nicht mehr liebt, und trifft auch auf AMELIA BLY die 1. Schreiberin oder so für dass Manuskript. Und nun müssen sie ja bereden die 2, was wie ins Buch kommt und verbesserungswürdig ist. ADAM ist übrigens sehr unbeliebt oft und als es raus kommt mit der Folter, ja RICHARD RYCART eben, der Gegenspieler wie er scheint, der steckt hinter vielem, der war Außenminister unter Pierce Brosnan.

  • Wirklich gefährlich 1
    Was kann bei einem 127 Minuten Film schon schief gehen wo ein TOM Wilkinson spielt, eine Kim Cattrall, ein Ewan McGregor, ein Pierce Brosnan, ein James Belushi, ein Timothy Hutton, ja und der Regisseur ist Roman Polanski. Aber nicht der Kohlenhändler um meiner Ecke sondern der Regisseur der ja früher ein Mädchen vergewaltigt hat.

    Was kann man über den Regisseur sagen der 1933 geboren ist und der mit „Tanz der Vampire“ im Jahr 1967 Weltruhm erlangte? Nun, Polanski legt sehr großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit Filmmusik-Komponisten. In den 1950er und 1960er Jahren entstand daraus eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Komponisten Krzysztof Komeda und seit den 1990er Jahren mit Wojciech Kilar.

    Jetzt mit dem Film eben bekam er zum vierten Mal eine Einladung in den Wettbewerb der 60. Filmfestspiele von Berlin und gewann den Regiepreis. 1946 hat er ja in einem Hörspiel mitgespielt, und dann war er in der Filmhochschule im Polnischen Lodz. Die Stadt wo Theo hinfährt.

    Tja, 2007 hat er ja der ROMAN mit Robert Harris geredet, der Hannibal Schreiberling, und wollte ja seinen Film „Pompeji“ verfilmen. Leider war es dann nicht möglich, denn es wäre der teuerste Europäische Film aller Zeiten gewesen. Dann erst hat er sich dem Skript gekümmert dass Harris geschrieben hat, Also dass Neueste eigentlich. Und sie begannen ein Drehbuch zu schreiben. Anfangs war ja Nicolas Cage vorgesehen, der schließlich durch Ewan McGregor ersetzt wurde.

    Drehzeit war 5 Monate im Jahr 2009, in den Babelsberger Studios in Potsdam, und in Berlin, auf der Ostsee Insel Usedom haben die da die Gebäude gedreht wie im Film, auf Sylt natürlich auch, dass war übrigens die Kulisse zur US Insel Vineyard im Film.

    Dann nach den Dreharbeiten, 26.09.2009 wurde ihm die Einreise in die Schweiz verweigert, am Flughafen Zürich, wegen dem Haftbefehl von 2005. Ab 4.12.2009 wurde die Haft ersetzt, durch elektronisch überwachten Hausarrest.

    Also Hausarbeit, DVD nach DVD angucken vom Film und ausbessern, ja geht auch so. Und 40 Millionen US $ später war der Film fertig. Der Name von Ewan McGregor war im Film anders. Ach ja, Harris war damals mit dem ehemaligen Premierminister Tony Blair um 1997 befreundet. Ja man kann sagen, dass ganze ist ja richtig lebensecht, Harris rechnet mit Tony ab. Übrigens 2005 ist Außenminister Robin Cook einfach so verstorben.

    Ist dass nicht ein Zufall? Natürlich ist es arg Pierce einzusetzen schon ein arger Film Also ich wundere mich schon wieso sich dass der Roman traut. Eigentlich müsste man ja nach dem Film irre Angst haben vom CIA, der steckt leider überall, und meiner Meinung nach einer der besten Filme über den CIA obwohl es ja eine eigenständige erfundene Story ist die sehr gut wahr sein könnte.