Der menschliche Faktor

 GB 1979

The Human Factor

Thriller 115 min.
6.10
Der menschliche Faktor

Ein Doppelagent gerät in die Intrigenmaschinerie der ost-westlichen Geheimdienste.

Maurice Castle (Nicol Williamson), ein Beamter der britischen Spionageabwehr, der aus moralischen Gründen zum Doppelagenten wurde, gerät nach dem Tod seines Kollegen immer mehr in die Intrigenmaschinerie der ost-westlichen Geheimdienste.

Otto Preminger, in den 1950er Jahren einer der erfolgreichsten Regisseure Hollywoods, gelang es, innerhalb der Mechanismen der Filmindustrie ein politisch und sozial engagiertes Kino zu realisieren. Premingers letzter Spielfilm "Der menschliche Faktor" basiert auf dem gleichnamigen Spionage-Roman seines Freundes, des bekannten Schriftstellers Graham Greene ("Der dritte Mann", "Das Ende einer Affäre"). (Text: 3Sat)

Details

Nicol Williamson, Richard Attenborough, John Gielgud, Robert Morley, Derek Jacobi, Iman u.a.
Otto Preminger

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Überläufer
    Otto Premingers letzter Film mit viel Prominenz der 70er Jahre (z.B. John Gielgud, Richard Attenborough). Der Agentenfilm spielt während des Kalten Krieges als KGB und MI5 die höchsten Geheimnishüter in einem Sozio-ökonomischen Systemantagonismus waren. Weitere klangvolle Namen sind Graham Greene (Romanvorlage) sowie Tom Stoppard (Drehbuch). Im Mittelpunkt steht der zum Frontenwechsel bereite Maurice Castle (Nicol Williamson), weil er sich in die bildhübsche Bantu-Frau Sarah (Iman Abdulmajid) verliebt hat. Es wird wie immer die berühmte ‘undichte Stelle‘ gesucht. Dem Thema treu bleibend, gibt es hier aber keine Actionszenen oder Gewalt wie sonst üblich in dem Genre. In der Auseinandersetzung der intelligenten Köpfe in Ost und West (Spionageabwehr!) bleibt der menschliche Faktor auf der Strecke. Wir sehen wie jemand zum Verräter wird, weil er sich zu seiner Liebe bekennt. Diese Lovestory überdeckt etwas den politisch-diplomatischen Hintergrund. Somit fehlt eine wichtige Komponente für die Spannung. Dafür wird das zeitlose Phänomen des Rassismus näher beleuchtet. Lange Dialoge und eine etwas betuliche Inszenierung verdeutlichen das Alter des Films. Und auch der ironisierende Unterton geht fast unbemerkt vorüber.
    Es bleibt ein schaler Nachgeschmack – nicht nur wegen des offenen Endes. Heute braucht es in einem Spionagefilm einfach mehr Pfeffer in Wort und Bild, sowie Spannung bis kurz vor der Zerreißprobe. Das Kontemplative sollte in diesem Genre einfach nicht die Oberhand gewinnen.