Der schmale Grat

 USA 1998

The Thin Red Line

Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 170 min.
Der schmale Grat

Der amerikanische Angriff auf Guadalcanal 1943 als Hintergundszenario einer wellenförmig an- und abschwellenden Meditation über Licht und Tod.

Das Starensemble löst sich auf in einem polyphonen Stimmengewirr, dessen raunende Gedankensplitter wie Seelen übers Schlachtfeld gleiten, während die todgeweihten Körper von Granaten und Kugeln zerfetzt werden. Die menschlichen Tragödien werden bedeutungslos und umso erschütternder vor der grausamen, wunderschönen Gleichgültigkeit der Natur: Das Sonnenlicht und der Wind spielen mit wogenden Grasmeeren, ein kleines Blatt faltet sich bei der Berührung eines Rekruten scheu zusammen, und daneben fallen die Menschen, in den Wahnsinn getrieben von ihren Kategorien.

Details

Sean Penn, Adrien Brody, Jim Caviezel, George Clooney, Ben Chaplin, Nick Nolte, John Savage, John Cusack, Woody Harrelson
Terrence Malick
Hans Zimmer
John Toll
Terrence Malick nach dem Roman von - James Jones

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die rote Linie
    Terrence Malicks Antikriegs-Drama braucht sich vor den neun großen Vietnamfilmen keineswegs zu verstecken. (auch wenn es streng genommen im 2. Weltkrieg spielt und in einem anderen Teil der Welt). Das Ambiente und die Thematik sind gleich. Dieser hier unterscheidet sich von den anderen dieses Genres vor allem durch drei Dinge: ein Riesenangebot der Superstars, das vom Cameo bis zur tragenden Rolle reicht. Dann eine Begleitung der Handlung durch einen Off Kommentar, der kritische Fragen stellt, die richtig wehtun. So weh, dass ihm die zuständigen Gremien alle Oscars, für die er nominiert war, verwehrt haben.
    Rein formal hat der Film einen Rahmen von der Anlandung der amerikanischen Truppen bis zu ihrem Abzug von der kleinen Insel Guadalcanal.
    Zudem fasst er das Geschehen weiter als die anderen. Er schiebt immer wieder Tier- und Naturaufnahmen ein oder auch Liebesszenen als Retro mit der wunderbaren, hier wortlosen Miranda Otto, lässt die Eingeborenen zu Wort kommen, schildert die Stimmung in der Truppe und bringt durch einen gut getimten Tempowechsel von wilden Mann-gegen-Mann Kämpfen auch immer wieder philosophische Betrachtungen mit ein. (‘Diese Böse, woher kommt es? Wie stielt es sich in die Welt?‘ oder ‘Durch den Krieg macht man Menschen nicht edler. Man macht sie zu Hunden‘)
    Sinnlose Befehle werden schon mal verweigert. Das hat sonderbare Konsequenzen. Hier muss die herausragende Leistung und Nick Nolte erwähnt werden, der einen fanatischen Militaristen spielt, der einen vernünftigen Soldaten seines Kommandos enthebt und ihn gleichzeitig mit Orden überhäuft. All das gefällt Amerikas Zuschauern ebenso wenig wie ‘Die wollen, dass man tot ist oder ihre Lügen glaubt.‘
    Allein schon der Titel, egal ob Original oder Deutsch ist Anlass zum Grübeln. Neben der kriegsmäßigen Ballerei, die ja wohl dazu gehört wie der Eifelturm zu Paris, gibt es auch noch emotionale Szenen, die unter die Haut gehen. Auch Ironie ist dabei ‘Fühlen sie sich auch manchmal einsam?‘ – ‘Nur wenn ich unter Menschen bin.‘
    Der schmale Grat ist ein ganz großer seiner Art.

  • Sehr sehenswert.
    Meiner Meinung nach einer der schönsten Filme im Zusammenhang mit Krieg. Nicht empfehlenswert, wenn man einen Anti-Kriegsfilm sehen möchte, sprich Kämpfe, Blut, Authentizität. Der Film handelt weniger vom Krieg selber als wie die Menschen in diesem Film damit umgehen. Psychisch statt physisch. Ergo muss man sich vom wundervollen Score von Hans Zimmer tragend in diesen Film fallen lassen. Wenn man ansonsten mit der Entertainment-Erwartung im Kinosessel Platz nimmt wird man diesen mit Sicherheit entäuscht wieder räumen.