Der Uhrmacher von St. Paul

 F 1974

L'horloger de Saint-Paul

Drama 105 min.
7.10
Der Uhrmacher von St. Paul

Das Leben von Michel Descombes, einem Uhrmacher in Lyon, ändert sich von einem Tag auf den anderen, als er erfährt, dass sein Sohn Bernard einen Mann ermordet hat.

Das Leben von Michel Descombes (Philippe Noiret), einem Uhrmacher in Lyon, ändert sich von einem Tag auf den anderen, als er erfährt, dass sein Sohn Bernard einen Mann ermordet hat und nun auf der Flucht ist. Verstört sucht Descombes eine Erklärung für das Verbrechen und fragt sich bestürzt, was er bei der Erziehung seines Sohnes versäumt haben könnte.

Details

Philippe Noiret, Jean Rochefort, Jacques Denis, Yves Afonso, Julien Bertheau, Jacques Hilling, u.a.
Bertrand Tavernier

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Der Vater und der Mörder
    Bertrand Tavernier hat gleich zu Anfang seiner Karriere gezeigt, dass er andere Filme macht. Wie hier den mit dem Uhrmacher Descombes (Philippe Noiret). Sein Sohn Bernard ist ein überführter Mörder. Als Aufhänger sehen wir anfangs ein brennendes Auto, Bernard hat seinen Auftritt erst ganz am Ende. Tavernier überdehnt die Romanvorlage von Georges Simenon, mit dem er das Drehbuch geschrieben hat.
    Im Mittelpunkt steht das Vater-Sohn Verhältnis. Vom Mord sieht man nichts. Nach und nach kommen Details ans Licht. Das ist hier ein grundlegendes Gestaltungsprinzip, dass Informationen nachgereicht werden. Die Paparazzi schlagen zu und Krimitouristen fotografieren das verbrannte Auto. Der Inspektor und der Vater des Mörders schließen achtungsvolle Freundschaft. Im Prozess erklärt sich Vater Descombes mit seinem Sohn solidarisch. Große Aufregung! Diskussionen darüber, ob es ein Mord aus Eifersucht oder aus Leidenschaft war. Ganz nebenbei wird der französischen Restaurant-Kultur als Institution ein Denkmal gesetzt. Das Vater-Sohn-Verhältnis verbessert sich im Laufe des Films so sehr, dass nach der ersten Begrüßung nur ein dürftiges ‘Bonjour Papa‘ im Raum steht; am Ende aber Vater Descombes mit einem stillen Lächeln das Gefängnis verlässt. Das bietet Diskussionsstoff, wie weit darf die Solidarität des Vaters mit seinem Sohn dem Mörder gehen? Ist der Mord nur der Lackmus Test für das Verhältnis der beiden, nachdem sie erkannt haben, wie ähnlich sie sich doch sind? Interessant.