Die bleierne Zeit

 BRD 1981
Drama 107 min.
7.70
Die bleierne Zeit

Die Hauptfiguren Juliane (Jutta Lampe) und Marianne (Barbara Sukowa) sind an den Biographien der Schwestern Ensslin orientiert.

Am 5.9.1977 wurde der Präsident der Deutschen Arbeitgeberverbände, Hans-Martin Schleyer, entführt, um die Freilassung inhaftierter RAF-Mitglieder, darunter die Gründungsmitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, zu erreichen. Die Ereignisse im September und Oktober 1977 rund um die Entführung von Schleyer gingen als Deutscher Herbst in das kollektive Gedächtnis der BRD ein. Gute zwanzig Jahre bevor das Thema ,RAF' bzw. ,Baader-Meinhof-Gruppe' vermehrt von Filmemachern aufgegriffen wurde - etwa BAADER von Christopher Roth, BLACK BOX BRD von Andres Veiel oder DIE STILLE NACH DEM SCHUSS von Volker Schlöndorff - wagte Margarethe von Trotta eine sehr subjektive Annäherung: DIE BLEIERNE ZEIT.

"Ich war bei der Beerdigung von Gudrun Ensslin und ich habe mehrere Tage mit ihrer Schwester Christiane verbracht. Sie hat mir ihre Geschichte erzählt. Es waren Bekenntnisse. Erst viel später habe ich gedacht, dass es auch zur deutschen Geschichte gehört. [...] die Begegnung mit Christiane hat mich auf diese Idee gebracht" so Margarethe von Trotta in einem Interview mit Geneviève Hesse. Christiane Ensslin - feministische Journalistin u. a. für die Zeitschrift ,Emma' - gab nach dem Tod von Gudrun Ensslin (Okt. `77) im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim berufliche und private Bindungen auf, um den Beweis zu erbringen, dass der Selbstmord ihrer Schwester Mord war.
Die Hauptfiguren Juliane (Jutta Lampe) und Marianne (Barbara Sukowa) sind zwar an die Biographien der Schwestern Christiane und Gudrun Ensslin angelehnt - das religiöse Elternhaus, geboren im Krieg, aufgewachsen in der Nachkriegszeit, politisches Engagement in der 68er-Bewegung, der gewaltfreie Weg der älteren, die zunehmend radikaler werdende Haltung der jüngeren, usw., - und doch ist es kein dokumentarischer Film über die Schwestern Ensslin. "Ein Zusammenhang zwischen Film und realen Personen besteht nur insoweit, als Personen und Ereignisse der Zeitgeschichte Ausgangspunkt, aber nicht Gegenstand meines Films sind." (M. von Trotta in: FAZ 14.8.1981)

Details

Jutta Lampe, Barbara Sukowa, Rüdiger Vogler, Doris Schade, Luc Bondy u.a.
Margarethe von Trotta
Nicolas Economou
Franz Rath
Margarethe von Trotta

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