Die Ewigkeit und ein Tag

 GR/ F/I 1998

Mia eoniotita ke mia mera

Drama, Independent 132 min.
7.80
film.at poster

Ein Poet reist ducht Griechenland auf der Suche nach den passenden Worten um ein unvollendetes Gedicht abzuschließen.

Alexander ist ein einst erfolgreicher Dichter kurz vor seiner letzten Reise ins Krankenhaus, das er wohl nicht mehr verlassen wird. Jung werden und noch einmal aufblühen läßt ihn die Begegnung mit einem albanischen Flüchtlingsjungen, den er auf seiner Fahrt durch Thessaloniki aus den Händen einer Bande befreit, die Kinder illegal zur Adoption vermittelt. Vergebens versucht er, den Jungen über die albanische Grenze zu- rück zu seiner Großmutter zu bringen, zunächst gar nicht wissend, daß der Junge ihn angelogen hat und die Oma gar nicht existiert. Alexander, der Dichter, dem die Wörter ausgegangen sind und dem der Junge neue "verkauft", nimmt auch Abschied von seiner alten Mutter, seiner Tochter und, in einer hinreißenden Rückblende, von seiner geliebten jungen Frau Anna, die vor ihm gestorben ist. Angelopoulos und seinem lang- jährigen Kameramann Giorgos Arvanitis gelingen Bilder von erschreckender Intensität: Menschen hängen wie Marionetten an dem elektrischen Grenzzaun in dem unwirtlichen, in Dunst getauchten Niemandsland. Ein apokalyptisches Szenario.)Dennoch ist es nicht Angelopoulos' düsterster Film geworden, sondern vielmehr sein emotionalster.
Text: Viennale 98

Details

Bruno Ganz, Isabelle Renauld, Fabrizia Bentivoglio u. a.
Theo Angelopoulos
Eleni Karaindou
Giorgos Arvanitis, Andreas Sinanos
Theo Angelopoulos, Tonio Guerra, Petros Markaris, Giorgio Silvagni

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Warum?
    Als Ausgangspunkt für die reale Welt nimmt Angelopoulos das Thema Kinderhandel und zwar im albanisch-griechischen Grenzgebiet. Hier hilft der alte, todkranke Alexander (Bruno Ganz) einem ’Ampelkind’ in seine Heimat zurückzukehren. Was als Roadmovie beginnt endet in einer surrealen Reise ins Nirgendwo, bzw. an das Ende des Lebens. Dabei wird der Blickwinkel oft geändert. Mal sehen wir Alexanders Familie zwischen Jetzt und Retro, dann ändert sich auch das Sujet und wir bekommen eine märchenhafte Geschichte erzählt, die auch ins Jetzt hineinreicht. Der Alte und der Junge begegnen den Figuren aus früheren Zeiten. Sie reisen mit dem Bus, in dem es recht skurril zugeht.
    Und Alexander fragt ’Warum ist nichts so gekommen, wie wir es erwartet haben? Warum haben wir nicht gelernt zu lieben, hin und her gerissen zwischen Schmerz und Sehnsucht?’ Antworten gibt es nicht. Nur eine ’Das Morgen dauert eine Ewigkeit und einen Tag.’
    Angelopoulos hat seine eigene Filmsprache, die sich nicht jedem sofort erschließt, obwohl sie nie langweilt, weil immer wieder überrascht. Lange Einstellungen, schmutzige Farben im Kontrast zum hellen Strand mit weiß gekleideten Figuren. Angelopoulos kann man so zwischen Antonioni und Fellini anzusiedeln. Ein außergewöhnliches filmisches Erlebnis der besonderen Art. Weiter weg vom Mainstream geht fast nicht.