Die Geschichte der Dienerin

 USA/D 1990

The Handmaid's Tale

Drama, Literaturverfilmung, Science Fiction 109 min.
6.00
film.at poster

In einem futuristischen Regime werden Frauen als "Dienerinnen" zur Fortpflanzung eingeteilt. Schlöndorff-Verfilmung eines Romans von Margret Atwood

Die junge Bibliothekarin Kate (Natasha Richardson) wird mit Mann und Kind von Grenzposten gestellt, als die drei versuchen, aus dem diktatorisch regierten Gilead zu entkommen. Die Grenzwächter erschießen ihren Mann, Kate wird abgeführt, ihre kleine Tochter verschwindet.

Gilead wird nach den Gesetzen des Alten Testaments regiert: Wer nicht gehorcht, wird in die giftmüllverseuchten Kolonien deportiert oder öffentlich hingerichtet. Die meisten Frauen sind nicht gebärfähig. Kates Fruchtbarkeitstest ist jedoch positiv, und so wird sie dem Kommandanten Fred (Robert Duvalbpund dessen Frau Serena (Faye Dunaway) als "Dienerin" zugewiesen, um für sie ein Kind zu gebären.

Die erniedrigenden Beischlafzeremonien bleiben erfolglos. Da ihr Mann offenbar zeugungsunfähig ist, lässt Serena die "Dienerin" heimlich mit dem jungen Chauffeur Nick (Aidan Quinn) schlafen, der sie schwängern soll. Sie ahnt nicht, dass Fred ebenso heimlich Kate zu seiner Mätresse macht und ihr zeigt, wie es die Herrschenden in Gilead hinter den Fassaden des strengen Puritanertum treiben.

Das Drehbuch des späteren Nobelpreisträgers Harold Pinter eliminierte die meisten gefühlsbetonten Szenen des Romans, der Brite setzte auf eine provokative Atmosphäre und war auch Vorschlägen des Regisseurs auf Abschwächung nicht zugänglich: »I know everybody is longing for a big farewell scene. Too bad!« (Filmarchibv Austria)

Details

Natasha Richardson, Faye Dunaway, Aidan Quinn, Elizabeth McGovern, Victoria Tennant, Robert Duvall, u.a.
Volker Schlöndorff
Harold Pinter, nach dem gleichnamigen Roman von Margaret Atwood

Kritiken

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User Kritiken

  • Ein Baby - so Gott will
    Volker Schlöndorff ist ja ein Spezialist und Könner von Literaturverfilmungen. Hier hat er vor allem auf die Karte Melodram gesetzt, dann auf Science-Fiction. Den Aspekt Gesellschaftssatire streift er nur marginal. Dabei läge hier der eigentliche Reiz. Die autoritäre Diktatur wird von gläubigen Fundamentalisten regiert. Das ist doch immer noch ein brisantes Thema angesichts der Äußerungen des reisefreudigen Papstes.
    Schlöndorff stellt das Thema wie gewohnt sehr distanziert dar. Lediglich die beiden menschlich gezeichneten Figuren (Natascha Richardson und Aidan Quinn) sind belebende Farbtupfer und bringen auch etwas Spannung. Inhaltlich drängt sich ein Vergleich zu ’1984’ auf, wo es kein Happy End gibt. Hier bleibt das Ende offen, verschwommen, etwas blutleer. Kein Wohl-Fühl-Film.