Die Wirtin zur Goldenen Krone

 A 1955
Komödie 85 min.
4.70
Die Wirtin zur Goldenen Krone

In einem Zwergstaat regiert die resolute Gastronomin in Abwesenheit der Landesführstin.

In dieser von Theo Lingen inszenierten Verwechslungskomödie spielt Paula Wessely eine dankbare Doppelrolle: Der lebenslustige Fürst von Sonnenthurn-Weißenfels hat seinem Land nicht nur die jetzige Regentin, Maria Pia, hinterlassen, sondern auch eine illegitime Tochter, die ebenfalls Maria heißt und die Kronenwirtschaft führt. Da ein Fernsehteam vor Ort erscheint, sieht sich durch allerlei Verwicklungen die brave Wirtin an die Stelle der abwesenden Fürstin versetzt. Sie muss nicht nur vor der Kamera posieren, sondern hat sich nun auch mit den Staatsgeschäften und den Intrigen ihrer Minister herumzuschlagen, während Maria Pia in Verdacht gerät, die falsche Maria zu sein. Im Grunde also ein Operettenstoff - leider ohne Musik, aber im Fortgang temporeich entwickelt und durchaus sehenswert. Der Tagesspiegel war jedenfalls angetan: Paula Wessely habe »schon lange nicht mehr so gut gespielt«. »Sie erstickt endlich einmal nicht im selbstgesponnenen Sirup, in Humanität und Sentimentalität, sondern bezaubert durch Natürlichkeit und komödiantische Begabung.«

(Text: Filmarchiv Austria)

Details

Paula Wessely, Christiane Hörbiger, Fritz Schulz, Hubert von Meyerinck, Oscar Sima, Theo Lingen
Theo Lingen
Karl Farkas, Hugo Maria Kritz, Otto Dürer, Peter Herz

Kritiken

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User Kritiken

  • Fürstin eines Zwergenstaats
    1955. Österreich erhält den Staatsvertrag und damit politische Freiheit. An der Paula-Wessely-Filmproduktions Ges.m.b.H. geht dieses Ereignis spurlos vorbei. Schließlich hatte sich die Hörbiger-Wessely-Dynastie immer gut mit allen Diktaturen und Diktatoren arrangiert (ab 1934 die Austrofaschisten und ab 1938 die Nazis). Also hält die Filmfirma, die im Laufe ihrer Tätigkeit 11 Produktionen auf die Leinwand bringt, am Stil des Österreichischen Zwischenkriegskinos fest.
    Ganze vier Drehbuchautoren, darunter Karl Farkas, versuchen Paula Wessely und ihre Tochter Christiane Hörbiger ins optimale Licht zu rücken. Dabei bedienen sie sich des bewährten Genres der Verwechslungskomödie, wobei "die Wessely" in ihrer bekannt bescheidenen Manier die Fürstin eines Kleinstaates, der sich irgendwo im Weinviertel befindet (Vorahnung an den Wirkungsort ihrer Tochter Retz?), und eine resolute Dorfwirtin gibt. Die 21-jährige Christiane Hörbiger zeigt bereits damals in ihrer Rolle als jugendliche Liebhaberin jenes Ausmaß an Charme und Witz, das so typisch für Personen aus dem juristischen Milieu ist, einem Milieu das heute ihr erfolgreichstes Genre bildet.
    Dieser Film ist einer der seltenen Regiearbeiten Theo Lingens, der auch in einer kleinen Rolle auftritt. Auch sonst bietet der Film ein Wiedersehen mit den Publikumslieblingen der 1950er und 60er. Zu sehen sind, wenn auch zumeist in Nebenrollen, Oskar Sima, Heinz Conrads, Richard Eibner und Ernst Waldbrunn (zielsicher besetzt als politischer Agitator). Bemerkenswert ist der Streifen vor allem durch seine zeigeschichtlichen Aufnahmen des damals neurenovierten Gänsehäufels. Im Film muss es allerdings ein mondänes Wassersportrevier darstellen in dem die yachtclubmäßig elegant gekleideten Hauptdarsteller auf den kleinen Olympiajollen-Segelbooten herumturnen. Etwas zaghafte Ansätze eines, zwar nicht Wasser- aber immerhin Strandballets, bilden ein weiteres Highlight des Streifens.