Nacht für Nacht erscheint dem eigenbrötlerischen Teenager Donnie ein Mann im Kaninchenkostüm, der ihm das baldige Ende der Welt prophezeit.

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Richard Kellys ungewöhnliches, kaleidoskopisches Debüt unterzieht den Teenager-Film mit Fantasie, cleveren Popkultur-Referenzen und erstaunlicher Tiefe einer stets überraschenden Generalüberholung. Teils Comicbook, teils Fallstudie, ist Donnie Darko der wagemutigste amerikanische Independent-Film des letzten Jahres eine wundersame, berückende Arbeit, die den magischen Realismus der X-Files anwendet, um eine Geschichte über Teenage-Angst in den Suburbs der späten 80er Jahre zu verdichten. Richard Kelly nimmt es von Anfang an mit der Normalität nicht so genau: Wir sehen die Sitcom-reife Darko-Familie beim Verzehr einer ins Haus gelieferten Pizza und erfahren, dass der 16-jährige Donnie wieder einmal seine Medikamente vergessen und Nachrichten aus dem Weltall empfangen hat. In dieser Nacht erhält er den Befehl, sein Schlafzimmer zu verlassen und entgeht so dem Flugzeugmotor, der aus unerklärlichem Grund durch das Dach des Hauses kracht. Er ist überzeugt, dass die Welt in 28 Tagen enden wird. Mit Drew Barrymore als Donnies Englischlehrerin, Katharine Ross als seine Therapeutin und Patrick Swayze als dämonischem Selbsthilfeautor ist das Casting ebenso selbstbewusst wie originell. Aber das emotionale Gewicht des Films ruht auf den schmalen Schultern Jake Gyllenhaals, der, jeden direkten Kontakt mit der Kamera meidend, Donnies exzentrische Genialität überzeugend darstellt. (Jim Hoberman) Donnie Darko spielt 1988 und ist wie Todd Haynes Safe getragen von der tödlichen Kombination aus Reagan-Politik und New-Age-Philosophie. Jake Gyllenhaal spielt die Hauptrolle als Borderline-schizophrener Teenager-Held, dessen Wahnvorstellungen sich um einen bösartigen Riesenhasen namens Frank drehen. Der Film kann als Phantasie von Rettung und Erlösung gelesen werden, wie sie jemand auf dem Totenbett haben mag. Auf unheimliche Weise - der junge Filmemacher schrieb des Drehbuch 1997 - spiegelt er unser gegenwärtiges von Bush geprägtes Back-to-the-Future-Szenario wider. Donnie Darko bezieht sich auf die heiligen Texte von Spielberg und Zemeckis, ist aber düsterer und zerbrechlicher als jeder der Teile der Trilogie. (Amy Taubin)

IMDb: 8.1

  • Regie:Richard Kelly

  • Kamera:Steven Poster

  • Autor:Richard Kelly

  • Musik:Michael Andrews

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