Eine leidenschaftliche Affäre (aka. Das Liebesdrama von Venedig)

 F 1999

Les enfants du siècle

Drama, Romanze 135 min.
6.50
Eine leidenschaftliche Affäre (aka. Das Liebesdrama von Venedig)

Die Schriftstellerin George Sand unternimmt mit ihrem Geliebten eine Italienreise. Doch dieser dürstet weniger nach künstlerischer Inspiration als nach obsessiven Liebesaffären.

Die Baronin Dudevant (Juliette Binoche), geborene Dupin, ist hauptsächlich unter ihrem Künstlernamen George Sand bekannt. Als streitbare Schriftstellerin, die sich politisch einmischt, für die Gleichstellung von Männern und Frauen wirbt und die bestbezahlte Autorin ihrer Epoche ist, hat sie nicht nur Freunde. Bei einer Lesung, die ein Kritiker zum Anlass nimmt, sie vehement anzufeinden, erhält George Sand überraschend Zuspruch von dem jungen Dichter Alfred de Musset (Benoît Magimeb~ Der ebenso talentierte wie ungestüme Kollege provoziert sie und zieht sie gleichermaßen magisch an. Der Altersunterschied von 10 Jahre stellt für die unglücklich verheiratete Sand, eine Verfechterin freier Liebe, keine Hürde dar. Sie lässt sich auf eine leidenschaftliche Affäre ein und unternimmt mit ihrem Liebhaber eine Studienreise nach Italien. Doch es kommt alles ganz anders: Während Sand die Abende allein verbringt und so ein Buch nach dem anderen schreibt, entpuppt sich Alfred als Alkoholiker und notorischer Weiberheld. Ihre stürmische Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt. Als Alfred nach einer Überdosis Opium im Nervenfieber versinkt, bahnt sich eine zarte Affäre zwischen George und dem italienischen Arzt Pietro Pagello (Stefano Dionisi) an.

Details

Juliette Binoche, Benoît Magimel, Stefano Dionisi, Robin Renucci, Karin Viard, u.a.
Diane Kurys
Luis Bacalov
Murray Head, Diane Kurys

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Eine selbst zerstörerische Lie
    Der Film zeigt die unmögliche, selbst zerstörerische Liebe zwischen zwei Schriftstellern in der Mitte des 19. Jahrhunderts: George Sand und Alfred de Musset. Sie, die skandalträchtige Emanze, er, der sich selbst suchende Dichter, der nur von momentanen Emotionen getrieben wird. Beide durchleben in ihrer Beziehung die gesamte Gefühlsskala menschlicher Emotionen: Leidenschaft, Misstrauen, Raserei, Depressionen, Eifersucht, literarische Rivalität, aber auch körperliche Gebrechen. Zwei starke Persönlichkeiten driften zwischen Gewalttätigkeit und Zärtlichkeit hin und her, zwischen Wahnsinn und Vulgarität. Nur eins fehlt den beiden Titanen: beseelende Einfalt. Wie zwei gleich geladene Pole stoßen sie sich immer wieder ab, nur um sich wieder anzuziehen. Sie verbrennen an ihrer unmöglichen Liebe. Dies fatale Verhältnis wird eindrucksvoll in düsteren Bildern dargestellt und so fast zum Greifen nahe die Gewissheit ihres Scheiterns. Benoit Magimel in einer seiner beeindruckendsten Rollen und Juliette Binoche steht ihm in Nichts nach. Die Literatur wird hier fast zur Nebensache bei der geballten Ladung an Vitalität und Genie. Wirklich sehenswert.