Elf Uhr nachts

 F/I 1965

Pierrot le fou / Il bandito delle 11

Drama 112 min.
7.70
film.at poster

Pierrot und Marianne fliehen vor Killern und der Langeweile. Ein Klassiker der Nouvel Vague.

Widerwillig lässt sich Ferdinand Griffon (Jean-Paul Belmondo) von seiner Frau (Graziella Galvani) zum Besuch einer Party seines Schwiegervaters überreden. Gelangweilt verlässt er schon bald wieder die in Werbespruchblasen miteinander redenden Partygäste. In seiner Wohnung trifft er zu seinem Erstaunen als Babysitter seine frühere Freundin Marianne Renoir (Anna Karina). Seines komfortablen, doch eigentlich öden Lebens überdrüssig, nimmt Ferdinand seine alte Affäre wieder auf, um kurz darauf in eine mysteriöse Mordgeschichte verwickelt zu werden. Überstürzt verlässt das Paar Paris in Richtung Süden.

Auf einer Mittelmeerinsel verschwindet Marianne spurlos. Wenige Wochen später findet Ferdinand sie in Toulon mit einem anderen Liebhaber wieder, der sein Geld mit undurchsichtigen Waffengeschäften zu verdienen scheint. Noch einmal lässt sich Ferdinand von Marianne zu einer gefährlichen Aktion überreden.

Details

Jean-Paul Belmondo, Anna Karina, Dirk Sanders, u.a.
Jean-Luc Godard
Boris Bassiak, Antoine Duhamel
Raoul Coutard
Jean-Luc Godard, Lionel White

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Pierrot der Narr
    Godard hat einen etwas anderen Krimi gemacht. Marianne (Anna Karina) und Ferdinand (Jean-Paul Belmondo) sind zwei Aussteiger, die vor Gangstern flüchten müssen. In anspruchsvollen Dialogen, die vor philosophischem Tiefgang und großen Namen nicht zurückschrecken verfolgen wir eine Art Roadmovie, in dem es keine Spannung gibt, nur Überraschungen, jede Menge Filmzitate und andere geflügelte Worte wie ‘Bedecke deinen Himmel Zeus‘. Regisseur Fuller hat ein Cameo, auf Partys unterhält man sich mit Werbespots als Small Talk und der Tankwart soll mal den Tiger in den Tank packen. Ferdinand, den Marianne konstant Pierrot (Originaltitel) nennt, glänzt mit Klassikern der Malerei, denn er und der Regisseur darf alles, wie er sagt. Und das tut er auch.
    Das Interesse am Film bleibt erhalten, weil fast alle Figuren das Gegenteil von dem tun, was sie sagen. Dazu braucht es einen Riesenreichtum an Ideen. Ohne Überleitung geht es in ein völlig anderes Thema, so wie es in Gegenzug später die Monty Pythons gemacht haben. Die sagten ‘und nun zu etwas völlig anderem‘ und es ging aber genau so weiter wie erwartet. Das geht im Dialog ‘ich glaub‘ dir, du Lügnerin‘ oder ‘ich verlasse dich nie‘ und tut es wenig später doch. Kapitelüberschriften sind keine und der Gipfel ist erreicht, wenn Ferdinand seine Liebe tötet und mit einem blau bemalten Gesicht und mit einem Sprengstoffgürtel um den Kopf endet. Sein letzter Satz: ‘Wenn man schon verrückt ist, dann richtig.‘
    Der ganze Film ist eine Kette von Ungewöhnlichem, manchmal nerven heute die überlangen Dialoge oder die eingestreuten Geschichten. 1956 war das sensationell. Den Soundtrack werden manche als Folter empfinden. Godard hätte dazu wohl genickt. Das Geniale ist manchmal nur zu erahnen. Wenn man das nicht tut, kann man den Film ablehnen.