Fanny und Alexander

 Schweden 1982

Fanny och Alexander

Drama 188 min.
8.10
Fanny und Alexander

Mit diesem epischen Film über eine Kindheit im Schweden des Jahres 1907 ist Ingmar Bergman großartiges Erzählkino gelungen.

"Fanny und Alexander" sei sein letztes Kinoprojekt, erklärte Ingmar Bergman 1982 nach Fertigstellung seines zutiefst sensiblen und epischen Films. 16 Jahre später kehrte er mit "Dabei: Ein Clown" ins Filmgeschäft zurück. Über 80 Filme bilden Bergmans einzigartiges Werk und machen ihn auch heute noch zum bedeutendsten Regisseur Skandinaviens.

Mit Fanny und Alexander ist Ingmar Bergman großartiges Erzählkino gelungen, für das er 1983 nicht nur mit dem Oscar für den "besten fremdsprachigen Film", und - für einen nicht-amerikanischen Film eine absolute Seltenheit, - mit drei weiteren Oscars ausgezeichnet wurde.

1907 ist die Welt der schwedischen Theaterfamilie Ekdahl noch in Ordnung. Fanny (Pernilla Allwin) und Alexander (Bertil Guve) feiern mit ihren Eltern das Weihnachtsfest, nicht ahnend, dass dies die letzte gemeinsame Weihnacht ist, denn kurz darauf stirbt der Vater (Allan Edwalb~ Ihre Mutter Emilie (Ewa Fröling) heiratet ein Jahr darauf den Bischof Vergerus (Jan Malmsjö), bei dem sie sich Trost erhofft. Doch der Geistliche wird immer mehr zum Tyrannen, der die Kinder maßregelt und bestraft. Fanny und Alexander laufen von dem strengen Stiefvater fort und finden Zuflucht bei dem alten Isaak Jacobi (Erland Josephson). Mit einer List versuchen Fanny und Alexander ihre Mutter wiederzugewinnen.

Im Gegensatz zu Bergmans ansonsten strenger Gestaltung hat er mit Fanny und Alexander ein prächtiges und detailverliebtes Werk inszeniert, in dem alle Figuren und Themen sowie einige DarstellerInnen aus seiner 40-jährigen Filmarbeit wiederkehren. Bergmans Abrechnung mit der Vergangenheit, seine Erinnerungen an glückliche aber auch angstvolle Momente der Kindheit, ist aber deswegen nicht weniger bitter und scharfsinnig, als in seinen frühen Werken. (Text: Österreichische Filmgalerie)

Details

Kristina Adolphson, Bertil Guve, Pernilla Allwin, Ewa Fröling, Jan Malmsjö, Erland Josephson, Börje Ahlstedt
Ingmar Bergman
Daniel Bell, Frans Helmerson, Marianne Jacobs
Sven Nykvist
Ingmar Bergman

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Ekdahls
    Dieser Film ist ein Meisterwerk der Extraklasse! Kinderfantasien erwecken Gipsfiguren zum Leben und eine untergegangen Welt lässt er wieder erstehen. Ein detailliertes Lokalkolorit zeigt die Großfamilie Ekdahl um 1900, als die Welt noch aus Domestiken und Herrschaften bestand. Natürlich hat der kleine Alexander viel von Ingmar. Besonders die immer wiederkehrenden Begegnungen mit der Welt des Theaters, der Masken und Marionetten.
    Man kann ihn in drei Teile gliedern:1. Die weihnachtliche Familienfeier (heiter und lustbetont), 2. Der Aufenthalt bei Bischof Vergerus (qualvoll und ernst) und 3. Die Wiedervereinigung der Familie und der Doppeltaufe (ein fröhlicher Ausklang).
    Dieser Film unterscheidet sich total von den übrigen Bergman-Filmen, die ja eher einen intellektuellen Anstrich haben. Aber so ganz ohne philosophischen Tiefgang geht es natürlich auch hier nicht ab in diesem Universum des Matriarchats. Alexander fordert Beweise für die Existenz Gottes, sein verstorbener Vater erscheint immer wieder wie der Geist von Hamlets Vater. Ein geschäftemachender Jude kommt vor (Erland-Szenen-einer Ehe-Josephson) und der Pantheismus wird diskutiert. Aus dem hervorragenden Ensemble ragt besonders Gustav Adolf heraus (Jarl Kulle). Der rammelfreudige Titan, der Frau und Dienstmagd (Pernilla August) erfolgreich beglückt. Der gestrenge Bischof Vergerus (Jan Malmsjö), der eine furchterregende Charakterstudie eines lächelnden Sadisten abliefert (‘Rohrstock, Rizinus oder Rattenkeller‘) sowie Harriet Andersson als diabolische Dienstmagd Justina.
    Eine eigene Welt, in der ‘alles geschehen kann‘ und in der ‘Zeit und Raum nicht existieren‘. Ab in den Olymp!