Frühling für Hitler

 USA 1968

The Producers (1968)

Musikfilm / Musical, Kabarettfilm 88 min.
7.70
film.at poster

Ein Musical um Hitler wird zum Kassenschlager am Broadway. Für viele der beste von Mel Brooks' Filmen.

Früher landete der Broadway-Produzent Max Bialystock (Zero Mostel) einen Kassenschlager nach dem anderen. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Heute produziert Bialystock nur noch Flops. Seine Geldgeber sind reiche alte Damen, denen Bialystock als Gegenleistung in jeder erdenklichen Form zu Diensten sein muss. Das Blatt scheint sich zu wenden, als eines Tages der neurotische Buchprüfer Leo Bloom (Gene Wilder) bei Bialystock vorbeischaut. Bloom entdeckt, dass Bialystock für sein letztes Stück ein offizielles Budget von 60.000 Dollar veranschlagt und erhalten hat, davon aber nur 58.000 Dollar ausgegeben wurden.

Diese lapidare Unstimmigkeit bringt Bloom auf eine großartige Idee: Man könnte zunächst mit der Aussicht auf eine hohe Gewinnbeteiligung zahllose Geldgeber ködern; dadurch käme ein riesiges "offizielles Budget" zusammen, von dem man jedoch in Wahrheit nur einen Bruchteil ausgibt. Würde man anschließend einen gigantischen Flop produzieren, könnte man den "inoffiziellen" Differenzbetrag für sich einstreichen - denn ohne Kassenerfolg gibt es auch keine Gewinnbeteiligung für die Geldgeber. Bialystock ist von Blooms Plan hellauf begeistert.

In einem Stück des durchgeknallten deutschen Autors Franz Liebkind finden die beiden die perfekte Vorlage für ihren "vorsätzlichen" Flop: "Frühling für Hitler" preist in politisch unkorrektester Weise und in Musicalform die Taten des Diktators - das muss einfach schiefgehen. Als Regisseur wird der dilettantische Roger De Bris angeheuert, die Titelrolle geht an den langhaarigen Hippie und verhinderten Shakespeare-Mimen Lorenzo St. DuBois. Mit dieser Kombination aus Peinlichkeit, Frechheit und Unvermögen sind sich die beiden ihrer Sache sicher. Trotzdem brüskiert Bialystock am Premierenabend auch noch den Starkritiker der "New York Times". Als der Vorhang hochgeht, sind Bloom und Bialystock in bester Laune - bis sich herausstellt, dass ihr "Frühling für Hitler" einschlägt wie eine Bombe: Das Publikum ist von der Nazi-Farce hellauf begeistert...

Details

Zero Mostel, Gene Wilder, Kenneth Mars, u.a.
Mel Brooks
John Morris
Joseph F. Coffey
Mel Brooks

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Friedensnobelpreis für Hitler
    HANDLUNG

    Meine Damen und Herren, Vorhang auf, und lassen wir es "richtig" Frühling für Hitler" werden. Enjoy the show ..."

    Der Direktor Max Bialystok (Zero Mostel) des New Yorker Broadways hat sein Theater ziemlich heruntergewirtschaftet.
    Seine letzten Produktionen waren allesamt Misserfolge und er steht vor dem Konkurs. Doch da sieht sein Buchhalter Leo Bloom (Gene Wilder) einen letzten Ausweg:

    Wenn das nächste Stück wieder durchfällt, könnte man die gesamten Investoren-Gelder persönlich einkassieren, da die Geldgeber das nicht mehr zurückverlangen können. Doch diesmal soll es ein ganz großes Stück das geplante Fiasko werden, welches im Vorfeld hohe Geldsummen zur Ausführung benötigen wird. Eine scheinbar legale Sache, man freut sich schon auf den baldigen Reichtum ....

    - Die beiden lesen nächtelang alle eingesandten Skripte von unbekannten Autoren durch. Nichts erscheint ihnen schlecht genug. Sie sind bereits am Aufgeben, da bekommt Max ein Skript von einem gewissen Franz Liebkindt in die Hände ."Frühling für Hitler.
    Ein Schauspiel über Adolf und Eva in Berchtesgaden. Wow. Dies scheint in der Tat ein potentieller Riesenflop zu sein, da es eine Art verschrobene Sympathie-Erklärung an den Führer ist. was das Publikum sicher nicht goutieren wird.

    Man sucht sogleich den Autor Franz Liebkindt in seiner New Yorker Wohnung auf. Und ab da wird es wirlich lustig!
    Die Consièrge (klasse Nebenrolle) verweist auf Mr. Liebkindts Appartmentnummer und bemerkt, daß dr Herr sich allerdings meist auf dem Dachboden bei seinen Vögeln aufhält.

    In dem Moment wo Max und Leo den Autor mit seinem Stahlhelm erblicken, merken sie, daß dieser Mensch offenbar nicht mehr ganz auf dem Teppich ist. Er spricht gerade mit seinen Brieftauben und hängt ihnen Zettelchen an die Füsschen. Darauf stehen nette Sympathiebekundungen an den (Ex-) Führer, was Adolf von der weltweit ungerechten Berichterstattung reinwaschen und möglichst viele Menschen erreichen soll... Und die beiden Theaterproduzenten müssen höflich und freundlich zu Herrn Liebkindt (Kenneth Mars !) sein, der ihnen gerade statt einer Begrüssung zwei Lieder vorsingt. Man benötigt ja die Unterschrift des Autors mit seinen Urheberrechten. Als sie ihm ihr Anliegen erklären geht er vor Freude auf die Knie und wendet sich an seine geliebten Vögel: "Oh Freude aller Freuden. Herrmann, Albert , Benito, Josef und Franco! Habt Ihr das gehört? Wir kommen ins Broadway-Theater und wir können den Ruf unseres Führers reinwaschen !"

    Mr. Liebkindt bittet die Broadway-Produzenten in sein kleines Appartment. Dann hält er Ihnen einen langen Monolog über den wahren Adolf Hitler "Gentlemen! Sie wussten bestimmt nicht, daß Hitler besser tanzen und singen konnte und intelligenter war als Churchill. Er konnte ein Appartment in einem einzigen Nachmittag mehrmals streichen, war ein besserer Redner als Churchill und war humorvoller als Churchill. Hitler hat