Gebürtig

 Österreich 2002
Drama, Literaturverfilmung 05.04.2002 ab 12 110 min.
6.50
film.at poster

Robert Schindels Verfilmung seines eigenen Romans: Ein ehemaliger KZ-Insasse wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Er beschließt, gegen seine Peiniger auszusagen.

GEBÜRTIG erzählt die Geschichte des jüdischen Emigranten Hermann Gebirtig (Peter Simonischek), den seine Vergangenheit ebenso einholt wie den deutschen Journalisten Konrad Sachs (Daniel Olbrychski). Während Gebirtig von der Wiener Journalistin Susanne Ressel (Ruth Rieser) dazu überredet wird, in seine Heimatstadt zu reisen, um gegen einen ehemaligen KZ-Aufseher auszusagen, muss sich Sachs endlich der quälenden Tatsache stellen, Sohn eines hochrangigen SS-Arztes zu sein. Und der jüdische Kabarettist Danny Demant (August Zirner), in dessen Freundeskreis sich die Kinder von Tätern und Opfern vermischen, besingt seine Heimatstadt: "Einst Welthauptstadt des Antisemitismus, ist Wien heute Vergessens-hauptstadt geworden."

Aus der Gegenwart der späten Achtziger Jahre erzählt der Film über jene Befangenheit, die sich als "gläserne Wand" immer wieder zwischen Juden und Nichtjuden, Überlebende und Nachgeborene stellt. "Müssen wir Verzweifelte sein?", fragt Danny Demant, der Erzähler. Mit Melancholie und Humor, provokant und leidenschaftlich, sucht der Film seine Antwort.

Details

Peter Simonischek, Ruth Rieser, August Zirner, Daniel Olbrychski, Corinna Harfouch, u.a.
Robert Schindel, Lukas Stepanik, Georg Stefan Troller
Peter Ponger
Edward Klosinski
Robert Schindel, Lukas Stepanik
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ab 12

Kritiken

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User Kritiken

  • Es geht voran
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    Die Regisseure Lukas Stepanik und Robert Schindel waren im Volkskino Klagenfurt anwesend, als "Gebürtig" seine Kärnten Premiere hatte. Der auf Schindels Roman basierende Film wurde auf der Diagonale 2002 vom Publikum begeistert aufgenommen, doch im Nachhinein von vielen österreichischen Zeitungen zerissen. Vordergründig hat der Film den Nationalsozialismus als Thema. Er sollte nicht versöhnlich sein, behaupten die Regisseure, das Publikum stimmt zu. Wahrscheinlich hab ich auch wieder einen anderen Film gesehen. Klar, mit den Verbrechern der Vergangenheit kann man sich nicht versöhnen, aber die Charaktere können es mit sich selbst.

    Stepanik und Schindel spielen mit Zeitsprüngen und Visionen, sie verwirren das Publikum und gliedern den 2 Stunden Film äußert kompakt. Ich hoffe, dass "Gebürtig" auch international sein verdientes Publikum findet. Schindel ließ verlautbaren, dass eine inoffizielle Einladung zu einem großen europäischen Filmfestival vorliegt...

    Zu Ende der 80er Jahre verknüpft "Gebürtig" die Schicksale einiger Nachgeborenen. Wir treffen die Söhne und Töchter von Opfern und Tätern und sie müssen mit ihrer Vergangenheit zurechtkommen. Hermann Gebürtig (Gebirtig) wurde in den 40er Jahren als Jude aus Wien vertrieben, seine Eltern wurden im Vernichtungslager getötet. Er lebt seit Jahrzehnten in New York, ist ein berühmter Komponist und weigert sich je nach Wien, der ehemaligen Hauptstadt des Antisemitismus, zurückzukehren. Wer kann ihm garantieren, dass er nicht auf den Straßen bespuckt wird? Auf der anderen Seite ist der Journalist Konrad Sachs, dessen Vater im Prozess von Nürnberg als Naziverbrecher hingerichtet wurde. Ihn quält seines Vaters Schuld, den er eigentlich als liebenden Menschen in Erinnerung hat. Vergessen, wie so viele andere, kann er nicht. Beide werden am Ende des Films eine Katharsis erreichen. Nur der Weg ist ein schwerer und die filmische Schilderung beeindruckend.

    Ein alter Nazi wurde durch Zufall geschnappt, man braucht Zeugen, es gibt einen Prozess. Danny, ein jüdischer Wiener spielt in Ausschwitz bei einer amerikanischen Filmproduktion mit,... Es ist schwer die Vielzahl an Themen und Charakteren in eine einzige Review zu packen. In meiner Generation fragt man sich oft, warum sich deutsche Künstler andauernd mit dem dritten Reich und dessen Folgen auseinander setzten. Ist nicht irgendwann mal alles gesagt? Geht es nicht über das Thema des Nichtvergessens hinaus und endet in einem sadomasochistischem Benehmen? Doch "Gebürtig" funktioniert deswegen so gut, weil er nicht versucht, eine Schwarzweiß Malerei zu betreiben und weil er sich auf die Charaktere konzentriert, anstatt sie nur als Botschafter für große Themen zu benutzen.

    Der emotionale Kern des Films ist die Rückkehr Gebürtigs nach Wien. Es gelingt ihm, zu verzeihen, nicht an Stelle seiner Eltern, aber für sich. Er hat nach jahrelangem Kampf seinen persönlichen Frieden gefunden und das zählt für mich mehr als jede öffentliche Objektivität, die nach dem Prozess auf ihn hereinbricht. Nach einem beinahe überschwenglichen Happy End werden die Charaktere wieder auf den Boden der Realität geholt. Doch dort kann die Heilung weitergehen...
    ...
    Der wichtigste Monolog kommt am Schluss am Flughafen aus Dannys Mund. Man muss Spuren legen, Gedanken für die Nachkommenden festhalten. Sean Penn meinte mal, heutzutage würde man gelyncht werden, wenn man als Filmemacher mehr als 2 Ideen in einen Film packt. In "Gebürtig" gibt es viel mehr und das macht ihn so wichtig, nicht nur für das österreichische Kino.
    2002 - Markus Rauchenwald

  • schas
    Gebuertig


    Ausschwitz, das Todeslager, der Ort an dem so viele Leiden passierten. Gerade dort will ein Regisseur einen Film machen. Über die Zeit im Lager. Das ganze dauert 110 Min. DANNY DEMANT ist ein Kabarettist, er erzählt die ganze Zeit den Film über. Gedreht wird dann doch, obwohl sehr viele dagegen sind. Nicht nur Juden. Überhaupt der Jiddische Witz, die Jiddische Sprache, das hört man sehr oft in dem Film. Ein Erzähler aus dem Off, DANNY. Er schreibt ein Buch, der Film ist wie ein Buch. DANNY ist provokant, provoziert anstatt zu fragen, stößt lieber beiseite, als Türen auf um zu verbinden. DANNY ist sensibel, hat keine Hornhaut, verliebt sich in ein Mädchen, läßt ein anderes dafür stehen, kann nicht ein noch aus, hat Entscheidungsängste, und Entscheidungsschwierigkeiten, will einmal berühmt werden ¿ Zum Glück gibst noch meine Frau ¿ oder
    ¿ Der Pirat ¿ oder ¿ Der Schwimmer in der Wüste ¿, diese Filme sind Ähnlich wie dieser.
    SUSANNE RESSELS Vater stirbt, er geht mit Ihr auf die Rax, sie hat gerade mit DANNY Schluß gemacht, er liebt ne andere, sie kam selber drauf. Scheißbeziehung, sie ist alleine, nur Ihr Alter Vater ist da. Es sind die späten 80 er Jahre, man kann nicht viel machen in der Zeit. Wandern war noch Inn. Was sieht der Vater auf der Seehütte ? In der Höhe ? Einen alten Mann, Einen gefährlichen Mann aus Ebensee, dem Ex KZ, er hat ihn an der Stimme erkannt, er wurde früher Schädelknacker genannt, er war so stark das er oft aus Spaß 2 Juden nahm, denen die Schädel zusammenschlug, so das die Hirnschale austrat. Er läuft zum Telefon, kann den Herrn gerade noch melden, der es merkt und sich mit seiner Frau und der Tochter auf der Flucht nach Törl befindet, einer Kleinen Ortschaft südlich der Rax, und er stirbt, am Telefon. SUSANNE ist außer sich, sie bittet einen Bekannten sie zu begleiten, zu einem anderen alten Mann, einen österreichischen Simon Wiesenthal, der kennt den Herrn, hatte 2 Namen. Zeugen gibt¿s keine nun. Alle sind tot, bis auf einen. HERMANN GEBÜRTIG, er lebt in New York, ist ein bekannter Komponist, hat viele Frauen um sich, ist um die späten 60, Anfang 70, lebt alleine, ist reich und bescheiden. Man ruft ihn an, er will in das Dreckloch Wien nicht, das Naziland, nur schlechte Erfahrungen, die Erinnerungen holen auch ihn ein. SUSANNE jettet rüber, überredet ihn am Vorabend des Prozesses gegen RUDOLF dem Schädelknacker in Wien zu sein, im Letzten Moment, nach einem Streit und Ihrer Abreise, sagt er rechtzeitig zu. Der Journalist KONRAD SACHS, Sohn des berüchtigten SS-Arztes mit den Menschenversuchen, wird verrückt an seinem Erbe. Sein Vater THEODOR, war ein berühmter Arzt, er hat Lebende Juden seziert, er dreht mehr als durch, fällt bei einer Prostituierten in der Inneren Stadt in Ohnmacht, fliegt aus dem Etablissement, blutet oft aus der Nase, und erinnert sich wie es früher war, Vater, Nazis, und Tote aufgeschlitzte Leichen zu sehen. Er ist wirklich arm dran, auch er hat Kontakt mit SUSANNE. Seine Freundin ELENA ( Corrina Harfouch ) verläßt er wegen Nichtigkeiten.
    Das ganze war mal ein Roman, ist es immer noch und ich habe mich im Kino recht wohl gefühlt. Kein Schwein war da, wir saßen am Sessel, rutschten rauf und runter, zelebrierten die Kamasutra durch, lagen auf 2 Sitzen, es war wie im Club Med. Der Film ist saufad gewesen, er war nicht mal unterhaltsam, das Buch muß ja der Reine Terror gewesen sein. Ein Richtiger Popcornfilm, für Leute die sich das Popcorn durch die Nase ziehen abgewöhnen wollen. Der Film ist einfach nur langweilig. Er hat nichts spannendes zu bieten, nicht gerade hübsche Gesichter, nicht besonders einfallsreiche Aufnahmen von Wien. Ein bißchen verzwickte Erzählstruktur, ein paar Verbindungen, und ein Ärger das man für so einen langweiligen blöden Film auch noch Geld zahlt. Muß alles verfilmt werden ? Wahrscheinlich ja. Wenn das Buch auch so fade ist, wundert mich es,

    Re: schas
    Das ganze war mal ein Roman, ist es immer noch und ich habe mich im Kino recht wohl gefühlt. Kein Schwein war da, wir saßen am Sessel, rutschten rauf und runter, zelebrierten die Kamasutra durch, lagen auf 2 Sitzen, es war wie im Club Med. Der Film ist saufad gewesen, er war nicht mal unterhaltsam, das Buch muß ja der Reine Terror gewesen sein. Ein Richtiger Popcornfilm, für Leute die sich das Popcorn durch die Nase ziehen abgewöhnen wollen. Der Film ist einfach nur langweilig. Er hat nichts spannendes zu bieten, nicht gerade hübsche Gesichter, nicht besonders einfallsreiche Aufnahmen von Wien. Ein bißchen verzwickte Erzählstruktur, ein paar Verbindungen, und ein Ärger das man für so einen langweiligen blöden Film auch noch Geld zahlt. Muß alles verfilmt werden ? Wahrscheinlich ja. Wenn das Buch auch so fade ist, wundert mich es, warum es ein Erfolg wurde. Oder ist es so ein abstrakter Künstlerfilm den man nur versteht wenn man täglich die übliche Portion Weißwein mit Kokain und Schnittlauch am Brot frißt ? Wer weiß.


    Einfach nur ein fader Käse


    25 von 100