Igby

 USA 2002

Igby goes down

Drama, Romanze, Komödie 01.05.2003 97 min.
film.at poster

Der 17jährige Igby lehnt sich gegen alles auf, was ihm Familie und Gesellschaft zu bieten haben.

Das erstaunlich stilsichere Regiedebüt von Burr Steers ist kaum einem Genre zuzuordnen - IGBY vereint bitterböse Komödie, zynische Gesellschaftssatire, kraftvolles Coming-of-age-Drama und romantische Love-Story zu einem geschlossenen Ganzen. Titelheld Igby (Kieran Culkin) lebt in behüteten Verhältnissen als Mitglied des Ostküsten-Geldadels, aber im Gegensatz zu seinem strebsamen Bruder lehnt sich der 17-jährige Schüler gegen alles auf, was ihm Familie und Gesellschaft zu bieten haben. Er setzt sich gegen die dominante Mutter (Susan Sarandon) ebenso kräftig zur Wehr wie gegen die republikanischen Freunde der Familie und diverse Eliteschulen, in die man ihn steckt. Erst eine Affäre mit der sprunghaften Sookie (Claire Danes) scheint seinem Leben eine Richtung zu geben.
Die Zeichnung der Charaktere ist äußerst subtil, die Dialoge sind von zynisch-elegantem Witz, und ein großes Schauspielerensemble - angeführt von Susan Sarandon - agiert in Höchstform.

Details

Kieran Culkin, Claire Danes, Jeff Goldblum, Susan Sarandon, Jared Harris, Amanda Peet, Ryan Philippe, Bill Pullman
Burr Steers
Uwe Fahrenkrog Petersen, Pete Yorn, Courtney Taylor-Taylor
Wedigo von Schultzendorff
Burr Steers
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Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • recht unausgewogen
    wie er haue kriegt von seinem vater (ob ers wirklich ist oder ob sie ihn damit nur ärgern mag, hab ich nicht rausgefunden) und dessen fickfroscherl sieht man deutlich, dafür wird beim sex garnix gezeigt!
    im film sind einige sehr witzige situationen und dialoge, als gesamtes betrachtet wars doch eher fad.

  • Angry Young Man Igby
    Der Titelheld von Burr Steers' Regie-Erstling "Igby Goes Down" ist ein 17jähriger Schüler, der eine Reihe von Problemen hat, die zum größten Teil den gleichen Nachnamen tragen: Der Sohn eines in Geisteskrankheit abgeglittenen Vaters (berührend: Bill Pullman) und einer karriere- und egozentrierten Mutter (Susan Sarandon - besser kann man das nicht spielen!), leidet zusätzlich noch an seinem braven Bruder Oliver ("Neuer Republikaner") und seinem lüsternen Patenonkel D.H. (Jeff Goldblum - unvergesslich in heruntergelassenen Hosen). Wen wundert's, dass er in der Schule weder Lust noch Erfolg zeigt und selbst aus der Militärakademie ausbüchst, um in New York einfach ein wenig zu leben.
    Dort begegnet er einer Vielzahl ausgefallener Charaktere, denn wählerisch zu sein kann er sich nicht leisten... Ohne zuviel zu verraten: In süffisantem Gegensatz zum Titel geht Igby nicht down, sondern er wird erwachsen. Dass es auf dem Weg dorthin einiger schlechter Erfahrungen bedarf, weiß wohl jeder. Diese ausgezeichnete tiefschwarze Komödie bringt einen gleichermaßen zum Lachen wie zum Weinen und bleibt immer eines: zutiefst menschlich.

  • gähn ist der Film fad, aber gut gespielt, und uninteressant
    Igby goes down



    Was kommt raus wenn man ¿ Tanguy ¿ mit ¿ ¿ Very bad Things ¿ kreuzt, und das ganze mit einem
    Schuß ¿ Die Royal Tenenbaums ¿ vermixt ? Richtig, der Film hier. Die Geschichte eines 97 Minütigen Antihelden.

    JASON SLOCUMB JR. ¿ IGBY ¿ ( Kieran Culkin ) hat alles was man will. Eine Wohnung, Gewand, Geld, reiche Eltern, und eine reiche Mutter, die dauernd keppelt. MIMI SLOCUMB ( Susan Sarandon ). Sein Vater
    JASON ( Bill Pullmann ) ist ein Komischer Kauz, er ist schizophren und ist bald in einer Anstalt, wo er gerade versucht klar zu kommen das er lebt und er hält die Familie nicht aus, ist ein Nichtsnutz, arbeitet selten, und hängt MIMI an der Tasche. Die ist steinreich, Tablettensüchtig, und eine ziemliche Nervensäge. D.H. BANES ( Jeff Goldblum ) ist der Patenvater von IGBY. OLLIVER ( Ryan Phillippe ) der Bruder von IGBY, der ein Streber ist, verliebt sich in SOOKIE SAPPERSTEIN ( Claire Danes ), und BANES mietet für RACHEL eine 900 m² Wohnung, weil sie seine Freundin ist, weil er sie liebt, weil er sie gerne hat, und weil er sie geil findet. Und er ist verheiratet. IGBY macht nur Probleme, die Schulen sind ihm ein Gräuel, er fliegt aus vielen raus, blamiert die Mutter, landet beim Psychiater, und die schickt ihn auf eine Militärakademie wo er lernt die wichtigen Dinge des Lebens zu lernen. Versteckt vor allen Offizieren Joint rauchen. Und da macht er sich dann auf die Flucht nach New York in das Hotel O`Hara, wo er mit der Kreditkarte der gestohlenen Mutter mal auf großem Fuß lebt.

    MIMI liegt im Spital angeblich wegen einer Brustkrebsoperation, und sie merkt nicht von dem allen viel.

    BARNES will ihm helfen, als er ihm besucht, er hat eine Freundin, RACHEL ( Amanda Peet ), drogensüchtig und Künstlerin, und die fickt mit BARNES das sie bei ihm leben kann. Der wiederum hilft IGBY mit dem wichtigsten was man über Verträge und Versicherungen wissen muß. IGBY landet mit RACHEL im Bett, die hat einen gemeinen Freund, RUSSELL ( Jared Harris ) der ist ziemlich sauer. Da passiert nachher noch ne Menge. IGBY trifft SOOKIE wieder die er von dem Ball herkennt, die ganz süße. OLLIVER ist in Ihr drinnen gesteckt, dann ärgert sich IGBY, doch der trifft sie wieder und ein Joint steckt in Ihren Mäulern, danach vergeht wieder ne Menge, sie treffen D.H. mit RACHEL beim Sex, wie peinlich, die ist verärgert, und IGBY, steckt danach in SOOKIE.

    In der Zwischenzeit flüchtet RACHEL, will D.H. wieder zurückhaben, will sich aber den letzten Schuss geben, da sie drogensüchtig ist, OLLIVER ist sauer auf IGBY, der auf SOOKIE pfeift, und latscht zu RUSSELL Drogen verhökern. Da kommt auf einmal MIMI mit ner wichtigen Nachricht.

    Ja so ungefähr klingt dieser ulkige, mit sehr vielen Stars vollbesetzte Film. Die haben sehr gut gespielt, sie haben sich meistens selber gespielt, eh klar, was sonst, allen voran halt Ryan Phillippe und Igby, die passten sehr gut. An sich gibt es nicht viel da auszusetzen, nur das die Story fade war, der ganze Film stinklangweilig, die Geschichte uninteressant, die Girls haben gut gepasst, allen voran die drogensüchtige Danes, die hat sehr gut gespielt, und ich fand das dieser Film über das Erwachsenwerden auf eine gewisse kranke Art, irgendwie nicht so rüberkommt, wie meine Salami in den Mund meiner Freundin, die mir aus Rache ins Knie biss, da sie in Ruhe den Film sehen wollte. Auch sie fand ihn nicht so spannend, Kritiken über den Film sind gut, ich finde ihn einen Dreck. Das ganze ist keine Komödie, irgendwie traurig und deprimierend, und auch langweilig und einen solchen Film im Kino ansehen ist nicht schön, da ist sicher Video schöner.

    Ein Film für verliebte, gelangweilte, was eh das gleiche heutzutage ist, für Neoromantiker, und Prädepressive, für Mohikanische Gothicanbeter, und Friedhofsgärtner, für Postpubertäre Sadomasochisten.

    57 von 100

  • Zu clever für sich selbst
    Es benötigt schon einen fantastischen Filmemacher, um ein ¿Coming Of Age¿ Drama/Komödie clever, tragisch und komisch zu machen. Und Steers ist bei weitem kein Wes Anderson. Mir ist unklar, warum man sich mit Igby, einem verwöhnten und ziellosen Wohlstandskind, überhaupt identifizieren sollte. Es wirkt alles sehr antriebslos an diesem Film, der keine Ahnung hat, was er sagen will und deswegen immer wieder zur falschen Zeit Ironie einsetzt, da ja alles so hip ist. Culkin ist gut, hat mir aber in ¿Dangerous Lives of Altar Boys¿ besser gefallen. Das beste hier ist das Design der Künstlerwohnung.

  • EINE REISE DURCH IGBY'S ABGEFUCKTE WELT (Teil I)
    Er hat ihn also erwischt. Seinen Patenonkel. Mit heruntergelassenen Hosen. Den versnobten Kerl, der in einem Sitzkissen hockt, eine Zigarre pafft und ihn verwundert anstarrt. Was willst du denn hier?, sagt dieser harte Blick, und sodann beginnt der Patenonkel beschämt zu grinsen, steht auf, zieht sich die Hose über seinen Arsch und verlässt mit einem die peinliche Situation überspielenden Lachen die Wohnung.
    Wir bleiben bei Igby, dem rebellischen kleinen Kerl, der im nächsten Moment mit blutender Nase auf dem Boden kauern wird. Nur eine der erniedrigenden Begleiterscheinungen des Jungseins. And Igby Goes Down. Schon wieder.

    Igby ist also die Hauptfigur, der Held seiner eigenen kleinen Geschichte. Eigentlich heißt er Jason Slocumb, Jr., doch die falsche Aussprache einer Figur seiner Lieblingsfernsehserie als Kind ist hängen geblieben. Igby ist 18 ¿ na ja, fast 18 ¿ und Spross einer reichen, im Grunde jedoch kaputten Familie. Der Vater verbringt den Lebensabend in einem Nervensanatorium ("...i feel the great green pressure..."), die Mutter macht ihm als Furie das Leben zur Hölle. Und nicht zu vergessen, einen überheblichen, älteren Bruder gibt's auch noch.

    Regisseur Burr Steers verfolgt in seinem wunderbaren Regiedebüt den Vorsatz "Nichts ist skurriler als das Leben selbst" und trifft damit voll ins Schwarze.
    Nach der Aufblende liegt die Mutter (Susan Sarandon in einem ihrer witzigsten Auftritte als Frau, der nichts Rechtzumachen ist) in ihrem großen Doppelbett, schnarcht vor sich hin. Ihre beiden Söhne sitzen an ihrer Seite, warten. Plötzlich bricht die Atmung ab, die Jungs verharren mit gespannten Gesichtern, und nach einer scheinbar endlos dauernden Stille setzt das Sägen wieder ein. "Das kommt alles vom Tennisspielen", meint Igby, und in einer eingefügten Rückblende sehen wir die Mutter Bälle über das Netz dreschen. Als Zuschauer bleibt uns nichts anderes übrig als dem Humor der Szenen freien Lauf zu lassen, auch noch, wenn ihr Oliver, der Ältere, einen Plastiksack über den Kopf stülpt und ihn zuschnürt.
    Später, sehr viel später erst, bemerken wir die wahren Beweggründe dieser Sequenz und uns bleibt fast das Lachen im Halse stecken. Genau auf diese Art und Weise verfährt Steers. Er manövriert uns, den Zuschauer, in eine ausweglose Situation, wobei wir in keiner Minute wissen, ob es lustig gemeint ist, oder eben nicht.

    Der sorglose Trotzkopf Igby erinnert in seinem Verhalten, wie er durch die Geschichte wandert, ein wenig an die Figur Art aus DIE GEHEIMNISSE VON PITTSBURGH von Michael Chabon (dem Autor der Romanvorlage zu DIE WONDER BOYS). Wie Art, begegnet er verschiedenen Typen Menschen: denjenigen, die ihn formen; denjenigen, die sein Tun missbilligen; und jemandem, bei dem er Liebe und Freundschaft findet. Sein im Film dargestelltes Aufbegehren ist die Zeit in seinem jungen Leben, in der er am meisten und härtesten Verstehen lernt, was es heißt, Erwachsen zu werden. Am Ende, wenn der Flieger in einen neuen Abschnitts seines Lebens abhebt, hat er es dann endlich begriffen.

    Re: EINE REISE DURCH IGBY'S ABGEFUCKTE WELT (Teil I)
    Der Film ist bis in die Nebenrollen mit wunderbaren Darstellern (Jeff Goldblum, Claire Danes, Bill Pullman u.a.) besetzt, und jede Figur bekommt ihren bestimmten Augenblick im Film. Besonders Amanda Peet geht zu Herzen, wenn sie sich vor dem Spiegel für ein Rendezvous mit Igbys Patenonkel zurechtmacht, und dabei krampfhaft versucht, die gespielte Fassade aufrechtzuerhalten und die bittere Wahrheit über sich zu verstecken.

    Wie auch immer, die eindringlichste Performance liefert Hauptdarsteller Kieran Culkin, der mit diesem Film endgültig seinen Bruder Macaulay vergessen macht. Er hat schon mit seinen Rollen in THE MIGHTY und GOTTES WERK UND TEUFELS BEITRAG bewiesen, das er ein Talent ist, und die Figur des Igby scheint geradezu für ihn geschrieben worden zu sein. Er geht auf eine verwirrende Reise und zurück bleiben die Erkenntnis, nicht so sein zu müssen wie sein verrückter Dad, die freundschaftliche Liebe zu einem älteren Mädchen und ein Eisbecher.

    IGBY GOES DOWN verwundert die gesamte Laufzeit über. Der Film hebt mit bösen Witzen an und dringt dann mit bitterer Ironie in den Kosmos der Figuren ein, ohne die Balance zwischen Humor und Trauer aus den Augen zu verlieren und ins allzu Sentimentale abzugleiten. Das großartige Darstellerensemble und die behutsame Inszenierung tun ihr Übriges.
    IGBY GOES DOWN, ein kleines Juwel in der Independent-Branche. Ein Film mit Botschaft: So hart einem das Leben auch von den Füßen holt. Immer aufstehen. Irgendwann klappt's.