Iris - Leben war ihre größte Begabung

 GB/USA 2001
Drama, Biografie 87 min.
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Das Leben der britischen Literatin Iris Murdoch, gesehen von ihrem Ehemann.

Die gefeierte Literatin und Denkerin Iris Murdoch ist seit mehr als 40 Jahren mit dem Literaturkritiker John Bayley verheiratet. Schon in den frühen Tagen ihrer Romanze war die überlegene Autorin diejenige, die das Sagen hatte. John stand stets in ihrem Schatten und musste akzeptieren, dass Iris ihre Freiheit auch mit anderen Männern und Frauen zelebrierte. Und doch blieben die beiden ein Paar und wuchsen im Lauf der Jahre immer näher zusammen. Bis zu jenem schicksalhaften Tag im Jahr 1997, als ihre Dynamik auf den Kopf gestellt und ihre Beziehung der schwersten Belastungsprobe überhaupt ausgesetzt wird: Die Ärzte diagnostizieren Alzheimer bei Iris. Doch John ist nicht bereit, die Liebe seines Lebens kampflos aufzugeben...

Details

Kate Winslet, Hugh Bonnevile, Judi Dench, Jom Broadbent, Eleanor Bron, Angela Morant, Penelope Wilton, u.a.
Richard Eyre
James Horner
Roger Pratt
Richard Eyre, Charles Wood
Buena Vista

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Sehr gut gespielt, traurig und romantisch
    Iris



    In den 50 er Jahren ist Oxford ein Kaff, alle gehen zur Schule, das Leben ist gutbürgerlich, langweilig und so richtig spießbürgerlich und langweilig. IRIS MURDOCH als junge Frau ( Kate Winslet ) ist ein Mädchen das stets nach oben will, und nie genug hat. Sie kann vom Leben nicht genug bekommen, und trifft durch Zufall, bei einer Radtour und einem Einkaufsbummel auf den stotternden, sehr schüchternen, und etwas zurück gebliebenen JOHN BAYLEY, der sich sofort in die Frau ohne jede Konvention verliebt. Ihr geht es genauso, nur ist Ihr die Konvention mehr als egal, und sie macht einfach was sie will, und schnappt sich den Jüngling. Kurz nach dem sie ihn zum Mann gemacht hat, macht er sie zu seiner Frau, und beide entdecken die Liebe zum Wasser. In stetigen Rück und Zwischenblenden, gibt es einen Wechsel zwischen der Jungen IRIS, und IRIS MURDOCH als alte Frau ( Judi Dench ), die Ihr Leben nun schon über 40 Jahre mit John fristet. IRIS wiederum vertraut niemanden, außer JOHN, dem sie als einzigen und ersten gesteht einen Roman geschrieben zu haben. Er hat dafür alles in Bewegung gesetzt, damit sie ihn veröffentlicht, und im Laufe der Zeit hat sie 26 Bücher geschrieben. IRIS und JOHN lieben baden in der Themse, Radfahren im Wald, und hemmungslosen Sex.
    Bevor sie 1956 heiraten, gesteht JOHN, das sie seine erste Frau ist, und schon nach kurzer Zeit muß er erleben, das sie auch anderen Männern nicht so ganz abgeneigt ist, oder anderen Frauen, und beide müssen sich zusammenstreiten, denn sie ist stur, und macht einfach was sie will, obwohl sie weiß, das sie in JOHN einen wahren Engel hat, der mehr als nur alles akzeptiert. In den 90 er Jahren ist IRIS schon längst eine gefeierte Buchschreiberin, und längst anerkannt in der Englischen Romanwelt. Stets hat IRIS nur die Liebe zu den Wörtern gehabt, und nach außen hin, haben sie eine wunderbar harmonische Beziehung und führen ein geordnetes, Leben. Im Privaten leben beide in einem Saustall, haben nie Kinder gehabt, und alles ist in Unordnung, und es sieht aus wie in einer Müllhalde. Doch IRIS hat ein Problem, bei einem BBC Interview vergisst sie was sie sagen will, und kurz nach einiger Zeit besucht sie einen Arzt. Der stellt bei Ihr die schreckliche und unheilbare Diagnose von Alzheimer fest. JOHN ist mehr als entsetzt, und IRIS, stets auf Bildung bedacht, für sie bricht eine Welt zusammen.
    Der Film geht einfach durch und durch. Wer auf die Filme ¿ Freundinnen ¿ oder ¿ Ich bin Sam ¿ steht
    Mit einem Zusatz von ¿ Schiffsmeldungen ¿ und ¿ Carrington ¿, dem wird der Film ganz sicher gefallen. Iris Murdoch hat wirklich gelebt, sie war eine sehr gute Schriftstellerin, und hat 26 Bücher geschrieben. Der Film beruht auf den Erzählungen Ihres Genetogefährten, und dessen Zeitungsberichte, Videoschnipsel, Tagebüchern, und sonstigen Berichten die sonst wo hingeschrieben wurden. Einiges wurde verändert, im Gegensatz zur Realität, und anderes wurde wiederum ganz genauso übernommen. Der Film dauert 91 Min. und ist sehr kurz und am Anfang zieht sich der Film wirklich extrem durch, wie ein 10 Meter langer Kaugummi, und es wird sehr schnell langweilig, bis zur Mitte des Filmes, als bei IRIS einige Probleme anfingen, sie Worte wiederholt und nicht weiß warum. Judi Dench ist die Beste Schauspielerin 2002, definitiv, und sie sollte auf alle Fälle für den Film den Oscar für die beste Weibliche Darstellerin bekommen. Sehr gut war auch Ihre Jugend die von Kate sehr einfühlsam, lustig und wirklich realistisch gespielt wurde. Sie war ein Mädchen das sich nichts sagen ließ, absolut nichts, und sich Ihre eigenen Regeln zurechtgeschnitzt hat. Sie lebte mit einem Stotterheini zusammen, der nicht ganz dicht war, und wenig Ahnung vom Leben hatte. Er hat von Ihr nie wirklich viel gewußt, aber sie einfach so genommen wie sie ist, ein Beispiel das sehr wenig Leute machen. Er hat sie einfach nur geliebt, u

    Re: Sehr gut gespielt, traurig und romantisch
    Er hat sie einfach nur geliebt, und war stets froh in Ihrer Nähe zu sein, und war auch bei Ihr, als sie ihn mit einem anderen Mann betrog. Er hat Ihr je immer alles verziehen, und bekam dadurch eine sehr schnöne, intelligente, und wirklich gute Freundin die ihn in allen Lebenslagen beistand. 26 Bücher hat sie geschrieben, und dann fängt bei IRIS die Alzheimer Krankheit an, das mehr als schlimm ist. Sie spielt die Rolle so gut, das man glaubt das sie wirklich Alzheimer hat. Ich wollte Judi Dench schon einen Brief schreiben, das es bald ein Mittel gegen Alzheimer gibt, als ich erfuhr das sie die Rolle nur gespielt hat. Anfangs war es langweilig der alten Frau zuzusehen, aufrechterhalten nur von der sympathischen Darstellung von der Jungen IRIS, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Es war einfach ein bezaubernder Film am Ende betrachtet. Würde der Film in mehr Kinos sein, wäre er sicher berühmter. Eigentlich ein Film für das Verständnis dieser heimtückischen Krankheit, aber auch ein Film zum nachdenken, schmunzeln, und selber sich an der Nase nehmen, und mal nachdenken, wie oft wir Menschen sehen denen es schlecht geht, und denen wir nicht helfen. IRIS war stets ein hilfsbereiter Mensch, und bis ins Hohe Alter hat sie nur wenig Freunde gehabt. Der Rest waren Neider und Missgönner. Die Darstellung von JOHN BAYLEY Ihrem Mann, war sehr gekonnt. Ein richtiger Stotterhannes, der im Leben nicht viel zu Tage gebracht hat, und mit seiner Behinderung gelernt hat zu leben. Etwas zurückgeblieben, eine Art Minni Forest Gump im England Format, hat er letztendlich genau das gekriegt was er verdient hat. Eine wundervoll sanftmütige, stehts lebenslustige Frau, die zwar etwas verrückt war, aber immer nett zu ihm. Und bis ans Ende hat er sie geliebt, und wenn Liebe unter schweren Umständen filmbar wäre, dann wäre dieser Film ein Beispiel dafür. Während sich das Kino enttränisiert hat, haben wir in der Zwischenzeit Taschentücher aus Tapeten gefertigt, die wir mit einem Schweizer Taschenmesser runterschnitten von der Wand, und somit den Kinopreis wieder eingespielt, durch deren Verkäufe. Fazit, man sollte nie einem 2 Meter großem Skinhead versehentlich in das Genick niesen, wenn er gerade mit seiner Blonden Freundin im Kino ist, und versucht seinen Analphabetismus zu besiegen, indem er sich einen Film ansieht, wo man mehr als 10 Worte redet, während er gerade damit seiner Freundin imponieren will. Das kann ganz schön schief gehen, wenn man nicht selber eine Freundin hat, die 12.000 Kampfsportarten kann. Am besten Bratpfannenkarate.


    Herrlich romantische, sehr traurige, und einfach nur fantastisch gespielte

    82,20 von 100

  • mein Leben???
    Dieser Film hat es wieder einmal geschafft die Sneakgemeinde zu teilen. Regelmäßig strömten Besucher aus dem Saal, obwohl es der Film, meiner Meinung nach wirklich nicht verdient hat. Die titelspendende Iris ist Schriftstellerin und lebt Ihr Leben nach ihren Regeln. Doch kurz vor der Fertigstellung ihres letzten Buches trifft sie der schwerste Schlag, der einer Schriftstellerin nur zustoßen kann. Alzheimer. In einem unmenschlichen Tempo entwickelt sich die Krankheit, bis sie nach einiger Zeit keinen Gedanken mehr halten kann. Aber auch Ihr Mann scheint förmlich daran zu zerbrechen. Besondere Erwähnung verdienen dir Rückblenden. Die nicht nur dramaturgisch gut geschnitten sind, sondern auch eine interessante Liebesgeschichte erzählen. Es ist schön anzusehen wie Iris, die voll im Leben steht, sich in einen Kerl verliebt, der nicht viel Ahnung davon hat. Der Film hat ohne Zweifel Anerkennung verdient und wirft auch einige Fragen auf. Kann eine Liebe noch bestehen, wenn man den Partner nicht mehr kennt? Hat man ein Leben gelebt, an das man sich nicht mehr erinnert. Ich weiß es nicht (mehr).

  • DIE LANGE REISE INS DUNKEL
    Ihr Leben gestaltet sie für sich selbst frei und ungezwungen. Sie nimmt sich einfach das Recht, ihr Recht, zu tun und zu lassen, was sie möchte, wann, wie und mit wem sie es möchte. Ihre Passion ist das Schreiben von Novellen und philosophischen Abhandlungen, ihre sprichwörtlichen "Freunde " die darin agierenden Figuren und Versuchsobjekte.
    Noch während den Arbeiten an ihrem neuen Roman stellen sich Erinnerungslücken ein, Gedankenaussetzer, die schnell überhand gewinnen. Die traurige Gewissheit einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung erschüttert die sie Liebenden und bringt ihre Welt ins Wanken. Bald kann sie nicht mehr allein das Haus verlassen, erschrickt bei ihrem eigenen Spiegelbild. Singt sie im ersten Moment noch aus lautem Halse ein Lied aus ihrer Jugend, als wäre nichts gewesen, so hadert sie plötzlich mit den Worten, der Text ist ihr innerhalb von Sekunden entfallen, war nie da.

    Das Faszinierende am ganzen Geschehen ist jedoch die unprätentiöse Machart, die Einfachheit der Inszenierung. Die einzelnen Figuren bestimmen die Geschichte, treiben sie voran, nicht umgekehrt. Abseits vom Hollywoodklischees und tränenversifften Szenen. Und das, obwohl die Geschichte auf dem Leben der wahren Iris Murdoch basiert.
    Das Ensemble ist hervorragend gewählt, die auf zwei Zeitebenen erzählte Geschichte offenbart schauspielerische Meisterleistungen: Die Ähnlichkeit in Gestik und Mimik der beiden John Bayleys (Hugh Bonneville/Jim Broadbent). Die aus ihrem Gesicht strahlende Lebensfreude Kate Winslets. Die sich in Judi Denchs Augen festsetzende Angst vor dem Realitätsverlust.

    "Wann gehen wir?" fragt Iris einmal. Ihr Mann lächelt. Er liebt sie nach all den langen, gemeinsamen Jahren noch so sehr wie am ersten Tag. Er kümmert sich rührend um sie, antwortet ihr mit einem Lächeln.
    "Wann gehen wir?" fragt Iris noch einmal, und da weiß er dann, dass sie nie wieder irgendwohin gehen wird.