Jenseits von Afrika

 USA 1985

Out of Africa

Drama, Romanze, Kultfilme, Abenteuer, Biografie 161 min.
7.20
film.at poster

Sydney Pollack verfilmte Tanja Blixens autobiographischen Schriften und machte damit Meryl Streep und Robert Redford zu einem der berühmtesten Film-Liebespaare aller Zeiten.

"Ich hatte eine Farm in Afrika", mit diesem Satz beginnt eines der schönsten Melodramen der Filmgeschichte, die auf Tatsachen beruhende Geschichte der dänischen Baronin Tania Blixen, die Anfang des 20. Jahrhunderts eine Kaffeeplantage in Kenia bewirtschaftete.

Tania Blixen (Meryl Streep) ist kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs ihrem Mann, dem dänischen Baron Bror Blixen (Klaus Maria Brandauer), nach Afrika gefolgt. Die Eheschließung der beiden erfolgte unter rationalen Gesichtspunkten - während einer Jagdpartie im verschneiten Dänemark hatten sie sehr pragmatisch die Eckpunkte ihrer Ehe verhandelt und schnell Taten folgen lassen. Trotz des immensen "cultural clash" zwischen Dänemark und Kenia lebt Tania sich gut ein. Sie lässt sich nicht schnell einschüchtern und hat ein gutes Gefühl für Sachzwänge. Bror ist kein Kind von Traurigkeit. Dennoch ist Tania sehr schockiert, als bei ihr eine schwere Syphilis diagnostiziert wird - ihr Mann hatte sie angesteckt. Tania muss Afrika verlassen und sich im fernen Dänemark einer Behandlung unterziehen. Nach Kenia zurückgekehrt, nimmt sie auch den Kontakt zu dem englischen Großwildjäger Denys Finch Hatton (Robert Redford) und seinem besten Freund Berkeley Cole (Michael Kitchen) wieder auf. Was als flüchtige Begegnung in der Steppe begann und sich über lange Abende, in denen Tania Geschichten erzählte, entwickelte, wird für die unabhängige Frau schließlich zur Liebe ihres Lebens. Silvester 1918/19 tanzt Tania mit Denys in das neue Jahr, und aus der Luft zeigt ihr der begeisterte Flieger die Schönheit des afrikanischen Kontinents. Aber Denys ist ein rastloser Abenteurer. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Verbot des Elfenbeinhandels organisiert er Safaris für wohlhabende Touristen. Oft ist er wochenlang unterwegs, aber auch, wenn er bei Tania ist, sucht er keine konventionelle Bindung. Immer wieder muss sie von ihm Abschied nehmen, doch er kehrt auch immer wieder zurück - bis er eines Tages mit dem Flugzeug abstürzt. Auch Tanias Tage in Afrika sind gezählt - doch diesmal gibt es keine Rückkehr...

Der Film gewann 1986 insgesamt 7 "Oscars, in folgenden Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Ausstattung, Beste Originalmusik, Bester Ton und Beste Kamera ausgezeichnet.

Details

Meryl Streep,Klaus Maria Brandauer,Robert Redford u.a.
Sydney Pollack
John Barry
David Watkin
Kurt Luedtke, nach Karen Blixen

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Karen scheitert
    Das ist Sydney Pollacks schönster Film. Wunderschön sind die Landschaftsaufnahmen, besonders die aus der Vogelperspektive, bei denen es in der Magengegend kitzelt, wenn der Flieger über eine plötzlich abbrechende Erdkante segelt und ebenso wunderschön die herzzerreißende Liebesgeschichte mit Dreieckscharakter, die wegen des fehlenden Happy Ends die Tränendrüse besonders reizt. Ganz zu schweigen von den grandiosen Hauptdarstellern, die sich mit geschliffenen Dialogen hochwertige Rededuelle liefern, die in Form und Inhalt weit über dem üblichen Niveau des Genres liegen. Die Liebenden Robert Redford als Dennys und Meryl Streep als Karen ringen in ihrer Beziehung mit solchen Begrifflichkeiten wie Freiheit und totale Liebe, Selbstbestimmung und Fremdbestimmung.
    Die drei Hauptfiguren haben neben ihrer Liebe eigene Lebensentwürfe: Dennis ist der ungebunden bleiben wollende Freigeist und Abenteurer, der vielleicht später einmal eine ausschließliche Beziehung eingehen würde, vielleicht! Dem Beau fliegen die Frauenherzen förmlich zu. Die verheiratete Karen versucht sich in der Männerwelt zu behaupten. Sie erleidet in doppelter Hinsicht Schiffbruch. Außerdem setzt sie sich auch noch für die Eingeborenen ein und hebt sich vom landesüblichen Verhalten der europäischen Kolonialisten deutlich ab. Hier kommt also noch eine verantwortungsbewusste soziale Komponente zum Main Plot hinzu. Die schillerndste Figur ist Bror, Karens Noch- Ehemann. Klaus Maria Brandauer spielt den sympathischen Hallodri, der bei völliger Unzuverlässigkeit Karen durchaus immer noch zugetan ist, überzeugend gut. Für ihn sind die Frauen lediglich eine Geldquelle.
    Bror zu Dennys ‘Du hättest wenigstens fragen können‘.
    Dennys ‘Hab ich doch. Und sie hat ‘Ja‘ gesagt.‘
    Das ist ein Film für den Olymp, den man sich immer wieder anschauen kann. Jeder kann den Satz ‘Ich hatte eine Farm in Afrika…am Fuße…‘ vollenden. Das ist Kult!