Kama Sutra - Die Kunst der Liebe

 GB/Indien/USA 1996
Drama, Erotik, Krimi 117 min.
6.00
Kama Sutra - Die Kunst der Liebe

Mira Nair plante, die Lehren des Kamasutra, eines systematischen Lehrbuchs der Liebeskunst aus dem 4. Jahrhundert, in einen Spielfilm zu gießen.

Nichts ist schwieriger auf die Leinwand zu bringen als das offensichtlich Schöne. Beinahe nichts ist schöner als indische junge Frauen, dazu noch umgeben von Palästen, Kostümen, dem Schmuck, der Natur und der Musik ihrer Tradition... Diese Welt wird vor der Kamera von Declan Quinn ausgiebig in jenes orange-rot-braune Licht getaucht, das Haut und Haar so auffallend schimmern lässt. Die spirituelle Dimension der Erotik wird im Film mehr als vordergründig abgehandelt und bebildert. Dies wird durch aufwendiges Produktionsdesign, folkloristische Kostüme, durch Kunsthandwerk in Form von Tanzeinlagen und ausgiebiges Abfilmen von Pracht und körperlicher Schönheit einzuholen versucht. (Simone Mahrenholz)

Mira Nair plante, die Lehren des Kamasutra, eines systematischen Lehrbuchs der Liebeskunst aus dem 4. Jahrhundert, in einen Spielfilm zu gießen. Der Autor Mallanaga Vatsyayana hatte das Werk mit der Absicht verfasst, dem gebildeten Städter die Liebe als eines der drei hinduistischen Lebensziele nahe zu bringen. Die Filmautorinnen siedelten ihre Geschichte im 16. Jahrhundert an. Nair drehte vor allem in Khajuraho, einem Dorf in Zentralindien, das berühmt ist für seine erotischen Tempel aus dem 11. Jahrhundert, und ertrug zahlreiche Erpressungsversuche, Belästigungen und Haftandrohungen wegen "pornografischer Filmarbeit". Das Drehbuch konzentriert sich auf die Darstellung der Rivalität zweier Frauen, die um die Gunst des Herrschers buhlen.
(Text: Filmarchiv)

Details

Sarita Choudhury, Naveen Andrews, Ramon Tikaram
Mira Nair
Mychael Danna
Declan Quinn
Helena Kriel, Mira Nair

Kritiken

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User Kritiken

  • Ächz, stöhn, schmacht...
    Wer sich vom Titel verlocken lässt und eine Einführung in die indische Liebeskunst erwartet, wird enttäuscht. Auch Voyeure kommen nur recht kurzfristig auf ihre Kosten. Stattdessen schwingen glutäugige, junge Inderinnen über weite Strecken ihre Hüften, eingebettet in farbenprächtige Folklore. Ansonsten ist ein Zickenkrieg zwischen Ehefrau und Kurtisane das beherrschende Thema. Als auch noch ein verliebter Bildhauer auftaucht, bekämpfen sich die Männer ebenfalls. Meistens hören wir theoretische Diskurse über die Kunst der Verführung und sehen in Stein gehauenes Anschauungsmaterial. Es gibt tränenreiches Stöhnen und ausgiebiges Schmatzen. Lediglich die landesübliche medizinische Untersuchung ist ein netter Joke. Wie die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Männern und den Frauen ausgehen, überrascht nicht weiter und verstärkt den Eindruck, dass es sich hier um einen Schmachtfetzen à la Bollywood handelt. Aber wir werden nicht ins Leben entlassen ohne eine tiefgreifende Erkenntnis: „Das Leben hat immer Recht.“ Na, wer sagt’s denn!?