Kein Mord bleibt ungesühnt

 F 2006

Contre-enquête

Drama, Thriller, Krimi 85 min.
6.60
Kein Mord bleibt ungesühnt

Ausgerechnet einem Polizisten widerfährt der schlimmste Albtraum, den Eltern sich vorstellen können - seine kleine Tochter wird missbraucht und ermordet.

Selbst am Wochenende hält die Arbeit den Polizisten Richard Malinowski (Jean Dujardin) davon ab, den lange versprochenen Fahrradausflug mit seiner zehnjährigen Tochter Émilie (Alexandra Goncalvez) zu machen. Allein zu Hause zurückgeblieben - die Mutter Claire (Agnès Blanchot) arbeitet als Narkoseärztin im Krankenhaus - verabredet sich das Mädchen am Computer mit einem Chatpartner. Als ihr Vater von seinem Einsatz nach Hause kommt, ist seine Tochter nicht da. Wenige Zeit später wird ihre Leiche im nahegelegenen Wald gefunden. Émilie wurde vergewaltigt und ermordet, aber der Täter hat keine DNS Spuren an der Leiche oder am Tatort hinterlassen.

Für Malinowski bricht eine Welt zusammen, zumal er sich die Schuld am Tod der Tochter gibt. Auch seine Ehe hält den außergewöhnlichen seelischen Belastungen nicht stand. Seine Frau verlässt ihn. Wenigstens aber wird dem Vater die Genugtuung zu teil, jemanden für die Tat büßen zu sehen, denn scheinbar ist der Fall schnell geklärt. Der gutaussehende Daniel Eckman (Laurent Lucas) wird verhaftet. In einem Indizienprozess ohne wirklich stichhaltige Beweise wird Eckman verurteilt, obwohl er noch im Gerichtssaal sein Geständnis widerruft.

Malinowski sucht Ablenkung bei der Arbeit. Eines Tages erhält er merkwürdige Post: Eckmann schreibt ihm aus dem Gefängnis, beteuert seine Unschuld, behauptet, Opfer eines Justizirrtums zu sein. Das würde bedeuten, der wirkliche Täter wäre noch frei. In Marseille wird ein Mann namens Armand Salinas (Jean François Garreaud) verhaftet, der offensichtlich ein Serientäter ist. Eine Zeugin will ihn am Tag der Ermordung Émilies in dem Waldstück gesehen haben, wo später die Leiche gefunden wurde ...

Details

Jean Dujardin, Laurent Lucas, Agnès Blanchot, Aurélien Recoing, Jacques Frantz, u.a.
Franck Mancuso
Franck Mancuso

Kritiken

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User Kritiken

  • Selbstjustiz
    Der deutsche Titel ist keine Übersetzung und etwas plakativer als der des Originals: 'Gegenunterusuchung'. Das Film schichtet die Kenntnis über den Mord und den Mörder der kleinen Emilie mehrmals um und zwar: schuldig, unschuldig, doch schuldig. Nur solide Polizeiarbeit kann aber keine Spannung schaffen. Und das Ende wirkt wie ein seltsamer Wurmfortsatz. Hier werden dem Zuschauer kurz drei überraschende Fakten (in drei Szenen) präsentiert; Schluss, aus, fertig! Regisseur und Ex-Polizist Mancuso hat bestimmt selbst während seiner aktiven Zeit öfters erlebt, dass man einen Mörder wieder freilassen musste. Getreu dem Grundsatz 'im Zweifel für den Angeklagten'. Daher ist es nachvollziebar, dass er in seinem Fall zur Selbstjustiz greift. Er will uns damit sagen, dass Recht und Gerechtigkeit zwei Paar Stiefel sind, die nichts miteiander zutun haben. Hier verletzt am Ende einer klar das Recht, weil er Gerechtigkeit will, genauer gesagt er will seine Gerechtigkeit: d.h. Strafe und Sühne. Man ist zwar irgendwie zufrieden, aber ein Rest von schlechtem Gewissen bleibt. Auge um Auge kann doch wohl aber nicht die Lösung sein ?!