Der alte Mann und das Kind

 F 1967

Le vieil homme et l'enfant

Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 90 min.
7.80
Der alte Mann und das Kind

Frankreich, 1944: Während der letzten Monate der deutschen Besatzung wird der jüdische Junge Claude unter falschem Namen aufs Land geschickt, wo er bei einem älteren Ehepaar Unterschlupf findet.

Der achtjährige Claude lebt im von den Deutschen besetzten Paris. Als die Lage für Juden immer schwieriger wird, schicken die Eltern den Buben 1944, mit einer falschen Identität versehen, aufs Land, wo er bei einer katholischen Familie Unterschlupf findet. Allmählich freundet sich Claude mit Pepe, dem griesgrämigen und antisemitischen Hausherrn, an.

Claude Berris erster Spielfilm trägt autobiografische Züge, da er den Zweiten Weltkrieg in einem Versteck überlebte.

Details

Michel Simon, Alain Cohen, Charles Denner, Luce Fabiole u.a.
Claude Berri
Claude Berri, Gérard Brach, Michel Rivelin

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Pepe & Claude
    Der kleine jüdische Bub Claude! (Alain Cohen) wird während des Zweiten Weltkrieges aufs Land verschickt. Hier freundet er sich mit dem alten Pepe (Michel Simon) an. Claude Berri hat seine eigenen Erfahrungen aus jener Zeit in diesem Film verarbeitet. Er betont hier die Zuneigung zwischen dem ungleichen Paar. Quasi Großvater und Enkel mögen sich unheimlich. Sie verbünden sich gegenüber der ‘Großmutter‘, wegen des Essens von Fleisch und stehen sich bei, wenn die Klassenkameraden Claude mobben oder er zur Strafe kahl geschoren wird.
    Der Unterhaltungswert liegt unter andern in Claudes Wissen, dass er Jude ist, Pepe weiß es nicht und wird es nie erfahren.
    Trotzdem ist es kein Drama, obwohl unterschwellig jede Menge Konfliktstoff lagert. Pepe ist ein extrem rechter Rassist, aber halt so liebenswert. Berri setzt aber immer nur Info-Tupfer. Mehrmals betont Pepe, der Feind seien die ‘Juden, die Freimaurer, die Sozialdemokraten und die Kommunisten‘. Heute dient das eher zur Belustigung. Es wird überhaupt nichts weiter ausgebaut. Es ist ein fröhliches Landleben zwischen Enten, Gänsen und Schweinen. Der uneingeweihte Zuschauer fragt sich vielleicht, warum will sich Claude von der Oma nicht abseifen lassen will oder es werden kurze optische Flashlights gesetzt, wenn bei der Siegesfeier geschorene Frauen kurz durchs Bild huschen. Die Zuschauer haben das 1967 anscheinend voll verstanden.
    Wenn die beiden die Rassenmerkmale der Juden beschreiben und Claude feststellt, dass Pepe eigentlich Jude ist, begeben sich beide auf einen Grenzbereich, den sie aber nie verlassen werden. Harmlos, nett und voller Empathie.