Le Havre

 Finnland/D/F 2011
Tragikomödie 03.11.2011 93 min.
7.20
Le Havre

Aki Kaurismäki drehte nach längerer Pause erstmals wieder außerhalb Finnlands und erzählt die Geschichte eines gescheiterten Literaten, der auf einen jungen Flüchtling aus Afrika trifft.

Marcel Marx (André Wilms), früher Autor und wohlbekannter Bohemian, hat sich vor längerer Zeit in sein frei gewähltes Exil, die Hafenstadt Le Havre, zurückgezogen. Hier geht er inzwischen der ehrenwerten, aber nicht sonderlich einträglichen Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Der Traum vom literarischen Durchbruch ist längst begraben und trotzdem führt er ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Arletty (Kati Outinen). Doch plötzlich erkrankt Arletty schwer, gleichzeitig kreuzt das Schicksal seinen Weg in Gestalt des minderjährigen Flüchtlings Idrissa (Blondin Miguebpaus Afrika..

Details

André Wilms, Kati Outinen, Blondin Miguel, Elina Salo, Jean-Pierre Léaud, Ilkka Koivula, Evelyne Didi, Quoc Dung Nguyen
Aki Kaurismäki
Little Bob
Timo Salminen
Aki Kaurismäki
Stadtkino

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Plädoyer für Menschlichkeit
    Ein an sich ernstes Thema (’Migrationshilfe’) wird ruhig und stilsicher inszeniert, fast mit leichter Hand. Kaurismäki versucht sich hier der Mentalität der Franzosen anzupassen. Dabei präsentiert er wie immer eine Reihe von skurrilen Typen, die dem Zuschauer ein Schmunzeln abverlangen, ohne direkt komisch zu sein. Sie wirken einfach in ihrer menschlichen Gesamtheit und fordern in ihrem Anders-Sein Anteilnahme ein. Natürlich sind seine beiden Lieblingsschauspieler André Wilms und Kati Outinen mit von der Partie. Diese sogenannten ’kleinen Leute’ wachsen alle in der Situation, in die sie hineingeraten, über sich hinaus, egal ob Schuhputzer, Kommissar, Bäckerin oder Tante-Emma-Laden Besitzer. Gegen Ende wird der märchenhafte Charakter des Films betont und das ist auch gut so. Deshalb nimmt man dem sonst eher herb-distanzierten bzw. etwas schrägen Kaurismäki diese ungewohnte Wärme auch durchaus ab. Auch wenn man das Ende schon bald ahnt, gibt es dazwischen noch Rockmusik, die die Stimmung hebt, und manch wundersame Wendung tut ein Übriges für das Wohlergehen.
    Ein gelungener Gegenpol zu der Mainstream-Flut, die sonst so über uns hinwegschwappt.