Liebe, Kunst und Zimmerpflanzen

 GB 1997

Keep the Aspidistra Flying

Romanze, Komödie 96 min.
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Ein nach den Weihen der Dichtkunst strebender junger Poet muss sich nach etlichen Rückschlägen zwischen Bohème und bürgerlichem Leben entscheiden. Nach George Orwell

Gordon Comstock (Richard E. Grant) ist ein begabter Werbetexter, der in den 1930er Jahren nach einer freundlichen Besprechung seines einzigen Gedichtbands seinen alsbanal empfundenen Job hinwirft, um als freier Lyriker nach Höherem zu streben. Leider gestaltet sich dieses Leben als "Poet und freier Mann" weit weniger erfolgreich, als er es sich ausgemalt hatte.

Es folgt ein unaufhaltsamer Abstieg in die schlechteren Viertel Londons. Dabei entfernt er sich immer mehr von seiner geduldigen, aber zunehmend frustrierten Freundin Rosemary (Helena Bonham Carter). Endlich, mitten im "echten Leben" der schwer schuftenden und schlecht wohnenden Unterschicht angekommen, beginnt sich Comstock im gesellschaftlichen Abseits häuslich einzurichten. Doch Rosemarys unverhoffte Schwangerschaft stellt ihn vor die Entscheidung, als verlorener Sohn in die werbetextende Mittelschicht zurückkehren, oder die letzten Brücken insbequeme bürgerliche Leben abzubrechen.

Details

Richard E. Grant, Helena Bonham Carter, Julian Wadham, Jim Carter, u.a.
Robert Bierman

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • armer poet
    Es ist die Geschichte von Gordon Comstock, (wunderbar verkörpert von Richard E. Grant) der einen Job als Werbetexter aufgibt, um als freier Poet zu leben. Er hat kein Oxford Diplom, ist nicht mal schwul, aber voller Selbstvertrauen in sein Talent. Er verlässt Firma und vorübergehend auch seine Freundin (Helena Bonham-Carter)und vegetiert in einem Armenviertel Londons vor sich hin, reicht seine lyrischen Werke bei Verlagen ein – eins wir sogar für £ 50 gedruckt – und beschimpft den Kapitalismus. Erst als seine Freundin schwanger wird, kehrt er in den Schoss der Gesellschaft zurück.
    Von George Orwell kennt fast jeder “1984“ und “Die Farm der Tiere“, doch leider kennen dieses Werk nur wenige Insider. Leider. Eine unheimlich geistreiche Parodie auf den Elfenbeinturm der freien Dichter, die ein Leben führen, wie auf dem Bild von Spitzweg „Der arme Poet“ ohne sich korrumpieren zu lassen Eine bissige Abrechnung mit Spießern und deren Lebensweise, für die die Aspidistra – im Originaltitel kommt sie vor – symbolhaft steht. Auch der deutsche Buchtitel „Die Wonnen der Aspidistra“ trifft den Sachverhalt besser als der des Films. Dieses Werk von Robert Bierman überzeugt vor allem durch die Leistung der beiden Hauptakteure, die gute, detailgenaue Dekoration, witzige Dialoge und die Musik von Mike Batt.