Light in the Piazza

 USA 1962
Drama 102 min.
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In den späten Phasen ihrer Karriere suchte sich Olivia de Havilland ihre Rollen sehr sorgfältig aus, um der langen Galerie der von ihr verkörperten starken Frauenpersönlichkeiten noch neue Nuancen hinzufügen zu können. Nach einer Pause von drei Jahren übernahm sie in dem Melodram Light in the Piazza, einer Verfilmung des seinerzeit populären gleichnamigen Romans von Elizabeth Spencer, die Rolle einer warmherzigen Mutter. Jene wird bei einer Reise durch Italien in ein moralisches Dilemma gestürzt, als sich ihr plötzlich die Möglichkeit eröffnet, ihre erwachsene, aber infolge eines Unfalls im Alter von zehn Jahren geistig zurückgebliebene Tochter Clara an den jungen, wohlhabenden - und nichts ahnenden - Fabrizio zu verheiraten. Dabei bereitet ihr jedoch nicht allein das Gewissen Sorgen, sondern auch der aus den USA herbeieilende Ehemann, der seine Tochter am liebsten in ein Pflegeheim stecken möchte, sowie der Vater des künftigen Bräutigams, dessen italienischem Charme es zu widerstehen gilt. Während das Publikum Light in the Piazza an den Kinokassen verschmähte, fielen die Kritiken überwiegend positiv aus: Olivia de Havilland wurde für die komplexe Darstellung der innerlich aufgewühlten Mutter in der Regel ebenso gelobt wie die Fotografie der attraktiven Schauplätze in Rom und Florenz - zum ersten Mal öffneten sich die Türen der Uffizien für die Filmkameras, welche die unermesslichen Kunstschätze entsprechend ins rechte Licht rückten. Allerdings erschien der eigentliche Konflikt des Dramas manchem zeitgenössischen Rezensenten nicht unbedingt glaubhaft dargestellt: So wie Yvette Mimieux die junge Frau mit entzückender Anmut als strahlender Sonnenschein spiele, schrieb etwa der «New York Times»-Kritiker Bosley Crowther, erscheine sie nicht mehr oder weniger intelligent als irgendein romantisches Fräulein aus einem Standard-Hollywoodfilm. (Lars Penning)

(Text: Viennale 2006)

Details

George Hamilton, Olivia de Havilland, Yvette Mimieux, Rossano Brazzi, Isabel Dean
Guy Green
Mario Nascimbene
Otto Heller
Julius J. Epstein

Kritiken

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