Lord Jim

 GB/USA 1965
Drama, Abenteuer 154 min.
6.90
Lord Jim

Lord Jim (Peter O'Toole), einst hoch angesehener Offizier der britischen Marine, zieht nach einem peinlichen Zwischenfall, der ihn um Posten und Ehre gebracht hat, durch die Häfen des Indischen Ozeans.

Da bekommt er die Gelegenheit, seinen Fehler wieder gutzumachen. Er steht den Bewohnern der terrorisierten Insel Patusan im Kampf gegen ihre Unterdrücker bei und stellt seine Erfahrung und seinen Mut eindrucksvoll unter Beweis. Doch dann holt ihn seine Vergangenheit noch einmal ein.

Details

James Mason, Peter O'Toole, Curd Jürgens, Eli Wallach, Daliah Lavi, Serge Reggiani, u.a.
Richard Brooks

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Held oder Feigling?!
    Genaugenommen sind es zwei Filme: ein echter Abenteuerfilm und dann ein Moraldrama. Beide Teile sind konventionell gemacht und wirken heute etwas angestaubt.
    Der mutige Marineoffizier (Titelheld Peter O’Toole) rettet sein Leben und geht von Bord eines Schiffes, das zu sinken droht. Doch der Seelenverkäufer geht nicht unter. Der Nestbeschmutzer wird unehrenhaft aus der Handelsmarine entlassen und jobbt sich so durch u.a. durch Waffenlieferung an Einheimische. Hier kämpft er Seite an Seite mit den Eingeborenen gegen einen despotischen Diktator (Eli Wallach) und gewinnt das Herz eines schönen Mädchens (Daliah Lavi). Bereits die Kampfhandlungen wirbeln viel undurchschaubaren Staub auf und sind etwas unübersichtlich geraten. Doch ein Familienidyll deutet sich an. Der Feigling ist bemüht ein Held zu werden. Allerdings wird Jim immer wieder von selbstzerfleischenden Gewissensbissen heimgesucht. Er macht sich Vorwürfe und kommt innerlich nicht zur Ruhe. Schuldgefühle verfolgen ihn. –‘Wie tötet man ein Phantom?‘ – ‘Nur mit der Wahrheit.‘
    In einem quasi zweiten Teil wollen drei prominente Gauner an den Schatz der Eingeborenen: James Mason, Curd Jürgens und Akim Tamiroff. Langatmige Dialoge mit viel Pathos ziehen alles etwas in die Länge. Ob die drei umkommen, sieht man nicht so genau, Jim erschießt sie mit einer Ladung Goldmünzen. Sein eigenes Ende sehen wir auch nicht. Wir hören nur einen Schuss.
    Gewissensqualen zu thematisieren wirkt heute etwas aus der Mode gekommen. Aber auch der Roman war keine Erleuchtung. Im Gegenteil. Dieser Film hat mir erklärt, was ich beim Lesen von Joseph Conrad nicht begreifen konnte. Der erste Teil ist noch ganz passabel, der zweite bleibt kryptisch moralisierend und ist viel zu lang geraten. Man bleibt verwirrt bzw. hilflos zurück. Irgendwie unbefriedigend.