Lourdes

 A/D/F 2009
Drama 11.12.2009 99 min.
6.90
Lourdes

Der Film erzählt über den Widerspruch vom Glauben an das Gute im Angesicht von Willkür und Vergänglichkeit.

"Lourdes" ist ein böses Märchen, eine Einschlafphantasie oder ein Albtraum. Kranke und Sterbende aus aller Welt fahren nach Lourdes, um doch noch gesund zu werden, sie hoffen auf ein Wunder, weil in Lourdes eben noch Wunder geschehen. Schrecklich nur, dass Gott gibt und nimmt wie er Lust hat und seine Absicht einem verborgen bleibt.

Details

Sylvie Testud, Linde Prelog, Heidi Baratta, Hubsi Kramar, Petra Morzé, Elina Löwensohn u.a.
Jessica Hausner
Martin Gschlacht
Jessica Hausner
Stadtkino

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Glaubensgeschäfte
    Für ein Drama ist dieser Film zu undramatisch glatt und für eine Satire zu lau. Da reichen zwei Witze über den Glauben nicht:
    Da beraten biblische Figuren, wo sie Urlaub machen wollen. Nach zwei abgelehnten Vorschlägen, weil man da schon war, kommt ‘Fahren wir nach Lourdes.‘ Antwortet Maria ‘ Toll, da war ich noch nie!‘) oder
    Dialog: ‘Ist Gott gut oder allmächtig?‘
    ‘Wenn er allmächtig wäre, würde er alle Kranken heilen.‘
    ‘Also muss er gut sein. Man sieht es nur nicht.‘
    Das Wunderritual ist für Nichtgläubige Katholiken ohnehin eine Mischung aus Voodoo und Science Fiction. Für die Übrigen ist es wie das Evangelium: eine unveränderbare Wahrheit. Für diese Zielgruppe ist der Film aber wiederum zu distanziert. Auch als Doku passen die wenigen lustigen Szenen nicht ins Bild. Und dann noch eine Love Story, ganz zu schweigen von der Wunderheilung. Versöhnlich stimmen nur die malerischen Landschaftsaufnahmen sowie die schauspielerische Leistung von Sylvie Testud. Alle anderen Figuren bleiben unscheinbar blass. Am Ende hören wir noch den Song ‘Felicita‘. Glücklich sind doch wohl nur – und das ist die einzige Message des Films - die ortsansässigen Geschäftsleute, die aus dem Glauben der Schäfchen Kapital zu schlagen wissen.
    Zu unentschlossen, ohne Witz oder Ironie bleibt eine langweilige Pseudo-Doku übrig. K.V.

  • Multiple Skleose
    MS führt normaler Weise nicht zu Lähmungen vom Hals abwärts. Ist halt im Film so, damit das Wunder drastischer ausfällt! Echte Heilungen passieren ja nie durch Schulmedizin oder Physiotherapie/Training, und Gnade kann man sich nicht verdienen oder erarbeiten. Von Behinderten leben ja alle gut: Ärzte, Therapeuten, die Pharmaindustrie, Spitäler, Wunderheiler aller Art. Kranke sind zwar vielen lästig, aber zumindest ein Wirtschaftsfaktor, solange sie leben. Was ist die Alternative? Sterben lassen, wegsperren, leiden lassen, oder die übliche Scheinheiligkeit: dürft´s eh leben, aber bitte stört (und kostet) uns nicht zu viel.. Licht ins Dunkel halt statt Hinschauen und NAchdenken plus Tun.