M - Eine Stadt sucht einen Mörder

 D 1931
Drama, Thriller, Krimi ab 16 117 min.
8.40
M - Eine Stadt sucht einen Mörder

Ein Kindermörder (Peter Lorre) wird von der Unterwelt Berlins gejagt. Fritz Langs erster Tonfilm verweist subtil auf die nationalsozialistische Bewegung der frühen 30er Jahre.

Ein Kindermörder geht um. Die Polizei durchkämmt ganz Berlin, ohne Erfolg. Berlins Unterwelt fühlt sich durch die ständige Polizeipräsenz in ihren Geschäften gestört und organisiert ein Großaufgebot,um den Mörder zu finden. Ein blinder Bettler erkennt ihn schließlich an seinem Pfeifen wieder. Eine Menschenjagd beginnt.

Fritz Langs erster Tonfilm (einer der ersten großen Tonfilme Deutschlands) setzt ganz auf Atmosphäre um Spannung zu erzeugen. Die Darstellung des Mobs verweist unzweideutig auf die nationalsozialistische Bewegung der frühen 30er Jahre.

Details

Peter Lorre, Gustaf Gründgens, Ellen Wieman, Inge Landgut, Otto Wernicke, Theo Lingen
Fritz Lang
Edward Grieg
Fritz Arno Wagner
Paul Falkenberg, Adolf Jansen, Fritz Lang, Karl Vash, Thea von Harbou
ab 16

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User Kritiken

  • Der Zwanghafte
    Dieser Klassiker von Fritz Lang zählt mit Recht zu den besten Filmen aller Zeiten. Es ist nicht nur ein spannender Krimi um Kindsmord, sondern auch eine Milieustudie der Halbwelt von Berlin in den 30er Jahren. Vor allem ist es ein Film, der den Hauptdarsteller Peter Lorre unsterblich gemacht hat. Sein Glanzauftritt ist Höhepunkt und Ende eines großartigen Films. Und eine Botschaft steckt drin, die von zeitloser Gültigkeit ist: nicht Auge um Auge kann die Lösung sein, sondern der zwanghaft Kranke Mörder muss therapiert werden. Er ist so wie er ist aufgrund seiner Schizophrenie. Peter Lorre sagt ‘Ich kann doch nichts dafür‘.
    Das geniale am Drehbuch von Thea von Harbou ist, dass hier die Unterwelt den Mörder jagt, weil die ständigen Razzien der Polizei ihnen das Geschäft verderben. Also sitzen die Ganoven – angeführt von Gustaf Gründgens – über den Mörder zu Gericht. Sein Verteidiger (auch ein Ganove) plädiert für unschuldig.
    Bemerkenswert der Stand der polizeilichen Ermittlungen aus jener Zeit. Es gab Anfänge von KTU und eine Schau von Einbrecherwerkzeugen. Bettler und Spitzel werden eingesetzt. Und es wird ein Blick auf eine Massenpsychose geworfen. Der Mörder ist unter uns. Es kann jeder sein. Irgendwer bietet dann das Ventil für den Volkszorn.
    Filmtechnisch setzt Fritz Lang auf sich wiederholende Motive wie einen Ball, einen Luftballon oder die gepfiffene Melodie aus Peer Gynt.
    Eine hohe Schauspielkunst, eine geniale Regie und die unvergessliche Schönheit von s/w Kompositionen machen den Film zum Erlebnis. Und spannend ist er auch noch gepaart mit etwas Humor.