Mahagonny

 USA 1970
Independent, Avantgarde 141 min.
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Die ursprüngliche Absicht des Künstlers war, den Film mittels vier 16mm- Projektoren vorzuführen. Wir haben die 16mm-Elemente dupliziert und kopiert, aber gleichzeitig einen radikalen neuen Weg eingeschlagen, indem wir die 16mm-Szenen auf einen 35mm-Film übertrugen, um die Aufführung von Mahagonny einfacher zu gestalten. Die 16mm-Originale wurden optisch auf einen einzigen «verkitteten» 35mm-Film übertragen. (Rani Singh, Harry Smith Archives) Der letzte Film des Experimental-Filmemachers, Anthropologen, Malers und Musikwissenschaftlers Harry Smith war eine monumentale, auf vier Leinwänden produzierte, Projektion mit dem Titel Mahagonny. Smith arbeitete mehr als zehn Jahre an seiner filmischen Umsetzung der Kurt Weill/Bert Brecht-Oper «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» und betrachtete diese als sein Hauptwerk. Seine Freunde erzählten, dass Smith von der Oper besessen war, sie aber und abermals in seinem Zimmer im Chelsea Hotel spielte. Der Film wurde zwischen 1970 und 1972 gedreht und über die nächsten acht Jahre bearbeitet. Mahagonny erhielt begrenzte Publicity, wurde nur sechsmal im Jahr 1980 in New Yorks Anthology Film Archives gezeigt. Smith war bei jeder Aufführung anwesend. Sein Traum, Mahagonny auf vier Billardtischen in einem Boxring aufzuführen, ging nie in Erfüllung. (Rani Singh) Mahagonny ist eher eine Komposition als eine Erzählung. Smith verändert permanent die Quadranten, wechselt von zwei auf vier und umgekehrt, erlaubt eine leicht asynchrone und verwirrende Verschiebung der widergespiegelten Bildern, um danach zu einer perfekten Synchronisierung zurückzukehren. Wenn sich der Film seinem Höhepunkt nähert sind die vier Bildeinstellungen verschieden, kreisen jedoch von Position zu Position. Unterdessen vokalisieren Lotte Lenya und ihr Ensemble Brechts sardonisches Libretto und Weills sperrig-lyrische Melodien. (Jim Hoberman)

Details

Allen Ginsberg, Lotte Lenya, Jonas Mekas, Patti Smith
Harry Smith
Kurt Weill, Bertolt Brecht
Harry Smith
Harry Smith nach der Oper «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» (1929) von Bertolt Brecht

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