Mein Herz tanzt

 Israel/D/F 2014

Aravim Rokdim

Drama 19.06.2015 104 min.
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7.30
Mein Herz tanzt

Basierend auf dem halbautobiografischen Roman des Haaretz-Kolumnisten Sayed Kashua entwirft der israelische Regisseur Eran Riklis das Schicksal eines Palästinensers, der zwischen den Identitäten "tanzt".

Die Geschichte von Eyad, der als bislang erster und einziger Palästinenser an einer Elite-Schule in Jerusalem angenommen wird. Eyad ist sehr bemüht, sich seinen jüdischen Mitschülern und der israelischen Gesellschaft anzupassen - er möchte dazu gehören. Und sein Leben nimmt eine neue Wendung, als er sich die schöne Naomi in Eyad verliebt. Eine Liebe, die gegenüber Familie und Freunden geheim bleiben muss. Naomi möchte gegen alle Widerstände zu Eyad stehen und auch Eyad ist bereit, alles für Naomi zu tun. Auf seiner Suche nach Zugehörigkeit muss er schließlich erkennen, dass er eine Entscheidung fällen muss, die sein Leben für immer verändern wird...

Details

Tawfeek Barhom, Razi Gabareen, Ali Suliman, Yaël Abecassis, Marlene Bajali u.a.
Eran Riklis
Jonathan Riklis
Michael Wiesweg
Sayed Kashua
Polyfilm

Kritiken

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User Kritiken

  • Geliehene Identität
    Der israelische Regisseur Eran Riklis schildert den Alltag einer Palästinenserfamilie im dem von Israel beherrschten Gebiet. Er macht das mit sehr viel Empathie für seine Figuren auf beiden Seiten. Es ist ein ernster, engagiert gehaltvoller Film über das Verhältnis der herrschenden Israelis mit ihrem ganzen Postkolonialismus zu den unterdrückten Arabern der Region. Riklis zeigt schon Kante, gruppiert unzählige Randprobleme um die Akteure herum, kann so schon mal kleine Szenen abbrechen.
    Nur bei überdurchschnittlicher Intelligenz wie bei Eyad (Tawfeek Barhom) gibt es die Möglichkeit, eine israelische Eliteschule zu besuchen und zu studieren. Hierbei ist immer mit Mobbing zu rechnen. Eyad macht Sozialdienst bei dem an Muskelatrophie erkrankten Israeli Yonathan (Michael Moshonov). Der Palästinenser sieht dem Israeli auffallend ähnlich (sic! Symbolik), kopiert dessen Pass und macht für ihn Examen, danach zum zweiten Mal für sich. Erstaunlich die Hürden, die die jüdische Gesellschaft errichtet, doch Eyad schafft es. Nur in der Liebe hapert es: Naomi (Danielle Kitsis) will zum Militär. Da sind Kontakte zu Arabern unerwünscht.
    Der Austausch der Identitäten der beiden jungen Männer hat nicht nur symbolischen Wert, hier kommt der Bestattung noch eine eigene Wertschätzung hinzu.
    Hart an der Realität gibt es keinen Silberstreifen am Horizont. Die Atmosphäre wird bestimmt von Angst und Misstrauen auf beiden Seiten. Riklis beschönigt nichts, ist aber bemüht die Emotionen unter der Decke zu halten. Die Einzelschicksale machen schon einen tiefen Eindruck. Ebenso wie die Hoffnungslosigkeit, gegen die alle immer wieder ankämpfen. Es scheint eine Sisyphus-Arbeit zu sein, bei der die eigene Tradition und Religion das einzige ist, das Halt verspricht. Von den beiden englischen Titeln passt für diesen großartigen Film nur die ‘Geliehene Identität‘.