Mein Stück vom Kuchen

 F 2011

Ma part du gâteau

Komödie 15.09.2011 ab 12 109 min.
5.80
Mein Stück vom Kuchen

Eine ehemalige Fabriksarbeiterin wird Reinigungskraft bei einem Börsenhai: als sie erfährt, dass ihr neuer Chef hinter der Schließung ihrer alten Arbeitsstelle steckt, wittert sie eine Chance, sich zu rächen.

Als France (KARIN VIARD) ihren Job in Dünkirchen verliert - weil die Fabrik, in der sie seit 20 Jahren arbeitet, geschlossen wird - wagt sie den Schritt in die französische Hauptstadt. Sie hat Glück im Unglück und findet schnell eine Stelle als Reinigungskraft bei dem Börsenhai Steve (GILLES LELLOUCHE), der zwischen London und Paris pendelt. Unterschiedlicher könnten zwei Menschen nicht sein: Auf der einen Seite die tatkräftige Mutter von drei Töchtern, die jeden Cent umdrehen muss, auf der anderen der zynische Geschäftsmann, der in schwachen Momenten in Selbstmitleid ertrinkt. Trotzdem entwickeln die beiden Sympathien füreinander. Denn France ist nicht nur eine gute Zuhörerin, sie kümmert sich auch liebevoll um Steves kleinen Sohn. Und auch Steve hat durchaus liebenswürdige Züge. Als France ihren Boss auf einer Geschäftsreise nach London begleitet, verbringen sie die Nacht miteinander. Doch schon am nächsten Morgen ist nichts mehr wie zuvor, denn France erfährt, dass Steve hinter der Schließung der Fabrik in Dünkirchen steckt. France wittert eine Chance, sich zu rächen...

Details

Gilles Lellouche, Karin Viard
Cedric Klapisch
Christophe Beaucarne
Cedric Klapisch
EMW
ab 12

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Der Börsianer & die Putze
    Börsenmakler Stephan (Gilles Lellouche) engagiert Putze France (Karin Viard), die zum Kindermädchen aufsteigt und sogar in seinem Bett landet. Am Ende erfährt sie, dass er verantwortlich war, für die Schließung ihrer Fabrik.
    Diese oberflächliche Betrachtungsweise übersieht allerdings die Vorzüge des Films.
    Die beiden Spitzendarsteller sind überaus überzeugend in ihren menschlichen Gegensätzen. Beide bleiben verletzliche Wesen, die anrühren. Aus marxistischer Sicht sind sie Klassenfeinde, aus kapitalistischer sind ihre Intentionen gleich: beide wollen ein Stück vom großen Kuchen.
    Die Story wird mit viel Witz erzählt. Dicht an der Wirklichkeit steuert sie ständig zwischen Feuer und Eis, Geschäft und Gefühl. Als France sein Telefonat mithört, begreift sie, dass er noch nicht kuriert ist. Also Frontalangriff.
    Besonders der offene Schluss adelt den Film. Aschenputtel oder so wäre ein Fehlschlag gewesen. Man kann und soll sich sein Ende selbst zusammenreimen.
    In vielen kleinen Details kommen aber auch noch Wertvorstellungen rüber wie ‘Ihr Sohn ist nicht mit Geld zu bezahlen‘ oder wenn France Stephan erklärt, wie die Frauen ticken und versucht ihn vom Womanizer zum mitfühlenden Menschen zu machen. Immerhin muss er ein Tränchen verdrücken, als France seinen Sohn entführt. Beide durchleben eine Katharsis in gegenläufiger Bewegung. Er erklärt ihr seine Zahlentabellen und wie der Kapitalismus funktioniert, sie geigt ihm seine Meinung, korrigiert seine Ausdrucksweise und begleitet ihn zu einem Geschäftsessen als seine russische Eroberung, die in der VHS die Landessprache gelernt hat. (‘Mit meinem Regenschirm esse ich Sahnetorte‘.) Jetzt versteht sie den Kapitalismus. Unter Insidern werden nämlich die finanziellen Aktivitäten mit Ausdrücken aus dem Sexualleben benannt. (‘Na, welche Bank fickst du heute?‘)
    Charmant, unterhaltsam und mit viel Esprit.