Mit "Bubi" heim ins Reich

 Deutschland 1999
Dokumentation 
film.at poster

Dokumentation über Ludolf von Alvensleben, genannt "Bubi", den engen Gefolgsmannes Heinrich Himmlers.

"Er war der Größte", sagen sie noch heute über ihn. Etliche von denen, die
alt genug wurden oder sich ausreichend informiert glauben, beschreiben
Ludolf von Alvensleben, genannt "Bubi", als stattlich-schlanken Zwei-Meter-Hünen
mit dem Schick des geborenen Uniformträgers: ein sympathischer
"Draufgänger", gewandter Windhund, "verwandtschaftlich" humorvoll,
"gerissen", gleichwohl bewegt von den "adeligen Tugenden" des uralten
Geschlechts, dem er entstammt.

Wie kaltblütig er tatsächlich war, hat die Geschichtswissenschaft längst
zweifelsfrei ermittelt: Als enger Gefolgsmann Heinrich Himmlers setzte der
Massenmörder mit dem freundlichen Spitznamen die Vernichtung Zigtausender
von Polen und Russen ins Werk.
Dennoch erfuhr ein Nachkomme "Bubis" aus der Enkel-Generation vom
braunen Fleck auf der strahlend weißen Weste seiner Altadeligkeit: Hubertus
von Alvensleben begann zu recherchieren. Weil er kein Polnisch spricht,
suchte er per Annonce nach einem Lehrer und fand ihn im Regisseur Stanislaw
Mucha. Der, 1970 in Polen geboren, ließ sich darauf ein, um zu erfahren,
warum ein Deutscher seines Alters am Ende des 20. Jahrhunderts ausgerechnet
jene verzwickte Fremdsprache lernen wollte. Als der Unterricht
fruchtlos blieb, stellte sich Mucha als Dolmetscher auf gemeinsamen Reisen
zur Verfügung; sein Entgelt: die filmische Dokumentation der Spurensuche
in Deutschland, Polen, Lateinamerika. Dem "Familientag" - einer Art Sippenparlament
- wollte Hubertus das Filmergebnis vorführen. Doch niemand
mochte es sehen.

"Bubi", der strahlende Hüne, der beinah ein Held war: Er wurde zum Identitätsproblem
einer Familie, die durch Jahrhunderte hindurch gewohnt war, sich als ehrenhafte Krieger und rechtschaffene Gutsbesitzer zu definieren . . .

Michael Thumser

They still say:"he was the greatest", even today. Many of those who had lived
long enough or believed themselves to be well-informed, describe Ludolf
von Alvensleben, or 'Bubi' as he was known, as a handsome, slim, six-footer with all the flair of a man born to wear a uniform. He was, they say, an amiable
'adventurer', an elegant greyhound, 'familiar' and humorous, 'clever', but
always governed by the ingrained 'aristocratic values' of his long line of fore-bears.

Precisely how cold-blooded this man was has long been proved
beyond the shadow of a doubt by historical research. As a close follower of
Heinrich Himmler, this mass murderer with the friendly nickname was
responsible for sending several thousand Poles and Russians to their
deaths.

Two generations later, one of 'Bubi's' descendants, Hubertus von
Alvensleben, got to hear of the brown spot on the sparkling white shirtfront
of his aristocratic predecessor and began to dig deeper. And because he
doesn't speak Polish, he put an ad in a newspaper looking for a language
teacher. He found one in the shape of director Stanislaw Mucha. Keen to
know why on earth a German of his age at the end of the twentieth century
could possibly want to try to learn such a tongue-twisting language, the
latter, born in Poland in 1970, agreed to give Alvensleben his lessons. When
these proved fruitless, however, Mucha suggested he might act as interpreter
instead and accompany Alvensleben on his travels. As a fee, he would
document Alvensleben's search for the truth in Germany, Poland and Latin
America. Hubertus wanted to present the resulting film on 'family day', a
kind of big tribal pow-wow among the Alvenslebens. But nobody wanted
to see it.

'Bubi', this shining giant of a man, almost a hero in fact, had caused an iden-tity
crisis in a family which, down the centuries, had grown used to defining
themselves as honourable warriors and honest, upright landowners.
Michael Thumser

Details

Stanislaw Mucha
Eike Hosenfeld
Susanne Schüle
Stanislaw Mucha

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Dr. med.
    sehr gut, weil verhalten gemachter Film. Besonders gut die Interviews mit den zeitgössischen Bürgern aus Schochwitz und Eisleben. hier ist nichts aus den Befragten zu einem bestimmten Zweck herausgekitzelt. Eindrucksvoll die Befragung von Bubis Bruder Busso(?) - ein Paradebeispiel von deutscher Vergangenheitsbewältigung. Sympathisch und nachvollziehbar die Haltung und die Beweggründe Hubertus v. A.
    Die Untaten 'Bubis' sollten zu Beginn etwas klarer und umfangreicher dokumentiert werden.