Moonlight Mile

 USA 2002
Drama, Romanze 112 min.
6.70
Moonlight Mile

Als Joes Verlobte Opfer eines tödlichen Verbrechens wird, zieht er zu den trauernden Schwiegereltern. Bald darauf verliebt er sich erneut, was die Gefühle aller Beteilgten auf eine harte Probe stellt.

Cape Anne, ein kleines Städtchen in Massachusetts, 1973: Wenige Tage vor ihrer Hochzeit wird ein junges Mädchen zufälliges Opfer eines Mordschützen. Der zukünftige Ehemann Joe Nast (Jake Gyllenhaabpfühlt sich aus einem diffusen Treuegefühl heraus verpflichtet, bei den Eltern Ben und Jojo Floss (Dustin Hoffman und Susan Sarandon) zu bleiben und steigt sogar halbherzig in das Immobiliengeschäft seines "Schwiegerpapas" ein, der ihn als Tochterersatz und Kumpel betrachtet.

Während die Eltern das tragische Ereignis verdrängen und sich in Sarkasmus oder blinden Aktivismus flüchten, will Joe es in seiner Unsicherheit allen recht machen und niemanden enttäuschen. Deshalb verschweigt er auch ein schwerwiegendes Geheimnis.

Als er sich in die sinnliche Barfrau Bertie (Ellen Pompeo) verliebt, trifft er eine längst überfällige Entscheidung. Aber auch Bertie muss einen Verlust verkraften. Ihr Freund gilt seit drei Jahren in Vietnam als vermisst. Durch einen ehrlichen Befreiungsschlag löst Joe den Knoten. Für vier Menschen gibt es wieder Hoffnung auf einen Neuanfang. Das Leben geht weiter...

(Text: Kinopolis)

Details

Jake Gyllenhaal, Ellen Pompeo, Dustin Hoffman, Holly Hunter, Susan Sarandon, u.a.
Brad Silberling
Brad Silberling

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Nur eine Mondlicht Nacht weg
    Das wunderbare an diesem Film ist, dass er in äußerst überzeugender Art und Weise letztlich gängige Filmtopoi außer Acht lässt. Frei nach dem Spruch ‘Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt‘. Ein Amokläufer erschießt Joes (Jake Gyllenhaal) Verlobte. Ihre Eltern, Ehepaar Floss, (Dustin Hoffman und Susan Sarandon) nehmen ihn bei sich auf, er steigt in Schwiegervaters Geschäft ein und alle erwarten den Prozess.
    Doch dann nimmt die Handlung ständig unerwartete Wendungen. Für humorvolle Szenen ist Mutter Jojo zuständig, für die Pedanterie der Vater Ben. Die Atmosphäre einer amerikanischen Kleinstadt mit den Hinterwäldlerischen Kleinkrämern, die sich für große Geschäftsleute halten, wird karikierend geschildert. Mit unerhörter Sensibilität umkreist Regisseur Silberling die Familienmitglieder, verdeutlicht ihr inneres Ringen, mit der neuen Situation klar zu kommen. So entwickeln sich sehr komplexe Psycho-Einsichten, die immer schmerzlicher werden. Als sich Joe in Berthie (Ellen Pompeo) verliebt, und zugeben muss, dass er sich von seiner getöteten Verlobten längst getrennt hatte, spitzt sich das Familiendrama weiter zu. Das Verhalten der Familie im Prozess ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch höchst ‘unamerikanisch‘. Die Erkenntnis mit der Wahrheit in Zukunft besser leben zu können überzeugt die ganze Familie Floss und alle spüren es. Das Ende des alten Trotts ist angesagt, im Ehealltag wie im täglichen Leben. Es ist ein Abschied von der alten ‘Zahn-um-Zahn‘-Ideologie. Und das tut richtig gut. So kann Joe mit Berthie in den Sonnenuntergang zu neuen Ufern fahren. Inhaltlich ist der Film selten wie Salz am Südpol, aber lebensnotwendig gegen den Inneren Schweinehund.

  • dumm
    Eigentlich hätte ichs ja besser wissen müssen, zumal mir schon "City of Angels" auf den Geist gegangen ist. Leider schlägt "Moonlight Mile" in dieselbe Kerbe - wenngleich gottseidank nicht ganz so melodramatisch. Dafür gibts umso mehr sinnloses Blabla das, umso länger es dauert, immer ennervierender wird.
    Verzweifelt versucht Regisseur und Drehbuchautor Brad Silberling sich an Filme wie im speziellen die von Lasse Hallströms anzubiedern und endet, meiner Ansicht nach, mit einem tiefen Sturz von der Brüstung.
    Dabei beginnt es gar nicht schlecht als interessante tragikomische Mischung, die den Zuschauer neugierig macht.
    Worauf es hinausläuft ist im weiteren Sinne aber zu bald offensichtlich.
    Die Gerichtsverhandlung die wohl den vermeindlichen inhaltlichen Höhepunkt darstellen soll ist schließlich ein blosses Pathetisches ohne wirkliche Bedeutung, denn ehrlich gesagt ist die Todestrafen Thematik, die sich eingeschlichen hat, für diese Story piep-egal (es gibt genug andere Filme zu diesem Thema). Die restlichen überstrapazierte Informationen aus dem Zeugenstand liefert nichts neues und so plätschert das Filmchen langsam wie ein Dreirad seinen Ende zu und läßt natürlich keine Gelegenheit aus, dem Zuschauer seine schwache Pseudo Message erbarmungslos immer und immer wieder reinzudrücken.
    Und um zur Schauspielerischen Leistung zu gelangen. Susan Sarandon hat durchaus gut gefallen - sofern das im Bereich dieses Drehbuchs möglich ist. Es gab aber ansonsten keine Rolle die nicht beliebig hätte ersetzt werden können. Dustin Hoffman ist da, wirkt aber farblos und ausgebrannt und Jake Gyllenhaal passt einfach nicht. Er eignet sich wohl eher für absurdere Charaktere (zb. Donnie Darko)und ist in seinem agieren wenig flexibel.

    Fazit:
    "Moonlight Mile" ist ein Dialog überlasteter, pseudo symbolischer (die Sache mit dem Telefon ist sowas von einfallslos) und absolut belangloser Streifen der sich im Laufe der 2 Stunden mehr und mehr in seiner eigenen Artifizialität verirrt.
    Wems gefällt okay, aus meiner Sicht aber nicht sehenswert.

  • Hmm...
    Zweifelsohne ein "Emotionen-Film". Abseits vom Hollywood'schen Simpel-Liebesgeturtel oder oberflächlicher Gefühlsausbrüche setzt man in Moonlight Mile offensichtlich auf eine realistische, oder besser gesagt realitätsnähere Darstellung von Personen und deren Gefühlen. Ein feinfühliger Film, der die Beziehung von Menschen zeigt, die aus unterschiedlichen Gründen aufeinander treffen. Nichts destotrotz zieht sich der Film stellenweise. Und vom Auslöser der Handlung (dem Mord) erfährt man kaum Details. Auch nicht, wie der (Gerichts-)Prozeß schließlich ausgegangen ist. Aber das waren auch schon die gröbsten Negativ-Brocken.

    Stilistische gefällt der Film sehr, Musik ist toll, Kamera passt auch und die Schauspieler sind (wie eigentlich erwartet) professionell gut. Wer also nichts gegen einen "reinen Gefühls-Schinken" hat und auf zusätzliche Gimmicks wie Action oder Horror verzichten kann, für den ist Moonlight Mile sicher eine nette Kost.

    (Meine Wertung: 6,5 von 10 Punkte)

  • Bad things happen to good people
    Wenn ein Autor aus persönlicher Erfahrung schreibt, sieht man das. Moonlight Mile hat ein gutes Auge für Situationen - für die Wünsche und unbewussten Bedürfnisse der Charaktere. Jake Gyllenhaal¿s gequältes Spiel passt mit Susan Sarandon¿s Ironie und Dustin Hoffman¿s Unverständnis perfekt zusammen. Schließlich geht jeder anders mit dem Tod um und die stille Trauer, mit der der Film beginnt, trifft das Thema. Der Film ist durchzogen von ehrlichem und verzweifelten Humor und macht den Heilungsprozess nachvollziehbar. Trotzdem wäre manchmal weniger mehr gewesen, vor allem, was die Monologe anbelangt, aber Silberling ist aufrichtig und das merkt man diesem schönen Film an. PS: Fantastischer Soundtrack & Ellen Pompeo ist ein tolle Newcomerin.