Nelly & Monsieur Arnaud

 Frankreich 1995
Romanze 
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Aus dem Arbeitsverhältnis zwischen einer jungen Frau und einem älteren Mann entwickelt sich eine intensive Beziehung.

Details

Emmanuelle Béart, Michel Serrault, u. a.
Claude Sautet
Claude Sautet, Jacques Fieschi, Yves Ullmann

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Nelly im Kopf
    Seit diesem Film scheint Michel Serrault auf die Beziehung: älterer Herr – junge Frau abonniert zu sein. Quasi seit die Schwalbe den Sommer machte. Und das mit Recht, denn er scheint eine großartige Altersrolle gefunden zu haben. Hier ist er distanziert engagiert, äußerst sensibel aber immer korrekt. Und Emmanuelle Béart ist unglücklich glücklich und findet am Ende zu neuer Freiheit und Selbstständigkeit.
    Es beginnt mit zwei erschütternden Paukenschlägen: sie sagt dem Ehemann die Unwahrheit und dann ‘Ich verlasse dich!‘
    Von diesen Widersprüchen und Möglichkeiten lebt der Film, wenn Nelly die Memoiren von Monsieur Arnaud tippt. Er ist wohlhabend, sie braucht Geld. Doch es ist nicht so, wie man sich das denkt. Er hat Langeweile, sie hat Angst. Zwischen den einzelnen Sätzen gibt es immer wieder einen tiefenpsychologischen Schlagabtausch, persönliche Enthüllungen und Verletzungen. Bis hin zum offenen Streit, in dem er brüllt ‘Sie sollten mal ordentlich ficken!‘ Das besorgt vorübergehend sein bindungsscheuer Verleger Jean-Hughes Anglade.
    Ein leiser, eindrucksvoller Höhepunkt voller Symbolkraft ist wenn Arnaud die schlafende Nelly anschaut und sie mit fünf Zentimetern Abstand streichelt. Sie offenbart ihm nur ihren nackten Rücken, erwacht und schläft händchenhaltend wieder ein. Die Abschiedsszene ist kurz aber beeindruckend mit einem kleinen Nachbeben. Arnaud vereist, seine Gedanken bleiben bei Nelly. Wenn man das Ende kennt, kann man sich ganz auf die filigranen Feinheiten konzentrieren. Also zweimal anschauen.