"Encanto": Der 60. Disney-Film wird magisch

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01/18/2022

Was bedeuten die FSK-Kennzeichnungen von Filmen?

Wir verraten dir, was die berühmte Abkürzung bedeutet und worin der Unterschied zu amerikanischen Altersfreigaben besteht.

von Manuel Simbürger

Kinder lieben Filme. Denn diese bedeuten Unterhaltung. Ein Eintauchen in fremde Welten, eine Erweiterung des Horizonts, Katharsis für die eigene Seele. Für Eltern aber bedeutet das unendlich erscheinende Angebot an Filmen oftmals eine beinahe unüberwindbare Hürde.

Welcher Film ist denn nun wirklich für mein Kind geeignet? Ein Animationsfilm ist nicht per se kinderfreundlich. Gleichzeitig bedeutet es aber nicht, dass der eine oder andere Horrorfilm nicht von Teenagern gesehen werden darf. 

Eine sehr wichtige und offiziell anerkannte Orientierungshilfe ist die FSK-Kennzeichnung bei Filmen. Doch was bedeutet sie überhaupt und wie kommt sie zustande?

Die Aufgaben der FSK

Die Abkürzung FSK bedeutet "Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft". Dahinter steht die SPIO (Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V.) mit rund 250 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Sie sind dafür zuständig, Filme (beziehungsweise generell audiovisuelle Medien) für bestimmte Altersgruppen freizugeben. 

Eine FSK-Kennzeichnung hilft den Eltern also zu entscheiden, ob ein Film für ihr Kind unbedenklich ist oder nicht. Wichtig aber ist: Es handelt sich dabei nicht um pädagogische Empfehlungen!

Vielmehr geht es darum, Kinder (und Jugendliche) vor eventuell für ihre Entwicklung schädlichen Inhalten wie explizite und übertriebene Gewalt, grafischen Sexszenen oder moralisch bedenklichen Storyplots zu schützen. 

Und wieso "freiwillig", wirst du dir denken? Ganz einfach: Filmschaffende sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, ihre Werke bei der FSK einzureichen. Allerdings dürfen Filme ohne FSK-Kennzeichnungen nur an Erwachsene verkauft werden. Das gibt das Jugendschutzgesetz vor. 

Die einzelnen FSK-Kennzeichnungen

Es gibt insgesamt fünf FSK-Kennzeichnungen und somit Altersfreigaben:

FSK ab 0 freigeben: Filme mit dieser Bezeichnung sind ohne Altersbeschränkung freigegeben. Hier wird vor allem auf Kleinkinder Rücksicht genommen, die filmische Darstellungen noch unmittelbar und spontan erleben.

FSK ab 6 freigegeben: Diese Filme sind ab sechs Jahren freigegeben. "Ab sechs Jahren entwickeln Kinder zunehmend die Fähigkeit zu kognitiver Verarbeitung von Sinneseindrücken", ist auf der offiziellen Homepage der FSK zu lesen. Allerdings sind bei den Sechs- bis Elfjährigen beträchtliche Unterschiede in der Entwicklung zu berücksichtigen, betonen die ExpertInnen.

 

FSK ab 12 freigegeben: Filme mit dieser Kennzeichnung sind für Kinder ab 12 Jahren freigegeben. Kinder ab 6 Jahren dürfen laut Jugendschutzgesetz in Begleitung von Erwachsenen diese Filme sehen.

Bei Kindern ab 12 Jahren ist laut der SPIO "die Fähigkeit zu distanzierter Wahrnehmung und rationaler Verarbeitung bereits ausgebildet. Erste Genre-Kenntnisse sind vorhanden. Eine höhere Erregungsintensität, wie sie in Thrillern oder Science-Fiction-Filmen üblich ist, wird verkraftet." Und: "Die Auseinandersetzung mit Filmen, die gesellschaftliche Themen seriös problematisieren, ist dieser Altersgruppe durchaus zumutbar und für ihre Meinungs- und Bewusstseinsbildung bedeutsam."

FSK ab 16 freigegeben: Filme mit einer "FSK ab 16" richten sich an 16- bis 18-Jährige. In dieser Altersgruppe "kann von einer entwickelten Medienkompetenz ausgegangen werden", schreibt die FSK auf ihrer Homepage. "Problematisch bleibt die Vermittlung sozial schädigender Botschaften." 

FSK ab 18 freigegeben: Diese Kennzeichnung ist gleichbedeutend mit "Keine Jugendfreigabe." Dieses Kennzeichen wird vergeben, wenn zum Beispiel schwere Jugendgefährdung vorliegt. Solche Filme sind also für Personen unter 18 Jahren nicht geeignet.

Unterschied zu US-amerikanischen Altersfreigaben

Interessant: Die deutschen FSK-Altersfreigaben unterscheiden sich zu jenen aus den USA. Dort spricht man von "R-Ratings" oder "PG-Ratings" – wie beim neuen Batman-Abenteuer "The Batman", der ein PG-13-Rating erhielt aufgrund von "expliziter Gewaltdarstellung, verstörenden Inhalten, Drogenthematik, harscher Ausdrucksweise und sexuellen Zweideutigkeiten", so die Motion Picture Association of America (MPAA).

Hier ein kurzer Überblick:

G – General Audiences (allgemeines Publikum): Diese Filme sind für alle Altersgruppen erlaubt. 

PG – Parental Guidance Suggested (elterliche Anleitung empfohlen): Manche Inhalte des Filmes könnten für Kinder nicht geeignet sein.

PG-13 – Parents Strongly Cautioned (Eltern eindringlich gewarnt): Manche Filminhalte sind höchstwahrscheinlich für Kinder unter 13 Jahren nicht geeignet. Diese Filme sind also für Personen ab 13 Jahren zugelassen. 

R – Restricted (eingeschränkt): Personen unter 17 Jahren dürfen sich diese Filme nur in Begleitung eines Erwachsenen ansehen. 

NC-17 – No one 17 and under admitted (Niemand im Alter von 17 und jünger zugelassen): Filme mit dieser Kennzeichnung sind erst ab 18 Jahren erlaubt.

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