© Viennale

Viennale-Überblick
10/13/2020

Viennale 2020: Das gesamte Programm

Trotz Crona-Pandemie wird Österreichs wichtigstes Filmfestival stattfinden - wenn auch mit einigen Änderungen.

von Oezguer Anil

Die heurige Viennale feiert das Kino. In einem Jahr, in dem der Großteil der Bewegtbilder auf Bildschirmen konsumiert und das Ende des Kinos beschworen wurde, bringt die Viennale die internationale Filmhits auf die Leinwand. Die 58. Ausgabe des Festivals wird drei Tage kürzer, hat aber dafür fünf Kinos mehr zu bieten. Neben den lange bewährten Hauptvorführorten Gartenbaukino, Stadtkino, Metrokino, Filmmuseum und Urania kommen das Admiralkino, das Filmcasino, das Blickle Kino, das Votiv Kino und das Le Studio dazu. Nun wurde das gesamte Programm veröffentlicht und Kinoliebhaber dürfen sich freuen.

Crème de la Creme

Das Programm ist eine großartige Herbst-Kollektion aus neugierig Erwartetem und Überraschungen. Es umfasst die aktuellen Werke von großen zeitgenössischen AutorInnen wie Frederick Wiseman, Kelly Reichardt, Gianfranco Rosi, Miranda July, Viktor Kossakovsky, Jasmila Žbanič, Philippe Garrel, Tsai Ming-liang, Eliza Hittman, Thomas Vinterberg, Lav Diaz und Andrei Konchalovsky.

Österreich-Premieren

Neben vielen anderen prämierten werden die Gewinnerfilme beider wichtiger A-Festivals, die heuer stattfinden konnten, zu sehen sein: "Sheytan Vojud Nadarad" von Mohammad Rasoulof (Goldener Bär, Berlin) und "Nomadland" von Chloé Zhao (Goldener Löwe, Venedig). Aber auch weniger Bekanntes wird zu sehen sein, wie "Ping Jing" von Song Fang, der tiefgehende Emotionen erkundet, oder "Shirley" von Josephine Decker, in dem die seelischen Qualen erforscht werden, die die unkonventionellen Protagonistinnen einander zufügen. Außerdem gibt es einige Entdeckungen zu machen, wie "Ma Ma He Qi Tian De Shi Jian" von Li Dongmei, der den Raum der Erinnerungen sondiert, oder "Los Conductos" von Camilo Restrepo, in dem die Vergangenheit Gespenster hervorbringt, oder "My Mexican Bretzel" von Nuria Giménez, der eine Verknüpfung mit Themen und Formen der diesjährigen Retrospektive herstellt. All dies sind Filme, die sich der Vergangenheit gewiss sind und die in die Zukunft weisen. Mit ihren Zielsetzungen, ihren (politischen) Implikationen und ihren Formen.

Monografien

Die Filme des vor allem durch seine Arbeit am Theater bekannten Regisseurs Christoph Schlingensief werden heuer in einer eigenen Monografie gezeigt. Zehn Jahre nach dem Tod Schlingensiefs gibt die Viennale die Gelegenheit zur Neusichtung: Kindheitsfilme, B-Pictures mit Klassikerstatus sowie bisher im Kino nie gezeigte Theaterfilme, gipfelnd in Werken mit beredten Titeln wie "Fremdverstümmelung". Eine weitre Monografie wird der jungen französischen FIlmemacherin Isabel Pagliai gewidmet. Isabel Pagliais Arbeiten sind beseelt von der Sehnsucht, wieder Kind zu sein.
Die 1988 geborene Filmemacherin filmt junge Menschen nicht nur an konkreten Orten wie einem Wohnblock oder einem Teich, sie taucht vielmehr mit hypnotischen und soziologisch interessierten Bildern förmlich ein in deren entrückte Welten des Spiels und der Zeitlosigkeit.

Die heurige Viennale findet vom 22. Oktober bis zum 1. November statt. Das gesamte Programm findet man hier.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.