Night Moves

 USA 2013
Drama, Thriller 29.08.2014 112 min.
6.00
Night Moves

Eine Gruppe selbsternannter Naturschützer inszeniert einen Terrorakt, bei dem ein Unschuldiger ums Leben kommt.

Im Grunde sind Josh, Dena und Harmon ein bisschen verbiesterte ÖkoFreaks, selbsternannte Naturschützer und Verteidiger einer gesunden und unzerstörten Welt. Aber das reicht nicht, das hilft nicht gegen das große Böse. So beschließen sie einen terroristischen Racheakt gegen die Naturzerstörer und setzen ein gewaltiges Fanal, bei dem ein Unbeteiligter ums Leben kommt. Aus dem Traum von einer besseren Welt wird ein Albtraum der Verfolgung, des Misstrauens und des tödlichen Wahns. Von diesem Bruch erzählt NIGHT MOVES, von der schmalen Linie und dem plötzlichen Erwachen. Ein dunkler, spannender, versponnener und intensiver Film.

(Text: Viennale 2013)

Details

Jesse Eisenberg, Dakota Fanning, Peter Sarsgaard, Alia Shawkat, Logan Miller, Kai Lennox
Kelly Reichardt
Kent Sparling
Christopher Blauvelt
Jon Raymond, Kelly Reichardt
Stadtkino

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Ein nächtliches Unternehmen
    Drei Ökoaktivisten sprengen einen Staudamm in die Luft, um ein Zeichen zu setzen. Es gelingt, aber Regisseur Kelly Reichardt zeigt es nicht. Ihm ist die Diskussion darüber wichtiger. Die Betonung liegt auf den Skrupeln der Gruppe, die jeder einzelne nach der Tat hat. Harmon (Peter Saarsgard) verkraftet es noch am besten. Er taucht einfach unter. Der stille Josh (Jesse Eisenberg), der in einer Agrarkommune seinen Lebensunterhalt verdient, tut sich da schon schwerer. Er geht in die innere Immigration, was seinen Freunden auch nicht verborgen bleibt. Es kursieren bald Gerüchte. Die Ökofarmer wollen nicht mit hineingezogen werden. Josh merkt, dass Dena (Dakota Fanning) das schwächste Glied in der Kette ist. Obwohl sie sich geschworen hatten, nach der Tat keinen Kontakt mehr zu haben, klappt das nicht so recht. Es gab ein Todesopfer bei der Explosion. Dena bekommt vom Stress Neurodermitis.
    Bevor Josh glaubt Dena ausschalten zu müssen, erfahren wir in langen, wortlosen Einstellungen, in denen die Kamera das innere und äußere Ambiente abgrast, viel über Sorgen und Gewissensbisse der jungen Leute. Dena könnte alles der Polizei erzählen. Eigentlich sind alle ratlos, wie es weitergehen soll.
    Die ganze Thematik ist ein Vorhaben, das aller Ehren wert ist, doch als Film ist es nicht sehr attraktiv. Es bleibt ein gedankliches Konstrukt mit offenem Ende für die beiden Jungs. Das Entscheidende sieht man nicht: ein Grollen im Hintergrund deutet die Explosion an und was Dena und Harmon im Wohnwagen treiben, verbirgt sich hinter ihrem Kichern. Ist alles vielleicht nicht so wichtig, würde aber den Figuren mehr Lebendigkeit verleihen.
    Vielleicht Diskussionsstoff für ein Filmfestival. Ansonsten zu blutarm und trocken wie Müsli ohne Milch. Gesund halt.