Reise aus der Vergangenheit

 USA 1942

Now, Voyager

Drama, Romanze 117 min.
8.10
Reise aus der Vergangenheit

Eine unglückliche, von ihrer Mutter unterdrückte Frau vertraut sich der Fürsorge eines Psychiaters an. Nach einigen Monaten findet sie ihren Lebensmut wieder und verliebt sich in einen gutaussehenden Mann.

Charlotte Vale (Bette Davis) ist eine unglückliche, von ihrer Mutter grausam unterdrückte Frau. Sie steht am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Ihre Schwägerin vertraut sie der Fürsorge des Psychiaters Dr. Jaquith (Claude Rains) an. Er bringt sie in einem Sanatorium unter, wo er sie betreut, und nach einigen Monaten findet Charlotte ihren Lebensmut und ihre Gesundheit wieder. Auf einer Schiffsreise verliebt sich in den gutaussehenden Jerry Durrance (Paul Henreid), einen Mann, der unglücklich verheiratet ist.

Now, Voyager erzählt die Geschicht einer schmetterlingsgleichen Wandlung: die Genesung einer Frau, von der Unterdrückung ihres Begehrens zu seiner Wiedergeburt. Hollywood und der Freudianismus, ein ungemein spannendes Melodram, das sehr genau die Widersprüche aufzeigt, die die Macht des weiblichen Begehrens im männlich kontrollierten Geschlechterdiskurs hervorruft.

Details

Bette Davis, Paul Henreid, Claude Rains, Gladys Cooper, Bonita Granville, u.a.
Irving Rapper
Max Steiner
Sol Polito
Casey Robinson nach einem Roman von Olive Higgins Prouty

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Now , Voyager
    Eine von ihrer Mutter unterdrückte, scheue, unansehnliche Spinster verwandelt sich innerhalb weniger Monate in eine weltgewandte, begehrte und selbstsichere Dame. Unglaubwürdig? Die großartige Bette Davis läßt uns keinen Moment an der wunderbaren Wandlung zweifeln. Ihr Mienenspiel, changierend zwischen der hölzernen Maske der unterdrückten Tochter, der strahlenden Unvberbindlichkeit der Grande Dame und der Verletzlichkeit der liebenden und um ihre Freiheit ringenden Frau ist derart beeindruckend, dass dagegen die übrigen (durchwegs ausgezeichneten!) schauspielerischen Leistungen verblassen. Einzig Gladys Cooper als wunderbar bösartige Patriarchin vermag ihr mit ihrer Leinwandpräsent im Mutter-Tochter-Psychoduell Paroli zu bieten.

    Leider gleitet die Story nach dem Tod der Mutter etwas zu sehr ins melodramatische ab. Charlottes Schuldgefühle, die auf der Fahrt in Dr. Jaquiths Sanatorium hervorbrechen, lassen auf einen wesentlichen anderen, weitaus düstereren Fortgang der Geschichte schließen: Eine alternde Bette Davis, die unbewusst nach und nach die Rolle ihrer verhassten Mutter übernimmt und ihre Stieftochter immer mehr zu tyrannisieren beginnt - welch grandiose Vorstellung!

    Doch seien wir nicht unbescheiden. Immerhin werden wir durch eine der subtilsten erotischen Handlungen entschädigt, die jemals mit zwei Zigaretten vollführt worden ist.