Oldboy (2003)

 Südkorea 2003
Drama, Thriller, Mystery 118 min.
8.40
Oldboy (2003)

Ein unauffälliger Geschäftsmann wird von Gangstern gekidnappt und 15 Jahre lang in eine fensterlose Ein-Zimmer-Wohnung gesperrt.

Ein unauffälliger Geschäftsmann wird von Gangstern gekidnappt und in eine fensterlose Ein-Zimmer-Wohnung gesperrt ein Fernsehgerät ist sein einziger Kontakt zur Außenwelt. 15 Jahre später lässt sein Entführer ihn frei; jetzt soll er herausfinden, warum er festgehalten wurde. Es scheint, dass er eine Figur in einem teuflischen Spiel ist. Die surrealistisch-klaustrophobische Manga-Adaption wurde dieses Jahr in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Mit Old Boy verfilmt Park Chan-Wook eine bekannte japanische Mangageschichte, die in insgesamt acht Bänden veröffentlicht wurde. Der Film spielt größtenteils in einer aufwendigen Penthousewohnung mit riesigen Glasfassaden und im Raum integrierten Wasserflächen, was ihm eine fast surreal anmutende Atmosphäre verleiht, die auf die Mangas als Drehbuchvorlage rekurriert. Old Boy ist ein Film über ein verschwörerisches, höchst manipulatives Spiel, das in seiner Unberechenbarkeit bisweilen an David Finchers The Game erinnert, doch Old Boy ist kompromisslos: Am Ende beteuert das Mädchen Mido, das er auf seiner Suche kennengelernt hat, Oh Dae-Su ihre Liebe, doch nur der Zuschauer weiß um ihr furchtbare Geheimnis. Ein Happy End ist das also nur auf den ersten Blick, und der mächtige Mann im Hintergrund, der alle Fäden in der Hand hält, hat sein furchtbares Spiel über seinen Tod hinaus gewonnen. (Nana A.T. Rebhan)

(Text: Viennale 2004)

Details

Choi Min-Sik (Oh Dae-Su), Yoo Ji-Tae (Lee Woo-Jin), Gang Hye-Jung (Mido), Chi Dae-Han (No Joo-Hwan)
Chan-Wook Park
Cho Young-Wuk
Jung Jung-Hoon
Hwang Jo-Yun, Lim Joon-Hyung, Park Chan-Wook nach einer Mangageschichte von Tsuchiya Garon und Minegishi Nobuaki
3L Filmverleih

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Kafkaesk
    Das ist einer der vielen Manga-Verfilmungen der besonderen Art. Besonders, weil besonders blutrüstig, aber das will nichts heißen, denn die Fans johlen vor Begeisterung auf, wenn es rot tropft und die optischen Qualen vom Bildschirm ins Publikum schreien und außerdem ist der Film besonders schwierig zu verstehen. Wenn man nicht konzentriert bei der Sache ist, könnte man meinen zeitweise in einem anderen Film zu sein.
    Es gelingt Regisseur Park den konkreten Ort- und Zeitbezug aufzuheben und Sehgewohnheiten aufzubrechen. Der Zuschauer ist ständig damit beschäftigt, das Geschehen sowohl chronologisch als auch ontologisch einzuordnen. Dabei hat sich nach kurzer Zeit mancher schon verabschiedet, und zwar aus dem einen oder anderen Grund besagter ’besonderen Art.
    Wenn man weiter mitdenkt, gelangt man in ein kafkaeskes Labyrinth, in dem sich der Held, Oh Dae-su (Choi Min-sik), ständig neuen gefahrvollen Herausforderungen gegenüber sieht, diese mit der Unverletzlichkeit von Wald-Disney-Figuren und mit dem Kampftalent eines Jackie Chan meistert, sogar einen Suizid überlebt und schließlich in den Armen der geliebten Mi-do (Kang Hye-jeong) landet. Wenn man das noch sehen kann, hat man einen intellektuellen und emotionalen Parcours der besonderen Art hinter sich gebracht.

  • so ein schas - Teil 1
    Eines Tages ist OH DAE SU wieder besoffen, und wird einfach gekidnappt, kurz nachdem er mit seiner Tochter telefoniert, die daraufhin glaubt Ihr Vater sei tot weil er sich nicht meldet. Er hat lange nicht gewußt, das seine Tochter wegen ihm in die Schweiz gezogen ist wo sie arbeitet und versucht zu vergessen das Ihr Vater auf einmal nicht da war.



    Der Geschäftsmann wird in einem privaten Penthouse eingesperrt wo er 15 Jahre versucht zu verstehen, wieso ist ihm das passiert und er dreht fast durch, hat 2 Selbstmordversuche hinter sich, lernt Kampfsport und sieht sich alles was es zu wissen gibt vom TV ab. Gefüttert wird er täglich durch eine kleine Luke in seiner Stahltüre.



    Das Zimmer hat kein Fenster, und vom TV erfährt er, das er angeblich eine Frau ermordet hat. Et will nur eines

    Rache üben, als er sich unvermutet wieder in der Freiheit findet, und er trifft in einem Restaurant auf die junge bezaubernde MIDO die sich in ihn verliebt hat, und ihn zu sich nach Hause nimmt.



    Bald nimmt die Liebe sexuelle Auswirkungen und sie gibt Ihren Job auf um ihm zu helfen, rauszufinden, wer ihn warum eingesperrt hat, bis sich ein angeblicher Student meldet, der meint das er sein Studienobjekt war. LEE WOO-JIN meint er solle rausfinden wieso er eingesperrt war, dann darf er überleben, aber er hat nur noch 2 Wochen bis zum 5 Juli 2004 Zeit, dann muß er das Geheimnis wissen sonst erfährt er es nie.



    Und so mit kann OH ihn nicht umbringen, und begibt sich mit seiner neuen Freundin MIDO auf die Suche nach seiner Vergangenheit wo er letzt endlich auf ein sehr furchtbares Geheimnis dahinter kommt.



    In Korea wo der Film herkommt ist der Film ein Kultfilm, in Cannes ist er mit dem Grand Preis der Jury ausgezeichnet worden, und der 115 Min. Film ist sehr extrem gedreht, oft sehr grausam, und gefiel mir nicht besonders, nicht weil man zwischen den Zeilen nachdenken mußte, oder weil die Szenen sehr schnell abgedreht wurden, die einzelnen Szenen und weil es keine Übergänge gab, sondern weil der Film eigentlich nicht in das westliche Filmbild paßt.



    Die Musik ist passend, bei den einzelnen grauslichen Szenen, ist auch nicht bemerkbar, und fügt sich rhythmisch in die grausamen Szenen ein, aber sie gefällt mir nicht. Diese Rachestory in dem Film ist eine ziemlich krankhafte Verfilmung eines Mannes, der sich selber nicht im Griff hat, und die noch dazu sehr realistisch abgefilmt wurde. Man sucht oft Spannung, leider vergeblich, obwohl der Film Spannungsmomente aufweisen kann, da er sich an Filmen wie ¿The Game¿ oder ¿Mit stählerner Faust¿ nicht so ganz orientiert, aber auch nicht ganz wegorientiert.



    Der Schnitt wie die Kamera gehen in die Verfilmungsrichtung eines Quentin Tarantino, also wem der Film ¿Pulp Fiction¿ oder ein anderer ¿Killing Zoe¿ gefallen hat, dem wird dieser auch gefallen. Der ganze Film ist so eine Art Underdog im Filmbusiness. Eine ziemlich innovative Idee wurde nicht nur grausam sondern auch realistisch umgesetzt. Die Schauspieler spielen allesamt sehr gut und überzeugend, zwar nicht für meinen westlichen Geschmack, aber kritisch betrachtet, hat der Film doch ein gewisses Etwas. Denn die Schauspieler wirken nicht so aufgesetzt wie in Amerika.



    Der Regisseur Chan Wook Park der mit ¿Sympathy for Mr. Vengeance¿ schon einen ähnlichen Film abgeliefert hat, hat wohl nichts dazu gelernt bei seiner neuen Verfilmung. Man wird versucht oft in die Tiefen der Psyche des Hauptdarstellers Oh-Dae Su zu fallen, wird aber immer wieder rausgerissen von schnellen Zusammengestückelten Bildern, denen die Handlung dazwischen fehlt. Als wäre der Film in Wirklichkeit 4 Std. lange oder eine Serie, und man hat einfach ein paar Szenen rausgeschnitten.



    Die Musik paßt zu den krassen Szenen erinnert mich aber ein bißchen an ¿Eine wunderbare Welt der Amelie¿. Viele Kritiker oder solche die sich so nennen, meinen das der Film ein Meisterwerk ist. Vielleicht weil man sieht wie Oh-Dae Su im Film

    fade - Teil 2
    weil man sieht wie Oh-Dae Su im Film einen Typen mit der Hinterseite eines Hammerteiles, dort wo man Nägel rauszieht, einem Typen die Zähne rausbricht, was man ja nicht sieht, nur angedeutet. Und das ist doch was seltenes, und wahrscheinlich geilen sich ein paar kranke Gestalten an dieser Szene auf, ich finde sie unnütz.

    Gefallen hat mir die Geschichte schon, die alte Rachegeschichte, die ist immer gut, wenn sie gut umgesetzt wird, aber das ganze wird teilweise ein bißchen langweilig verfilmt dargebracht. Die Emotionen sind schnell, kurz, bündig, grausam und einfach, und nicht so schön ästhetisch das man sich satt sehen kann. Von dem Film kann man nicht träumen, sondern nur alpträumen.

    Oder die Szene die war auch arg, als Oh Dae Su nach 15 Jahren das erste Mal ein Restaurant besucht und sich einen lebenden Tintenfisch bestellt den er runterwürgt, und dann einfach hinfällt und schläft, warum erfährt man erst viel später im Film, die Auflösung ist gigantisch, das Ende habe ich nicht verstanden, aber dafür habe ich ja eine Dolmetscherin, die mir Film auf Gedankenwelle übersetzt, meine Freundin, dafür übersetze ich für sie Liebe mit Sex.

    Das ganze ist übrigens eine japanische berühmte Comicgeschichte, so ein Mangazeugs, und das wurde mal in 8 Bänden veröffentlicht. Oft spielt der Film in einem Penthouse wo man den Protagonisten nur TV gucken sieht, das gleiche Schicksal das sich viele Arbeitslose teilen, die Ihr TV Gerät zur Freundin gemacht haben.

    Ich würde auch sagen das der Film sehr pessimistisch ist, und ja das er einfach sich keine Regeln setzt und einfach dort hingeht, wo noch keiner vorhin war, in die Grausamkeit der menschlichen Seele und des Abgrundes der Racheverwurzelten Gedankenwelt.

    Ich kann den Film niemanden empfehlen außer ein paar Leuten die den Regisseur mögen oder koreanische Filme oder ein paar Splatterfreaks oder Gorehounds oder irgendwelchen Leuten denen so kranke Filme eh gefallen, mir hat er nicht besonders gefallen, nur ein wenig von der Geschichte her, obwohl Kamera, Schnitt sehr schön waren und man nicht merkte dass das ganze ein Film war.

    50 von 100

  • Ein Vergnügen
    Gerade noch den Film gesehen und - OLDBOY ist großartig. Jede Sekunde ein filmisches Vergnügen. Ein Film, der an Kafka erinnert - aber an einen sehr schwarzen, düsteren und blutigen Kafka. Wo sich die Menschen nicht abfinden mit dem Gegebenen, sondern aggressiv dagegen angehen.
    In visueller Hinsicht - Kamera, Schnitt, Ausstattung - exzellent. Wunderschöner Soundtrack. Und ein weiterer Beweis, wie herausragend das asiatische Kino derzeit ist. Warum kann dergleichen nicht aus Europa kommen (und dergleichen kam früher aus Europa, zumal aus Italien, nämlich in den 1970ern)?
    Mit Tränen in den Augen: Strikte Empfehlung.

  • viel zu viel Gewalt
    Für uns war der Film viel zu gewalttätig und grauslich. Wir finden auch, dass die Gewaltszenen nur als Selbstzweck eingeschoben wurden und die Handlung auch ohne sie gleichwertig wäre.

    Die Leute hier loben den Stil und der ist wohl auch sehr schön - sehr schöne Bilder, Kameraführung, Soundtrack, Schauspieler - aber das allein macht noch kein Meisterwerk aus. Der Film ist für uns eindeutig overhyped.

    Für uns ist unerklärlich, warum die Leute hier und in den Kritiken das Ausmaß an Gewalt nicht hinterfragen sondern einfach so hinnehmen.

    Re:viel zu viel Gewalt
    Vielleicht wäre es aber sinnvoller, den Grund von Rache und Hass zu hinterfragen, anstatt sie nur herauszulassen. Warum dreht niemand einen Film über die Hintergründe? Warum gibt es immer nur Filme, die die Auswirkungen zelebrieren? Bitte sags mir.

    Re:viel zu viel Gewalt
    "Es gibt nur ganz wenige Filme, die von Hass und Rache aufrichtig erzählen", sagt Chan-Wook-Park. "Diese Gefühle empfindet doch jeder einmal, trotzdem ist es moralisch verboten, sich dazu zu bekennen", meint der Regisseur weiter. "Wenn ein Mensch die Lust hat, seine Rachegedanken rauszulassen, dann gibt es kein Ventil dafür. Es brodelt also nur in deinen Gedanken herum. Du wirst krank, wenn du das immer runterschluckst. Vielleicht lasse ich diese Gefühle in meinen Filmen raus."

  • Old Boy sucks!
    No, wait, let me rephrase that: Old Boy is a stylistically challenging, highly innovative, but ultimately hollow and repugnant exercise in genre filmmaking.

    And just to let you know where I¿m coming from ¿ "Sympathy for Mr. Vengeance" was brilliant; an unforgiving and touching descent into doom. In that movie everything that happened somehow had to. One action triggered the next one and we experienced a vicious circle of violence and revenge. The characters seemed trapped in their situation.

    In Old Boy our protagonist is also trapped, but you know the story, so I won¿t tell you again. So he¿s in this room and there is great sound design and camera work. But once he frees himself, the complications and problems multiply. The plot is at first close to incomprehensible as he stumbles from one situation to another. When the villain explains his schemes at the end and brings enlightenment, I just couldn¿t care anymore. The intriguing premise is destroyed by the revelation that it¿s all a contrived revenge plot by the bad guy.

    And contrived it is. The story only works by inserting endless flashbacks (full of bad pathos) and explanations. To keep the audience interested, we get gruesome scenes of murder, self-mutilation and general mayhem. As others have remarked, these scenes are well done, but serve no greater purpose. It¿s all a so-what comic extravaganza.

    Out of "Old Boy" I got small pleasures and a lot of disappointment, courtesy of one of the most interesting directors working today. I liked (among other things) the infamous hallway scene, the actors, the fight with the bodyguard, the revelation of the Secret and sequence of Oh Dae-su leaving his bad self behind at the end. Small pleasure, indeed.

    Re:Old Boy sucks!
    Für uns war der Film viel zu gewalttätig und grauslich. Wir finden auch, dass die Gewaltszenen nur als Selbstzweck eingeschoben wurden und die Handlung auch ohne sie gleichwertig wäre.

    Die Leute hier loben den Stil und der ist wohl auch sehr schön - sehr schöne Bilder, Kameraführung, Soundtrack, Schauspieler - aber das allein macht noch kein Meisterwerk aus. Der Film ist für uns eindeutig overhyped.

    Für uns ist unerklärlich, warum die Leute hier und in den Kritiken das Ausmaß an Gewalt nicht hinterfragen sondern einfach so hinnehmen.

    Re:Old Boy sucks!
    oldboy ist sicherlich nicht perfekt, aber nahezu... ich fand sympathy for mr. vengeance auch toll, aber auf eine andere art und weise... sympathy hat eine ausgeklügelte story und tiefe charaktere, dafür wirkt der film aber ziemlich ruhig und zumindest im vergleich zu oldboy emotionslos. oldboy hingegen beeindruckt zumindest mich mit seiner unpackbaren visuellen kraft, die einzelnen szenen sind auf eine intensive art und weise gemacht, die einen den film richtig fühlen lassen, was ich bei sympathy SEHR vermisst hab.

    und genau deshalb sind beide filme nicht perfekt in meinen augen... sie sind beide sehr toll, jeder auf seine art, aber würd ich einen film empfehlen müssen, wärs noch eher oldboy, weil er einfach IMO eine power hat, die sich niemand entgehen lassen sollte. (außerdem ist der soundtrack einer der besten ever, da kann sympathy auch nicht mithalten)

    Re:Old Boy sucks!
    trotzdem kann ich nicht als einzige Rezension einen Fundamentalverriss ("Old Boy sucks") stehen lassen. Das hat er sich wirklich nicht nicht verdient und im Vergleich zum Durchschnittsfilm in diesem sehr schwachen Kinojahr geht er fast als "Meisterwerk" durch.

    Re:Old Boy sucks!
    haha, ja eh, weil preise immer objektiv sind. außerdem wen interessiert objektiv schon? oldboy ist extrem geil gemacht, aber er verdient sich seine geschichte nicht.

    Re:Old Boy sucks!
    klassischer Fall von "opinions are like assh*les, everybody has one".

    Etwas objektiver gesehen war dieser Film einer der raren Highlights der Viennale '04, er hat den "Großen Preis der Jury" in Cannes bekommen, und wird auf der IMDb mit 8,5/10 in den Top250- besten Filmen aller Zeiten gereiht. "Oldboy" hält auch den Vergleich mit anderen, in diesem Jahr gezeigten südkoreanischen Filmen wie "Resurrection of the Little Match Girl" oder "A Tale of Two Sisters" locker stand.

    Über den Plot kann man ja vielleicht streiten, aber wenn man die herausragende Kamera- und Schnittarbeit an diesem Film nicht erkennt, hat man noch nicht viele Filme gesehen. Einer der wenigen Filme, in denen die Schönheit der Bilder die Scriptmängel vergessen lässt... zurücklehnen, entspannen, staunen, genießen.