Poliezei

 F 2011

Polisse

Drama 20.01.2012 127 min.
7.30
Poliezei

Der 2011 in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnete Film zeigt mit schonungsloser Offenheit die alltägliche Arbeit der Jugendschutz-Einheit der Pariser Polizei.

Wovon der Rest der Gesellschaft noch nicht einmal etwas ahnt - für die Polizisten, die in der PariserEinheit für Jugendschutz arbeiten, sind die dunklen Geheimnisse, die sich in Familien aller Schichtenverbergen, Arbeitsalltag. Die Frauen und Männer der von Balloo (Frédéric Pierrot) geleiteten Abteilungbilden eine verschworene Gemeinschaft: Die Freundinnen Nadine (Karin Viard) und Iris (Marina Foïs), der aufbrausende Fred (JoeyStarr), der Macho Bamako (Arnaud Henriet), der intellektuelle Schlaumeier Gabriel (Jérémie Elkaim) und die anderen - sie alle verbindet eine unglaubliche Hingabe an den Job, ein chaotisches Privatleben, Mitgefühl für die Opfer und eine herzliche Abneigung gegen den Bürokraten Beauchard (Wladimir Yordanoff), den Chef der Dienststelle.

Als Beauchard - als PR-Maßnahme - einer Fotografin (Maïwenn) gestattet, die Arbeit der Jugendschützer zu begleiten, verändert sich das Gleichgewicht der Truppe. Fred lehnt die Anwesenheit der Fotografin Melissa strikt ab, doch dann ist es ausgerechnet er, der nach einem traumatischen Erlebnis im Job die Nähe zu Melissa sucht...

Details

Karin Viard, Joeystarr, Marina Fois, Nicolas Duvauchelle, Maïwenn Le Besco, Karole Rocher
Maïwenn Le Besco
Stephen Warbeck
Claire Mathon, Jowan Le Besco
Maïwenn Le Besco, Emmanuelle Bercot
Thimfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Heftiger Alltag
    Wie schön, dass dieser Film die ausgelatschten Trampelpfade des Genres verlässt, in denen die Polizei die Gangster jagt, meist auch kriegt oder erschießt.
    Poliezei ist ein authentischer, realistischer, witziger und rührender Polizeifilm, prall gefüllt mit leidvollen Einzelschicksalen. Die Crew, die für den Jugendschutz arbeitet ist eine eingeschworene Gemeinschaft. Man arbeitet und man feiert zusammen. Man kennt sich auch privat, weiß von allen Eheproblemen, Schwangerschaften und Trennungsgerüchten. Zwischen manchen stimmt die Chemie, zwischen anderen überhaupt nicht. Manchmal funkt es auch innerhalb der Abteilung. Es gibt Situationen, da verliert einer die Nerven, Kollegen gehen sich an den Kragen oder sie können sich das Lachen nicht verkneifen. Fast immer fangen sie sich wieder oder werden von Kollegen aufgefangen und beruhigt. Jede Situation ist glaubwürdig und von daher auch spannend. Teils geht einem die Eile an die Nieren, mit der hier gnadenlos aber verständnisvoll verhört wird. dann heult einen wiederum das menschliche Elend in seiner bittersten Form an. Dieser ständige Wechsel Macht den Film so interessant, weil hier beide Seiten des Vernehmungstisches zu Worte kommen. Die verhörenden Polizisten haben auch menschliche Probleme. Deswegen fahren sich manchmal aus der Haut. Es ist schier übermenschlich, was die so am Tage verarbeiten müssen. Für eine ist das alles zu viel. Sie macht das Fenster auf und kommt nicht wieder. Ein tragischer Schlusspunkt nach dem Ende der Ferien, als alle Eltern ihre Kinder wieder zur Schule bringen.
    Ein großartiges Ensemble agiert geschlossen fulminant, bietet Raum für echte Tragik, handgreifliche Auseinandersetzungen, ausgelassene Feiern, seelischen Beistand, Trotz und Wut, Aggression und innere Wärme. Und dann noch der nette Gag mit der Schreibweise des Titels. Was für ein grandioser Film von Maiwennn!